Während immer größere Teile der Galaxie im Chaos versinken und die alten Ordnungen zerfallen scheint es, als gäbe es keine Hoffnung mehr einen Krieg zu verhindern. Die Via können die Kontrolle über die Erde an sich reißen, während die menschliche Flotte den Kampf längst an einer anderen Front führt. Rafail Coel versucht weiterhin die Artheraner von einem sinnlosen Angriff auf die abtrünnige Kolonie Artherium abzuhalten Und dann sieht es so aus als liegt ein letzter Funken Hoffnung vielleicht in der Vergangenheit Bildquelle : exploding star fotolia.com
,, Warum ?“
Die Stimme schien so weit entfernt, dass er sie anfangs kaum bemerkte.
Der Mann, der sich Marcks nannte schlug die Augen auf.
Er befand sich immer noch in der dunklen Kammer. An Bord des Via-Schiffs…
Vorsichtig drehte er den Kopf
Ein großes Fenster erlaubte den Blick hinab zur Erde. Der Planet schwebte ruhig und blau weniger als zweihundert Kilometer von ihm entfernt.
Er war hier oben gewesen…
Er hatte nach Wilkonson gesucht.
Er war gestorben… oder starb noch? Wenn ja fühlte er sich erstaunlich gut.
,, Warum ?“
Marcks hatte die Stimme fast wieder vergessen.
,, Warum was ?“
Einen Moment überlegte er, ob er den Sprecher kannte.
Eine einsame Gestalt stand inmitten des ansonsten leeren Raums. Dunkle Haare und ein glattes, sonst wohl ausdrucksloses Gesicht, das jetzt jedoch deutliche falten warf, als würde den Mann irgendetwas schwer beschäftigen.
Hastig tastete er nach seiner Waffe, fand sie aber nicht mehr.
,, Ich bin nicht so dumm, ihnen die zu lassen.“ , erklärte Asmodeus und hielt die Pistole in die Luft, bevor er sie wieder verschwinden ließ. ,,Sie wussten das sie sterben würden warum sind sie trotzdem zurück geblieben ?“
Sterben ? War das hier ein seltsamer Traum? Marcks zwang sich, seine Gedanken zu sammeln. Er war alles andere als tot.
Er versucht sich ein wenig aufzusetzen, was ihm mühelos gelang.
,, Ihr organischen Wesen seid so einfach zu reparieren.“ , erklärte der Via, dem noch immer leicht verwirrten Mann.
Dieser sah nun mit ausdrucksloser Mine auf die Stelle, an der er eben noch gelegen hatte.
Eine Blutlache bedeckte den Boden und Teile des Fensters.
Viel Blut…
,, Was haben sie mit mir gemacht ?“ Er konnte sein Spiegelbild nur unzureichend in der Glasscheibe erkennen. Flüssiges Metall schien in den nun verschlossenen Wunden, tiefen Schnitten und Prellungen zu schwimmen. Wenn er die Hand hob folgte ein Strom grauer, kaum wahrnehmbarer Partikel der Bewegung.
,, Sie gerettet.“
,, Warum ?“
,, Für eine Antwort auf genau diese Frage.“ , erklärte der Via. ,, Ich versuche es zu verstehen. Er hatte auch keine Antwort für mich.“
Marcks wusste nicht, was er davon halten sollte. Die Frage schien Asmodeus tatsächlich zu beschäftigen.
,, Und sie erwarten wirklich, das ich ihnen das erkläre ?“
,,Ansonsten gehen sie eben hinunter auf ihren Planeten.“ , sagte sein Gegenüber fast gleichgültig.
, Dort haben sie genug Gelegenheit zum Sterben. Nochmal.“
,, Niemand dort verdienen es zu sterben. Wir haben unsere Fehler, aber… “
,, Und wer verdient das denn genau ?“ unterbrach ihn der Via ,, Wir etwa?“
Marcks antwortete nicht. Es gab keine Antwort.
,, Gehen sie.“, befahl Asmodeus. ,, Es war dumm zu erwarten, dass sie verstehen könnten. Wir werden schon noch herausfinden… wer Recht hat.“
,, Recht womit ?“
Adams blieb einen Augenblick stehen und nahm die Brille ab, als sie den Fuß des Turms im Zentrum der Siedlung erreichten.
Der Bau überragte einen offenen Platz, mit einem kleinen ummauerten Garten im Zentrum. Ein Stück Erde, das man sich selbst überlassen hatte
Das untere Stockwerk des Gebäudes besaß keine Wände und der gesamte Turm ruhte lediglich auf mehreren scheren Tragsäulen.
Der Doktor sah einen Augenblick zu Martin herüber. Er wirkte entspannter, als vorhin, wie Adams auffiel.
,, Glauben sie nicht mehr , das Elth uns hintergehen könnte ?“ , wollte er wissen, während er die Brille wieder aufsetzte.
,, Ich lasse mich einfach überraschen, aber wir können gerne wetten.“ , erklärte der Pilot schmunzelnd.
,, Ich glaube da verzichte ich.“
,, Schade, ich gewinne bei so was meistens. Fragen sie Coel.“ , sagte Martin lachend während sie das Gebäude betraten
Vaas würde wohl entweder hier sein oder sie würden jemanden finden, der ihnen sagen könnte, wo er sich aufhielt.
Einige Artheraner hatten sich an der Treppe eingefunden, die hinauf in den Turm führte, aber die meisten drehten sich nur kurz zu ihnen um.
Mittlerweile hatte man sich wohl bereits an ihren Anblick gewöhnt.
Einer der Artheraner trat jedoch aus der Gruppe auf sie zu.
Martin war kurz besorgt, aber Adams ging ohne zu zögern auf den Fremden zu.
,, Malik.“
Der Artheraner nickte dem Doktor nur kurz zu und schien kurz zu lächeln.
,, Und wie laufen die Arbeiten ?“
Malik zuckte mit den Schultern. ,, Es wird sie vielleicht freuen zu hören, das die Strahlungsschilde, die sie vorgeschlagen haben mittlerweile auf über einem Dutzend Schiffen ihren Dienst tun. Ich schätze, wir schulden ihnen alle etwas.“
,, Das ist schön zu hören. Aber sie schulden mir nicht das geringste Malik. Auch sonst niemand.“ Adams Stimme klang plötzlich niedergeschlagen und betrübt.
,, Sie verkennen ihre Arbeit glaube ich.“
,, Ja vielleicht…“ , erwiderte er nur.
Martin sah einen Augenblick zwischen dem Artheraner und Adams hin und her. ,, Sie kennen sich ?“
Der Doktor nickte. ,, Malik, das ist Martin. Einer unserer Piloten. Ich arbeite seit einer Weile an den artheranischen Werften. Sie hatten auf einigen Schiffen Probleme mit Strahlungsausbrüchen von ihren Generatoren.“
,, Klingt unschön“.
,, Das glauben sie aber. Ich nähere mich den Werften nur noch mit einem Geigerzähler.“ , antwortete Adams und zog ein kleines, etwa handtellergroßes Gerät aus seiner Tasche. ,, Aber gut, dass sie das Problem jetzt unter Kontrolle haben“ , fügte er an den Artheraner gerichtet hinzu.
,, Warum seit ihr hier ?“ , wollte dieser wissen.
,, Wir suchen nach Vaas. “
Malik sah einen Augenblick beinahe mitleidig zu den zwei auf. ,, Verstehe. Politik ist ermüdend.“
Martin lachte laut. ,, Endlich jemand der mich versteht.“
,, Vaas ist vermutlich oben.“ , erklärte der Artheraner schließlich.
,, Danke Malik.“
Adams begann zusammen mit Martin die Freitreppe in das nächste Stockwerk hinauf zu steigen.
Coel trat in Gedanken einen Stein über den befestigten Weg .Der Kiesel prallte ein paar Mal vom Pflaster ab und blieb dann liegen. Die Sonne beschien das Pflaster mittlerweile blendend Hell und würde wohl auch noch mehr als zwölf Stunden am Himmel stehen.
Kurz überlegte er, zurück zu gehen.
Vielleicht hatte Martin mit seiner Einschätzung doch recht gehabt. Die kaum verhohlene Drohung Elths hatte ihm zumindest eines klar gemacht: Er konnte dem Artheraner nicht mehr völlig vertrauen.
Und noch mehr… Coel ärgerte sich schlicht.
Er war überlistet worden wie ihm nur langsam voll bewusst wurde. Überlistet und hintergangen. Hätte er gewusst, was der artheranische Ratsherr im Sin hatte mit seinen Fragen…
Er hätte seine Gefühle einfach leugnen sollen.
Und jetzt ?
Er würde mit Aine reden müssen, sobald er die Gelegenheit hatte. Und gleichzeitig sträubte sich alles in ihm dagegen.
Plötzlich blieb er stehen. Etwas war anders…
Er war noch zu sehr in Gedanken um es wirklich zu merken, als sich ein Schatten ohne Vorwarnung auf ihn stürzte.
Rafail Coel wurde sofort zu Boden gerissen.
Etwas bohrte sich ihm Schmerzhaft in die Seite, während sein Gegner die Waffe bereits wieder aus der Wunde riss und erneut ausholte.
Coel konnte kaum etwas erkennen, weil ihn die Sonne jetzt direkt ins Gesicht brannte und so riss er nur verzweifelt den Arm hoch um einen weiteren Messerhieb abzuwehren
Die Klinge prallte am Metall seiner Armschiene ab.
Sofort versuchte Coel wieder auf die Füße zu kommen und tastete zeitgleich nach seinem Revolver.
Als er die Waffe halb gezogen hatte, trat der Fremde ihm die Pistole aus der Hand und sie landete irgendwo im Staub.
Coel verpasste dem Angreifer seinerseits einen Schlag vor den Kopf, der diesen zurückwarf, so dass er endlich wieder auf die Füße kam.
Schwer atmend stand er einen Augenblick da. Aus einer Stichwunde an seiner linken Seite floss Blut.
Er konnte seinen Gegner jetzt zum ersten Mal richtig erkennen.
,, Sie… kommen nicht lebend davon.“ , sagte der abgerissen wirkende Mann.
Skelaw…
Elth war grade zu einem fast nebensächlichen Problem geworden.
Er sah sich kurz nach seiner Pistole um. Diese lag nun jedoch gut zehn Meter entfernt. Viel zu weit um sie zu erreichen, sich gleichzeitig umzudrehen und dann Skelaw noch sicher treffen zu können....
Coel ließ eine der geschwärzten Klingen von seinen Armschienen in seine Hand gleiten.
Ein weiter offener Saal, dessen Wände vollständig aus Glas bestanden bildete den Raum, in dem sich der artheranische Häuserrat traf.
Vaas Katlaron saß auf einem Kissen auf demselben Platz am Tisch, an dem er sie auch vor über einem Monat empfangen hatte
Seine ungezähmten grauen Haare gaben ihm ein wildes aussehen gaben, das durch zwei blasse, kalte Augen noch unterstrichen wurde.
Und noch jemand war anwesend.
Istarie Khyron musterte die Neuankömmlinge mit einer Mischung aus Neugier und Überraschung.
Ihre Augen wanderten allerdings zu einem Punkt hinter Martin und Adams und als der Doktor sich umdrehte, stolperte er fast in die Gestalt Seyonns.
,, Man hat mir gesagt, das ihr hier sein würdet.“ , erklärte der Unity-Abgesandte lediglich, hielt sich aber weiter im Hintergrund. Er würde sein Anliegen wohl besser erst einmal verschieben.
Bevor Adams noch fragenkonnte, wann genau Seyonn nach Eos zurückgekehrt war, ergriff auch schon Vaas das Wort.
,, Ich hatte euch nicht erwartet.“ , meinte er.
,, Ich werde selten erwartet.“ , gab Martin nur leicht spöttisch zurück. ,, Sie etwa Adams ?“
Adams ging nicht darauf ein, als er nun vortrat.
,, Ich möchte eigentlich gleich zum Grund unseres Hierseins kommen.“
,, Das da wäre ?“
,, Das sollten sie bereits wissen.“ , sagte Martin.
,, Man könnte meinen, es sei schwer in einer Gemeinschaft wie der unseren ein Geheimnis für sich zu behalten“ , bemerkte Istarie.
Er verstand was sie meinte. Die Artheraner besaßen die Fähigkeit Gedanken oder zumindest Teile davon weiterzugeben. Das war kein Prozess, den sie wirklich kontrollieren konnten. Somit war es wohl tatsächlich schwer, etwas sicher verborgen zu halten. Oder ?
,, Das Gegenteil ist der Fall. Man lernt schnell wachsam zu sein und auf die eigenen Gedanken aufzupassen.“
,, Darf ich das so verstehen, dass sie einfach nicht wissen, was als nächster Schritt günstig wäre ?“ , fragte Seyonn. Er klag beinahe gelangweilt. Es hatte den Unity-Abgesandten nicht lange gebrauch um die Situation zu erfassen.
Istarie sah ihn einen Augenblick verwirrt an. ,, Ja“, sagte sie schließlich.
Martin trat entschieden vor. ,, Sie können Darween nicht zustimmen.“
,, Wie kommen sie darauf, dass ich das beabsichtigen würde ?“ , fragte Istarie.
Vaas saß nur weiterhin ruhig da und schien entweder nachzudenken oder einfach zu beobachten.
,, Weil das ihre einzigen beiden Optionen sind. Wir oder Darween. Sie werden sich Artherium so oder so holen, das ist mir vollkommen klar. Aber sie haben die Möglichkeit sich zu entschieden ob das h ohne Blutvergießen geschehen soll.“
,, Wenn Darween recht bekommt“, mahnte Adams ,, dann werden ihre Leute sterben, das ist klar.“
,, Und wenn ihr recht bekommt Mensch, vielleicht ebenso. Darween wird, so wie die Dinge stehen nicht einfach zusehen das wir ihn übergehen.“
,,Sie sind schlicht Feige“ , gab der Pilot zurück.
,,Martin!“ Adams trat einen Schritt vor, wurde jedoch von Seyonn zurück gehalten.
,, Das müssen sie hören.“ , sagte er leise.
,,Nein Adams.“ Er wendete sich zu Vaas. ,, Ihr alle beide. Feiglinge. Ihr seht lieber zu wie die einzige Chance zunichtewird, die wir euch bieten können und alles was ich bisher zu hören bekomme sind Ausflüchte und… Angst. Glaubt ihr wirklich… “
,, Genug!“ Vaas war aufgestanden und selbst Martin zuckte kurz vor der Stimme des Artheraners zurück. ,, Ich werde sicher nicht zusehen, wie dieser Streit unsere Häuser spaltet.“
Er schloss die Augen und schien lange nachzudenken, bevor er sie wieder öffnete.
,, Ich kann keine Entzweiung zulassen. Aber ich werde auch nicht zusehen, wie unser Volk sinnlos in den Tod geht.“ Vaas zögerte einen Moment, bevor er fortfuhr. ,, So sei es also Mensch. Ihr habt meine Stimme. Istarie ?“
Di Artheranerin nickte, wenn auch erst nach einem Moment.
,, Na bitte… War das so schwer?“ , fragte Martin.
,, Wann wird die Abstimmung stattfinden ?“ , wollte Seyonn wissen.
,, Sobald wie möglich.“ , antwortete Vaas. ,, Am besten bereits Morgen.“
,, So schnell ?“ Adams wunderte sich, das die Entscheidung plötzlich schon fest zu stehen schien.
,, Für morgen wollte sich der Rat ohnehin erneut besprechen.“ , erläuterte der Artheraner. ,, So geben wir Darween wenig Zeit sich zu organisieren.“
Martin wendete sich zum Gehen. ,, Ich gebe Coel Bescheid. Der wird sich freuen.“
Coel musterte sein Gegenüber langsam. Skelaw hatte sich seit ihrem letzten Aufeinandertreffen tatsächlich stark verändert.
Der Artheraner wirkte abgemagert und alles andere als gesund. Ein Arm hing in einem seltsamen Winkel herab. Vermutlich der, den Aine bei ihrem Kampf mit Skelaw gebrochen hatte.
Er spürte Wut bei der Erinnerung in sich hochkochen, gemischt mit einem Anflug von Mitleid.
Der Artheraner wäre in seinem momentanen Zustand kaum eine Herausforderung für ihn gewesen… wäre es ihm nicht gelungen ihn zu verletzen.
Die Soldaten der GTDF bekamen normalerweise eine regelmäßige Injektion mit Nanopartikeln die bei Verletzungen Schmerzmittel und Gerinnungsfaktoren freisetzten. Seine letzte Dosis war schon eine ganze Weile her, trotzdem würde die Wunde nicht sofort gefährlich werden. Sie würde ihn aber in jedem Fall langsamer machen.
,, Geht.“ , meinte Coel warnend. Er wollte es nicht auf einen Kampf ankommen lassen. ,, Euer gesamtes Volk hat euch schon verstoßen, glaubt ihr das ändert noch etwas ?“
Der Artheraner gab keine Antwort.
,, Ich habe euch gewarnt.“ Coel packte die Klinge in seiner Hand fester und spähte noch einmal zu seinem verlorenen Revolver. Er würde die Waffe nicht erreichen können. Also musste es so gehen.
Einen Augenblick schien alles still, während weder er noch der Artheraner sich bewegten. Er glaubte sogar, das Blut das aus seiner Wunde sickerte hören zu können.
Dann geschah fast alles Gleichzeitig.
Skelaw machte einen Schritt vorwärts, während Coel gleichzeitig versuchte rückwärts auszuweichen.
Im nächsten Moment wurde sein Verstand mit Sinneseindrücken überflutet, so dass er einen Augenblick kaum klar sehen geschweige denn denken konnte. Der Artheraner hatte ihm einfach einen mentalen Schlag versetzt, der ihn einen Augenblick handlungsunfähig machte.
Trotzdem schaffte er es grade noch den ersten Angriff seines Gegners abzuwehren. Dieser riss die Waffe jedoch sofort wieder hoch und würde sein Ziel diesmal nicht verfehlen.
Coel, der seine Gedanken noch immer nicht wieder vollkommen unter Kontrolle hatte, warf sich zur Seite um der Attacke doch noch zu entgehen.
Er landete auf der verletzten Seite. Dreck und kleine Steine gruben sich schmerzhaft in die Wunde, brachten ihn aber wenigstens endgültig wieder zu vollem Bewusstsein und vertrieben die letzten fremden Sinneseindrücke aus seinem Kopf.
Seine Pistole lag weniger als drei Meter entfernt. Wenn er schnell war…
Skelaw stand über ihm und holte erneut mit dem Messer aus.
Im nächsten Moment erstarrte er, als ein Schuss ihm die Waffe aus der Hand schleuderte.
Coel fragte nicht lange, wie er so viel Glück haben konnte, sondern griff nach seinem Revolver sprang wieder auf und schlug dem Artheraner im gleichen Moment den Kolben an den Kopf.
Skelaw machte einen Schritt rückwärts, bevor Coel ihn packte und ihm die Waffe an die Schläfen hielt.
,, Soll ich uns beiden einen Gefallen tun und einfach abdrücken ?“ , fragte er den Artheraner, der versuchte sich aus seinem Griff zu befreien.
Ein spöttisches Grinsen trat auf Skelaws Gesicht. ,, Sie sind ein guter Mann… sie können mich nicht töten sie sind zu schwach.. dafür.“
,,Nein Skelaw… Ich bin kein guter Mensch.“ Er stieß den Artheraner zurück und richtete die Waffe sofort wieder auf ihn. Das grinsen war aus dessen Gesicht verschwunden.
,, Sie haben mich angegriffen, „ , sagte Coel. ,, das kann ich verzeihen. Ich bin es gewohnt, dass man mich nicht mag. Aber sie haben mein Leute bedroht, sie habe Aine verletzt. Das kann ich nicht verzeihen.“
Mit jedem Wort schwand die Skelaws Selbstsicherheit mehr. Mit jedem Wort wurde dem Artheraner mehr klar, dass er nicht davon kommen würde.
Einen Augenblick lang schien wieder alles still.
Dann ließ Coel die Waffe sinken.
,, Verschwinden sie.“
Skelaw blieb wo er war.
Er riss die Waffe hoch und jagte eine Kugel knapp an dessen Kopf vorbei.
Skelaw zuckte zusammen, blieb aber weiterhin stehen. Coel zielte aber sofort wieder auf ihn.
,, Und ich warne sie nur einmal. Kommen sie mir, kommen sie Aine, kommen sie irgendjemanden noch mal zu Nahe, dann werde ich nicht mehr zögern.“ , fügte er hinzu.
Der Artheraner nickte nur, während er, seine Schritte beschleunigend, die Straße hinab lief.
Coel ließ ihn nicht aus den Augen, bis er schließlich um eine Straßenecke verschwand.
,, Ich glaube sie haben das richtige getan.“
Er drehte sich langsam zu der bekannten Stimme um und schüttelte nur den Kopf.
,, Nein Martin . Das richtige wäre gewesen ihn auf der Stelle zu erschießen.“
,, Warum haben sie es dann nicht getan ?“ , wollte der Pilot wissen.
,, Vielleicht versteht er es ja irgendwann…“
,, Und das glauben sie immer noch ? Nach all dem ? Er hat sie fast getötet.“
,, Würde ich das nicht mehr glauben“ , erklärte Coel ruhig. ,, würde ich aufhören es zu versuchen. “
,, Die Wunde sollte sich jemand ansehen.“ , bemerkte Martin
Coel nickte nur. Aber er hatte nach wie vor größere Probleme. ,, Ich… ich muss erst mit Aine reden.“ Er machte einen Schritt vorwärts, stellte jedoch fest, dass ihn seine Füße nur unzureichend trugen.
,, Ich schätze ich begleite sie besser.“ , der ihn ohne zu zögern mit einem Arm stützte. ,, Das is ein schlechter Tag zum Sterben.“
,, Ist das nicht jeder Tag ?“ , fragte Coel rhetorisch . ,, Haben sie beim Rat eigentlich was erreicht ?“
,, Vaas und Istarie wollen uns beide unterstützen. Das hat nur… etwas Überredungskunst meinerseits gebraucht.“
,, Überredungskunst hmm ? “
Martin zuckte mit den Schultern. ,, Das wird Darween aber sicher nicht davon abhalten, sich gegen uns zu stellen.“
Coel schüttelte den Kopf ,, Nein.“ Und das brachte ihn wieder zu Elths Drohung zurück. Oder war es ein Angebot? Er wusste es nicht. ,, Aber vielleicht… gibt es da eine Möglichkeit.“
,, Eine Möglichkeit ?“
,, Keine Gute.“ , erklärte er. ,, Ich… ich spare mir die Details. Übrigens danke nochmal.“
,, Wofür ?“ , wollte der Plot wissen
,, Sie haben Skelaw doch vorhin entwaffnet.“
Martin blieb stehen und zwang ihn, der sich immer noch auf ihn stützte, damit das gleiche zu tun.
,, Ich habe sie beide erst gefunden, als sie ihm bereits die Waffe an die Schläfe gehalten habe.“
Coel sah Martin einen Augenblick beunruhigt an, bevor er den Blick langsam über die naheliegenden Gebäude schweifen ließ. Niemand war zu sehen.
,, Irgendjemand hat es aber.“
Langsam, fast unsicher, setzten sie ihren Weg fort. Noch ein Geheimnis. Das hatte grade noch gefehlt. Wenigstens schien es sich hier aber um einen freundlichen Geist zu handeln.