Beschreibung
Alle hacken auf den armen Amis rum... zur Verbesserung der transatlantischen Bözühungen
Lieeeber Onkel Sam,
ich bin seit gestern in den Ferien und habe mir gedacht, ich könnte meinem lieben Onkelchen, das sich so freundlich und umsichtig um mich kümmert, mal wieder ein Kärtchen schreiben.
Onkelchen, es geht mir gut, sicherlich viel besser als dir, du armer alter Schatz! Na-tür-lich habe ich in den letzten Wochen mitbekommen, wie alle Welt auf dir rumhackt und meckert und zetert, und das bloß, weil du uns alle vor den bösen Islamisten beschützen willst! Aber so ist das ja immer- da reibt sich einer Tag und Nacht an, äh auf und liest kilometerlange fremde Mails und hört fremde Telefongespräche ab, obwohl er doch gar keine Fremdsprachen kann! Das muss doch gaaanz schrecklich sein, wenn man wie du jedes deutsche Wort bei leo.org nachschlagen muss, gell? Obwohl du ja mittlerweile sicher weißt, was unser schönes altes Wort„Arschloch“ auf Englisch heißt, newa? Aber mit dem schwäbischen Gruß des Götz, nee, nich George, Berlichingen, da hätteste wohl deine zarten problems: „Mich ergeben!! Auf Gnad und Ungnad! Mit wem redet Ihr! Bin ich ein Räuber! Sag deinem Hauptmann: Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!“ Wir Teuten lieben diesen Gruß, vor allem die Bajuwaren und die Ösis, wenn die sagen: „Ja leckts mi am Oasch“, dann is des freindli gmoant, nachad. Des hoast jetzt fei aa ned verstandn, Burschi, hä?
Aber ich bin da auf eine Jahrhundertidee gekommen: Wir modernen Europäer haben doch alle zuhause mittlerweile tonnenweise Elektronikschrott herumstehen. Wenn ich allein an meine drei alten Laptops und die vier PCs denke... und da hab ich so bei mir gedacht, ich schicke dir das alles mal, da sind ja noch alle Daten drauf und dann brauchst du net mehr zu spionieren und alle haben dich wieder so richtig lieb. Und wenn das alle von dir liebevoll Ausspionierten machen, dann ist etwa Europa ein großes Müllproblem los, denn das habt ja ihr dann! Du siehst, es ist alles nur eine Frage des good will, und Freunde sollten doch immer füreinander da sein, oder?
Eines jedoch möchte ich dir noch ganz im Vertrauen sagen: Du hast doch irgendwo in eurem schönen großen Land, das ihr vor über 200 Jahren den Indianern unterm roten Hintern weg geklaut habt, eine 1:1 Reproduktion des Parthenon aus Athen stehen. Lass es dir von der berühmtesten Thronerbin eines Zeitalters, das ihr Amis ja gar nicht kennen k ö n n t , geflüstert sein: die Antike passt nach Amiland ungefähr so gut wie Vanillesauce auf einen Kuhfladen. Sonst schick ich euch mal die Väter der attischen Tragödie rüber, den Euri Pides und den Soph Okles, und die geben euch dann eins auf den Ödipussi.
Hast mich? Gut so, braver Ami.
So long
Cassy