Wieso ist das alles nur so kompliziert?
Ich war glücklich, wir waren glücklich!
Doch du bist nicht mehr hier.
Ich bin allein, ganz allein!
Ich weinte Stunden, Tage, aber was hat es mir gebracht?
Nichts! Rein gar nichts!
Ich stehe vor den Trümmern meiner großen Illusion!
Wind fliegt
Vogel singt
Lachen klingt
Freiheit siegt
Ich sterbe innerlich
Und doch, doch lebe ich…
Wie Watte meine Beine
Doch besser noch als keine
Die Arme schwach wie Gummi
Hüpf nicht mehr wie ein Flummi
Bin nur noch schlapp und müde
Gereizt, genervt und rüde…
Ich kann nicht mehr
Ich fühl mich leer
Doch siehst du’s nicht
Stiehlst mir das Licht…
Sie hörte ihren eigenen zarten Herzschlag. Bemühte sich darum nicht
auf die blauen Zeichen auf ihrer Haut zu achten.
Sie hatte Durst! Aber sie durfte sich nicht anfassen…
Sie hatten sie schwören lassen, sich nicht zu verletzen…
Und sie brauchte diese verdammten Leute noch…
Ach, sie würden es schon nicht merken!
Ihr Arm schnellte aus der Dunkelheit hervor. Und umklammerte ihren anderen Arm. Sie spürte, wie die Adern unter ihrer dünnen Haut platzten.
Ohne auf etwas anderes zu achten, schlug sie ihre Klinge in die pulsierenden Adern.
Beruhigend lief das süße Blut ihren Arm
hinab.
Während sie ihren Durst besänftigte, überlief sie ein wohliger Schauer.
Wie lange hatte sie darauf verzichten müssen in den letzten Tagen. Doch plötzlich stöhnte sie auf. Sie hatte ein entscheidendes Detail vergessen. Die Uhrzeit… Sie sah in das Gesicht des Mannes, der sich über sie beugte und nach ihrem Arm griff.
Sie versuchte zurückzuzucken, da das Blut doch eine so entspannende Wirkung auf sie hatte. Zu spät bemerkte sie, die zweite Person, die ins Zimmer getreten war. Während sie schon halb wegtrat, realisierte sie die Nadel, die in ihrem Arm steckte.
Langsam wich jegliches Gefühl aus ihrem Körper und ließ nur den alles umfassenden Druck zurück.
Bevor sie das Bewusstsein verlor, bemerte sie nur noch einen Schemen, der auf sie zutrat und irgendetwas um ihren Arm wickelte.
Der Schmerz, er greift nach mir…
Ich fühl mich tot und leer
Dem Druck halt ich nicht stand
So stürze ich vom Rand
Ist es normal, dass ich nicht mehr will
Dass das Rot meinen Arm benetzt?!
Und ich nichts daran ändern will?!
Ist es normal, hab mich wieder verletzt!
Ich schreibe das hier jetzt, weil ich weiß, dass ich es dir niemals sagen werde und doch muss ich es loswerden.
Ich liebe dich und weine innerlich jeden Tag, dass du nicht mehr da bist. Am Anfang war ich sauer und fühlte mich betrogen.
Vielleicht auch verraten…
Aber auf jeden Fall dachte ich damals, du hast mich alleingelassen.
Heute weiß ich, dass du es getan hast und es wolltest!
In den ersten Wochen nach deinem Auszug habe ich täglich geweint, wenn ich an deinem leeren Zimmer vorbeigegangen bin.
Ich dachte, jetzt wäre ich ganz alleine…
Und dann riefst du an und fragtest, ob ich mit dir ins Kino gehen wolle.
Natürlich wollte ich das! Hauptsache ich war wieder bei dir, bei meinem großen Bruder!
So lief es dann ein paar Wochen weiter.
Ich weinte um die Nähe zu dir und irgendwann riefst du wieder an.
Die Stunden, die ich bei dir war, genoss ich sehr, doch Zuhause fehltest du mir hinterher noch mehr.
Ich dachte, du hättest mich verlassen,
dabei warst du da nur ausgezogen.
Heute hingegen fehlst du mir mit jedem Atemzug. Wie sehr wünschte ich, dass alles wieder gut werden würde.
So wie es war, bevor du auszogst. Vielleicht auch so wie in den Wochen danach.
Ich hoffe sehr, dass dieses Wunder irgendwann geschieht, denn so sind wir fast wie Fremde.
Schon früher behandeltest du andere besser als mich, doch dachte ich, dass ist bei Geschwistern eben so…
Heute ignorierst oder verleugnest du mich. Wie viele deiner Freunde wissen bzw. wussten nichts von mir?!
Wenn wir im Bus sitzen, wir beide, sitzt
du hinten und gehst mir aus dem Weg.
Und wenn du doch mal kommst, dann nur mit der Aussage, dass du mich jetzt mal eine halbe Stunde ertragen kannst, da du es ja so lange nicht musstest.
Anrufen tust du gar nicht mehr… Wenn ich dich anrufe, gehst du nicht ran…
Meine SMS beantwortest du nicht…
Weißt du eigentlich, wie weh du mir tust?!
Was habe ich dir denn getan?!
Kann ich etwas dafür, dass mein Erzeuger, so ein riesen Arsch war und missbrauchte?!
Damit habe ich nichts zu tun!
Du konntest vierzehn Jahre mit mir leben, warum jetzt nicht mehr?!
Seit meinem Geburtstag habe ich dich nicht gesehen, wenn man von den kurzen Blicken im Bus absieht… Das war im April… Jetzt haben wir Dezember…
Ob du mich wohl dieses Jahr zu deinem Geburtstag einlädst?! Der ist heute und bisher sieht es nicht so aus… Aber letztes Jahr habe ich ja auch erst drei Monate später erfahren, dass du gefeiert hast mit dem Rest der Verwandtschaft.
Nur mich und Mama grenzt du aus… Willst uns nicht mehr in deinem Leben haben…
Doch wenn wir uns dann mal wieder sehen, bist du so lieb und tröstest mich…
Du hörst mir zu und es ist fast wie
früher, doch dann geh ich nach Hause und bin wieder alleine… Und du, du lässt nichts von dir hören…
Als die Katze vor ein paar Tagen starb, hab ich geweint um sie, doch auch um mehr.
Sie war immer für mich da. Hat mein ganzes Leben hier begleitet. Sie war der letzte Teil zu meinem alten Leben… zu dem auch du gehörtest…
Doch jetzt habe ich ein neues Leben… Das gefällt mir leider gar nicht… Lieblos, kalt und einsam scheint es mir…
Denn fehlen tun die wichtigsten Menschen…
Mama, da sie fast immer arbeitet…
Oma, die jetzt tot ist…
Und du, der mal mein Bruder war,
doch dass jetzt auch verschenkt hat…
Ich hoffe, dass du es bereust… Und deine Meinung änderst…
Dann werden hoffentlich auch meine Tränen irgendwann versiegen können… Die aus Wasser genauso wie die aus Blut…
Manchmal, wenn ich schlafen will,
ist es gar nicht mehr so still…
Euer Gezeter höre ich dann,
wenn ich’s doch nicht abstellen kann…
Müde bin ich dann am nächsten Tag,
weil ich nachts wach im Bette lag…
Und wenn ihr doch mal schweigt,
meine Welt sich zum Abgrund neigt…
Die Tränen tropfen auf die Decke…
Leise, damit ich euch nicht wecke…
Benommen schlüpfe ich hinaus
Will nur raus aus diesem Graus
Kann mich nicht konzentrieren…
Und will doch nicht verlieren…
Ich will nicht untergehen
Und nicht im Leid vergehen…
Doch kann’s so nicht weitergehen…
Und doch wollt ihr’s nicht sehen…
Wozu das Licht noch sehen
Wenn eh alle vergehen
Wozu die Furcht vertreiben
Wenn doch die Ängste bleiben…
Wozu noch Stärke zeigen,
wenn wir uns zum Ende neigen…
Wozu noch leben,
wenn man nicht kann vergeben?!
Viele hier die Welt verderben,
drum heißt der Ausweg nur noch sterben!
Stimmen kriechen durch die Nacht
Greifen nach Körper, Herz und Seel‘
Eine ruft ganz zart und sacht
Doch versinkt sie nur im tiefen See…
Manchmal hüpft das Herz ganz schnell
Und schnell verklingt der letzte Schlag
Manchmal leuchtet das Licht so grell
Dann erhebt ein jeder laute Klag…
Ungefallene Tränen
Unerkanntes Sehnen
Worte, die verletzen
Blicke, die mich hetzen
Ungehörtes Flehen,
einmal frei zu gehen,
zu atmen freie Luft,
die über dieser Kluft
Ängste greifen nach dem Herz
Und ertränken es in Schmerz
Langsam sinkt das Leben nieder
Die Schreie erklingen immer wieder
Blut spritzt an die Wände
Blutbefleckte Hände…
Tränen fallen auf die Erde
auf das nichts ist und das nichts werde
Verklingen wird die Not,
doch bleiben wird der Tod
Schmerz, der mir den Atem raubt
Und nicht an die Hoffnung glaubt
Angst, die meinen Körper quält
Und mir so die Zeit stehlt
Liebe brennt
Flammenmeer
Seele rennt
Will nicht mehr
Eis, das bleibt
Seelenlos
Was uns treibt
wird wertlos!