Romane & Erzählungen
NaNoWriMo 2012: ZION (5)

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"NaNoWriMo 2012: ZION (5) "
Veröffentlicht am 09. November 2012, 28 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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NaNoWriMo 2012: ZION (5)

NaNoWriMo 2012: ZION (5)

Beschreibung

So langsam wisst ihr ja, worum es geht.

4.

Benedict

Ich reagierte mit einem freundlichen Lächeln.

„Aber hey, Benedict. Du siehst wirklich nicht gut aus, verzeih mir die Bemerkung. Du weißt schon, dass du mit mir über alles reden kannst, nicht wahr? Hast du irgendwelche Sorgen?“

„Meine Güte“, lachte ich, während ich mir ein Stück Spargel in den Mund schob. „Du bist ja schon wie Mutter. Nein, ich habe keine Sorgen, ja? Vielleicht bin ich ein wenig gestresst, das ist alles. Aber ich habe keine Sorgen. Weder schulische, noch studentische, noch sexuelle oder sonst was.“

„Okay, okay“, lachte mein älterer Bruder. „Man will ja nur mal fragen.“

Wie ich diesen Ton hasste. Nein, ich kannte ihn viel zu gut. Er wollte mich nicht fragen, wie es mir ging – als ob ein Alexander von Truchersheim ernsthaft daran interessiert war! Nein, viel mehr wollte mein älterer Bruder wissen, ob ich schon von der Kingscross runter geflogen war oder immer noch weiter studieren durfte, dessen war ich mir ziemlich sicher.

Unser Verhältnis war angespannt, schon immer gewesen; diese Anspannung war immer präsent und würde auch nie von heute auf morgen verschwinden, hatte ich bereits für mich fest gemacht. Da konnte Alexander mich mit so viel Small Talk voll labern, wie er wollte. Ich wusste für mich: Es ging einfach nicht. Warum, das hatte ich mich auch schon gefragt.

Warum war dein Verhältnis zu deinem älteren Bruder nicht gerade gut, Benedict, aber auch nicht gerade schlecht? Das aberwitzigste war: Ich wusste es selbst nicht. Vermutlicherweise steckte ein kalter Krieg dahinter; wie zwischen den Hohensteins und den Truchersheims. Mit dem einzigen Unterschied, das unser kalter Krieg nicht offensichtlich war. Viel mehr war es ein Konkurrenzkampf unter Brüdern – um mehr Anerkennung der Familie, die uns beiden tierisch wichtig war.

„Sagen Sie mal, Benedict und Alexander.“

Es war so weit. Die Erbgroßherzogin sprach höchstpersönlich mit uns, während sie leicht gelangweilt in ihrer Tomaten-Basilikum-Suppe löffelte und sich mit ihr scheinbar nicht recht anfreunden konnte. „Pflegen Sie eigentlich noch Kontakt zu Constantin? Vor allem Sie möchte ich das fragen, Benedict. Das ist ja wirklich eine interessante Sache, die ihr Zwillingsbruder da betreibt.“

Schweigen.

Zu meinem absoluten Erschrecken bemerkte ich, dass sich die kleinen Schweißperlen nicht mehr nur auf meinem Handrücken bildeten, sondern auch auf meiner Stirn. Auf meinen Handinnenflächen. An den Schläfen.

Sie waren überall.

Das war eine Charaktereigenschaft, die ich nicht von meinen Eltern geerbt hatte: Diese Schlagfertigkeit. Nein, wenn mich unangenehme Fragen überrannten stand ich regelmäßig da wie bestellt und nicht abgeholt, wie mein Großvater – Gott habe ihn selig – jetzt wieder fabuliert hätte.

Immer noch Schweigen. Nicht nur in unserer Ecke, sondern am kompletten Galatisch. Nicht einmal ein Glas hörte ich noch klirren, kaum hatte jemand den Namen Constantin erwähnt. Mein Zwillingsbruder. Mein Zwillingsbruder, zu dem ich lange keinen Kontakt mehr hatte. Haben sollte. Haben durfte.

Ich war froh, als Alexander sich räusperte. Er schlug die Beine übereinander und lächelte in Richtung der Erbgroßherzogin.

„Nun, Frau Erbgroßherzogin. Wenn Sie das wirklich interessant finden, welcher beruflichen Tätigkeit mein jüngerer Bruder nachgeht und vor allem wo er wohnt…“ Alexander hielt inne und lachte. Als einziger. Wurde angestarrt von allen Gästen. Lachte immer noch. Lachte lauter.

Plötzlich ein lautes Lachen im ganzen Saal.

„Die lachen über… Constantin?“, fragte ich bei ihm sicherheitshalber leise nach.

„Worüber denn sonst, Benedict?“, antwortete er und lachte immer noch laut. „Darüber kann man wohl nur lachen, wenn er meint, er müsse sein Leben lang alten Leuten den Arsch abwischen, oder?“

Wieder ertönte ein Lachen im ganzen Saal und ich war froh, als der Hauptgang reserviert wurde. Zur Auswahl standen an dieser Stelle rosa gebratene Entenbrust auf Wallnusssauce an Kartoffelplätzchen und Broccoli oder Schweinefilet mit Pfifferlingen in Kräuterrahmsoße mit Nudeln und Zucchini. Ich hatte mich für letzteres entschieden.

Immer noch lachten vereinzelt Leute über Constantin, während ich versuchte, das Schweinefilet in mich rein zu würgen. Mir war deutlich der Appetit vergangen und ich verzog mich auf die Toilette.

„Entschuldigen Sie mich bitte kurz“, nickte ich und ging zügigen Schrittes zu den Sanitäranlagen. Mir war schlecht, aber das war ja bekanntlich nichts Neues.

Die Frage nach meinem eineiigen Zwillingsbruder war definitiv zu viel und das gab mir meine Nase deutlich zu spüren. Ich hatte Nasenbluten, wie immer, wenn mich etwas belastete oder zu sehr aufregte. Genervt beugte ich mich mit Unmengen von Papiertaschentüchern nach vorne in ein Waschbecken und schloss die Augen.

Entspann dich, Benedict. Es ist nichts passiert. Die Erbgroßherzogin von Traubing hat lediglich nach Constantin gefragt. Nichts weiter. Ist das nicht normal? Schließlich ist er dein Bruder.

Nein, normal war das nicht. Die Erbgroßherzogin von Traubing, wohl um die Geschichte um Constantin betreffend wissend, hatte böse Absichten. Schon immer gehabt. Anders konnte ich mir nicht erklären, warum sie ausgerechnet mich nach meinem Zwillingsbruder fragte.

Ja, Constantin tat mir Leid, sehr sogar. Wir waren Zwillinge und oftmals konnte ich die kitschigsten Sachen über eineiige Zwillinge lesen, über die andere sich aufregten – bei uns beiden stimmte es, konnte ich zumindest für meine Seite behaupten.

Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren hatten wir uns nicht mehr gesehen – seit unserem Abitur also. Und seit dem Moment, in dem Vater mit der Faust mehrmals auf den Tisch geschlagen hatte, weil Constantin mit seinem Einserabitur es nicht einsah, zu studieren. In Vaters Augen noch viel schlimmer: Mein Zwillingsbruder hatte ein anderes Berufsfeld für sich in Angriff genommen und ließ sich nicht davon abbringen, eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu beginnen. Selbst Vaters Bestechungsversuche an die Krankenhäuser, ihn gegen Millionen von Spenden nicht auszubilden, waren vergebens. Und als Constantin davon erfahren hatte, hatte er endgültig mit Vater und der Familie gebrochen.

Seitdem hatte ich nie wieder etwas von meinem Bruder gehört. Ich wusste nicht, wo er arbeitete. Ich wusste nicht, wo er wohnte. Ich wusste nicht, wie er aussah.

Geschweige denn wusste ich nicht, ob er überhaupt noch lebte.

Nachdem mein Nasenbluten den Geist aufgegeben hatte, begab ich mich wieder von den Sanitäranlagen in den Essenssaal und lächelte höflich, als ich mich wieder zu Tisch begab.

„Na, ich hoffe, die Erbgroßherzogin hat dich nicht zu sehr in Verlegenheit gebracht?“, fragte Alexander leise und deutete auf meine Mousse au Chocolate.

„Ach Quatsch. Ich musste mich nur gerade frisch machen“, antwortete ich ohne ihn anzusehen.

„Na das sieht man. Mensch, Bruderherz. Die solltest dich mal ein paar Tage lang ausruhen, damit du wieder fit wirst.“

Einen Moment lang wusste ich nicht, ob Alexander ernst mit mir redete, oder ob er sich wieder über mich lustig machen wollte. Ich entschied mich dann aber für ersteres.

„Ich mein das ernst, Benedict“, meinte Alexander noch einmal und bekräftigte nickend. „Ich sehe doch, wie erschöpft du bist.“

„Dann scheinst du dich zu täuschen, Alex“, log ich. „Es geht mir gut, zum tausendsten Mal. Danke der Nachfrage.“

„Wie du meinst.“

Ich löffelte lustlos meine Mousse au Chocolate und hörte den anderen beim oberflächlichen Small Talk zu. Ich erfuhr, wer jene Aktien gekauft hat, ich erfuhr, wer wen mit wem betrogen hatte, ich erfuhr, wer von wem schwanger war.

Und von meinen Eltern erfuhr ich nichts, was meinen Bruder Constantin betraf.

„Kommst du kurz mit, Benedict?“, fragte Alexander mich, ich war in Gedanken versunken.

„Meinetwegen“, meinte ich, in Gedanken versunken nickte ich und stand auf, nachdem ich mich kurz entschuldigt hatte.

Alexander legte seine Hand auf meinen Rücken, um mich noch schneller aus dem Restaurant hinaus zu befördern.

„Hey, Bruder, was stimmt nicht mit dir?“, fragte er draußen und steckte sich eine Zigarette an.

„Wie?“, lachte ich – um das Thema abzulenken. „Ich dachte, du rauchst nicht mehr?“

„Muss ja Vater nicht gleich wissen“, entgegnete er. „Und lenk nicht ab. Was ist los bei dir? Ich finde, wir beide haben uns schon lange nicht mehr richtig gut unterhalten, oder? Also erzähl.“

„Oh. Schön, dass dir das jetzt einfällt. Und dann suchst du dir ausgerechnet ein Galadinner unserer Eltern dazu aus, um mit deinem jüngeren Bruder zu quatschen? Halleluja.“

Alexander verdrehte die Augen. „Ich weiß, es tut mir ja auch Leid. Mir ist wohl aufgefallen, dass es zwischen uns nicht so geschmiert läuft, wie es bei Brüdern eigentlich laufen sollte.“

„Allerdings“, gab ich zu Protokoll.

„Wollen wir das nicht ändern?“

„Jetzt?“

„Jetzt oder nie.“

„Dann frag mich aber nicht so, was ist mir ist, als wenn das hier ein Verhör wäre, okay?“, kam es sauer von meinen Lippen.

„Verzeihung. Mir ist aber schon die ganze Zeit aufgefallen, dass mit dir was nicht stimmt. Also, Benedict?“

„Aha. Und woran, wenn ich fragen darf?“

„Soll das ein Witz sein?“ Alexander musste lachen. „Dafür muss man dich nur ein mal anschauen und man sollte wissen, dass es dir nicht gut geht. Es läuft nicht bei dir, richtig?“

Ich antwortete nichts.

„Aha.“ Mein Bruder nickte bekräftigend. „Die Weiber? Anja, richtig?“

Ich nickte. Und das war nicht gelogen. Anja war es auch, ja. Sie war schließlich diejenige, die mich jeden Morgen vor meinem Schließfach daran erinnerte, dass ich kurz davor war, von der Hochschule geschmissen zu werden, auf der Mein Großvater, Vater und Alexander das BWL-Studium mit Leichtigkeit abgeschlossen hatten.

„Macht sie Terror?“, fragte er wieder, dabei immer wieder seinen Kopf zum großen Haupteingang drehend. „Keine Angst. Uns hört hier keiner. Wir sind vollkommen allein.“

„Terror ist gut“, seufzte ich.

„Aha. Sie macht dich fertig.“

„Ach!“

Was nahm Alexander sich eigentlich wieder heraus? Dachte er im Ernst, sein Bruder würde sich von einer Frau fertig machen lassen? Ja. Und ja, gewissermaßen hatte er ja auch nicht Unrecht. Aber wie genau Anja das versuchte, konnte ich ihm natürlich nicht sagen.

„Meine Güte“, ächzte Alexander und hustete. „Sorry, habe wohl doch schon lange keine mehr geraucht. Jedenfalls scheint sie ja ein echtes Teufelsweib zu sein!“

„Schön, dass du das auch mal bemerkst.“ Ich rollte mit den Augen. „Aussehen ist eben doch nicht alles, nicht wahr, Alex?“

„Ja, ja, schon gut. Obwohl ich dir damals ja schon gern einen Arschtritt verpasst hätte, als du sie in den Wind geschossen hast. Anscheinend ist ja immer noch sauer. Und vielleicht verliebt? In Dich?“

„Sauer? Ha!“ Ich musste lachen – fast ein bisschen panisch. „Die macht Terror. Erst heute Morgen in der Uni wieder!“

Halt dich zurück, Benedict. Bloß nicht zu viel verraten, dachte ich im Stillen bei mir.

„Soll ich sie mal… Nein, das käme auch blöd“, meinte er.

„Das wollte ich gerade sagen. Aber danke, gegen die Hohlformation kann ich mich selbst wehren.“

Augenblicklich bereute ich das, was ich gesagt hatte. Anja war eine Hohlformation? So ganz stimmte das nicht, jedenfalls nicht in der Uni.

„Mensch…“Alexander schluckte. „Anja ist ja wirklich ätzend.“

Ich verdrehte die Augen. „Ja. Schön, dass du das auch gemerkt hast. Sehr beruhigend für mich.2“

Alexander nickte und führte mich zur Bank vorm Haupteingang.

„Setzen wir uns doch, Benedict.“ Er deutete auf die Bank und wir setzten uns.

„Ist Anja denn dein einziges Problem?“

Ich schluckte. Sollte ich meinem Bruder die Wahrheit sagen, wenn er sie nicht bereits wusste und mich auf die Probe stellte?

Dann entschied ich mich für die einzige richtige Antwort. „Nein.“

Stille.

„Aha“, kam es von den Lippen meines Bruders. „Madrid hat dich fertig gemacht, stimmt’s?“

Ich spürte, wie meine Wangen glühten. Vor meinem Innersten sah ich nur ein Wort immer wieder rot aufblinken: Burnout.

„Benedict? Was ist los?“

„Nichts“, entgegnete ich. „Nichts. Madrid war gut. Und vor allem besseres Wetter als hier“, gab ich lächelnd zurück.

„Na dann.“

„Na dann“, wiederholte ich – etwas erleichtert. „Wollen wir wieder rein? Das wird ja schon unverschämt gegenüber den Gästen.“

Ich stand auf und achtete nicht auf Alexander, sondern fragte mich, was das Verhör meines Bruders mir gegenüber sollte. Denn ich wusste, er konnte nicht einfach nur aus reinem Interesse mir gegenüber nachgefragt haben. Alexander war zu egozentrisch, um sich um seine Mitmenschen zu kümmern, deshalb war jede seiner Fragen mir gegenüber ein ausgeklügelter Schachzug.

„Entschuldigung“, nickte ich galant und setzte mich wieder zu Tisch. Gott sei Dank hatte man mir meinen Dessert bereits weggeräumt, denn nach diesem Gespräch war mir wahrhaftig der Appetit vergangen.

Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Sie gehörte meinem Vater.

„Geht’s dir gut, Benedict?“

Ich nickte bekräftigend.

„Alexander klang etwas besorgt. Deshalb möchte ich es gern aus deinem eigenen Mund hören, dass alles gut bei dir ist.“

Ich kochte innerlich und drohte, zu platzen. Dafür wollte er mich aushorchen. Alexander wollte bei Vater besser dastehen als ich es tat – wie immer. Constantin hatte er ja bereits erfolgreich aus dem Rennen geschickt, indem er mit dessen ehemaliger bester Freundin geschlafen hatte und ihn Tag für Tag aufs Neue bloßstellte – jüngst auf dem heutigen Galadinner, als die Erbgroßherzogin Traubing meinen Zwillingsbruder wieder ins Gespräch gebracht hatte.

Vater tippte mich an.

„Benedict?“

„Alles gut.“ Ich drehte mich um und nickte, um meine Aussage noch zu bekräftigen.

„In Ordnung. Wenn wir uns heute nicht mehr über den Weg laufen sollten, sehen wir uns sicher am Wochenende in der Firma, ja?“

Ich nickte.

In der Firma. Wie immer also. Für ihn gab es theoretisch nur diesen einen Ort und praktisch ebenso. Als ich nickte, bewegte er sich lächelnd von mir fort und begleitete zwei Geschäftspartner zur Tür.

Gleich ist es geschafft. Gleich kannst du nach Hause.

Ich zuckte zusammen, als die große Wanduhr im Saal zwanzig Uhr schlug.

Endlich.
Lange genug hatte ich es hier im „Velvet“ zwischen all den Schnöseln ertragen. Jetzt war es an der Zeit nach Hause zu fahren, schließlich hatte ich noch Vorträge vorzubereiten und es waren stolze drei Stück an der Zahl. Kurzerhand überlegte ich, ob ich in die Villa meiner Eltern oder in meine Eigentumswohnung fahren sollte, entschied mich dann aber doch für letzteres und stand schnell vom Stuhl auf, ohne dass mich jemand ansprechen konnte. Anscheinend nicht zu schnell.

„Willst du etwa schon weg?“

Alexanders blonde Begleitung. Das hätte ich mir auch denken können. Erst jetzt sah ich erstmals frontal in ihr Gesicht und musste spontan schmunzeln. Sie entsprach genau dem Beuteschema meines älteren Bruders. Hellblondes Haar bis zum Hintern; schwarze, lange Wimpern, die ihre fast giftgrünen Augen noch mehr zur Geltung brachten und eine Wespentaille.

„Doch, doch“, lächelte ich höflich, aber bestimmt.

„Schade. Wir haben uns noch gar nicht bekannt gemacht, oder?“, fragte sie. Dann stand sie auf und reichte mir ihre Hand. „Alice.“

„Schöner Name. Benedict“, stellte ich mich vor.

Erst jetzt fiel mir auf, dass sie in ihren Stilettos ungefähr so groß wie ich war. Und das waren immerhin gute 190 Zentimeter.

„Nun, Alice, ich bin mir sicher, wir werden noch eine angenehme Gelegenheit finden“, lächelte ich. „Einen angenehmen Abend wünsche ich Ihnen noch.“

„Danke gleichfalls.“

Ich schob meinen Stuhl wieder an den Tisch und verabschiedete mich noch einmal, während ich parallel dazu betete, dass ich Alex nicht über den Weg laufen würde, bis ich in meinem Auto saß.

Geschafft. Erleichtert lehnte ich meinen Kopf gegen den Sitz und schloss die Augen. Es war kälter geworden, spürte ich jetzt und ich knöpfte mir meine Anzugjacke noch mehr zu. Am liebsten wäre ich augenblicklich eingeschlafen und ich konnte es kaum noch abwarten, bis ich endlich in meiner eigenen Wohnung war und mich auf das Bett fallen lassen konnte. Morgen hatte ich Gott sei Dank nur relativ kurz Uni, deshalb freute ich mich bereits jetzt auf den morgigen Tag.

Schlafen. Nur schlafen. Schlafen, ausruhen und essen.

So gestaltete ich meinen Tagesablauf am Wochenende, wenn ich nicht lernen konnte. Und damit meinte ich nicht, wenn ich verhindert war, sondern einfach, wenn ich nicht konnte, weil ich so müde war – und das kam nicht selten vor. Ich war erleichtert, dass ich Alexander nicht die komplette Wahrheit über mich erzählt hatte. Klar machte Anja Terror – aber das war nur die Spitze des Eisbergs, wie man so schön fabulierte. Natürlich hatte ich Madrid ausgelaugt und ich hatte mich sogar kurzzeitig bei dem Gedanken erwischt, dass das BWL’er-Leben nichts für mich sei. Das schlug ich mir natürlich sofort wieder aus dem Kopf. Generell fragte ich mich in letzter Zeit, warum immer ich der Loser in unserer Familie sein musste. Mein Großvater hatte das Masterstudium in BWL als Bester seines Jahrgangs abgeschlossen, mein Vater tat ihm gleich und mein älterer Bruder Alexander tat der Kette des Erfolges keinen Abbruch. Vater war sehr stolz auf ihn, das rieb er mir oft genug unter die Nase. Oft fragte ich mich, was er damit bezwecken wollte, wo er doch so beteuerte, mich nicht unter Druck setzen zu wollen. Er sei sich ja so sicher, dass ich das auch so schaffen würde.

Natürlich, hatte ich damals geantwortet. Natürlich schaffe ich das auch so und schließe das Studium als Bester meines Jahrgangs ab. Mittlerweile hatte ich es mit einem 0,7er Abitur ohne Zweifel geschafft, an der Kingscross angenommen zu werden, doch ich zweifelte schon jetzt – und ich hatte noch nicht einmal meinen Bachelor – dass ich das alles so schaffen würde, wie ich es mir vornahm.

Kurzerhand startete ich meinen Wagen, da ich sonst befürchtete, einzuschlafen und in einen traumlosen Schlaf zu fallen; ergo am morgigen Tag nicht in der Uni zu erscheinen, weil ich so erschöpft war. Obwohl Galadinner nie sonderlich anstrengend waren, war ich ausgelaugt. Der oberflächliche Small Talk mit Vaters und Mutters Geschäftspartnern, Freunden (sie nannten sie zumindest so) und sonstigen Kontakten und ein paar Verwandten war fürchterlich. Schlimmer war es jedoch, wenn man sich den nur anhören und nicken konnte und nichts dazu sagen konnte.

Ja, ich redete da aus eigener Erfahrung.

Und ein aberwitziger Autofahrer riss mich tatsächlich aus meinem Sekundenschlaf, da er mir die Vorfahrt raubte und sich danach kräftig wegen der lauten Hupe meines Maseratis erschreckte.

Meine Güte, Benedict. Wach auf.

Wenig später bog ich in die Hauptstraße zu ein und war dank der aktuellen Verkehrslage (was denn auch sonst, ich hatte doch kein Glück!), zwanzig Minuten später zu Hause.

Gerade als ich meine Wohnungstür aufschloss, schlug die große, hölzerne Wanduhr 21 Uhr. Ich stöhnte.

Nein. Warum nur so spät?

Dann zog ich meine Anzugjacke vor dem großen Wandspiegel aus und betrachtete mich in eben diesem. Wenigstens waren meine Augenringe dank des megateuren Abdeckstiftes, den ich noch vor ein paar Stunden benutzt hatte, nicht mehr zu sehen. Ich war erstaunt, da ich in diesem Moment bemerkte, dass Mutter recht hatte: Ja, ich hatte abgenommen. Man sah es deutlich im Gesicht, das auch mir viel schmaler als sonst erschien.

Deshalb schlenderte ich kurzerhand in mein Badezimmer und die Waage, auf die ich mich sonst nie stellte, sondern sie nur zur Dekoration im Badezimmer stehen hatte, bestätigte es: Ich wog sieben Kilo weniger.

Noch weniger, dann kippst du um, Benedict!

Ich konnte mich genau an Mutters Worte bei meinem letzten Besuch zu Hause erinnern.

Sieh dich mal an, Junge! Hast du Sorgen? Du weißt, dass du immer mit mir reden kannst, wenn du möchtest! Bitte!

Immer mit ihr reden, dachte ich in diesem Moment wieder. Schön wär’s. Unter „immer mit mir reden“ verstand meine Mutter die Momente, in denen sie sich nicht in der Firma befand und das waren geschätzte 7 Stunden am Tag. Und fünf schlief sie davon. Naja, mindestens. Hoffte ich zumindest, aber wenn sie es nicht tun würde, sähe sie vermutlich noch schlechter und ausgelaugter als ich aus.

Und die restlichen zwei Stunden, die nach dieser mehr oder weniger logischen Rechnung aufbleiben würden, die musste Mutter zu Hause verbringen und angeblich mit vielen Kunden telefonieren. Man konnte sich ausrechnen, wie viel Zeit da bekanntlich noch für privates verblieb: Keine.

Ich ging wieder zurück ins Wohnzimmer und schmiss meine Krawatte auf einen Hocker. Dann knöpfte ich mir mein Hemd auf. Ich schwitzte. Unaufhörlich. Und ich wusste nicht, wieso. Im Winter wurde mein Asthma regelmäßig schlimmer und deshalb durfte ich mich besonders dann nicht viel stressen, also legte ich mich längs auf mein Sofa und massierte meine Schläfen.

Kurz setzte ich mich auf, streifte das Hemd über die Schultern, schmiss es neben die Krawatte auf den schwarzen Lederhocker und ließ mich wieder auf das Sofa fallen, nachdem ich mir ein Seidenkissen unter den Kopf gelegt hatte. Mein nackter Oberkörper war so nass, wie als wenn ich mich geduscht hätte. Ein Grund mehr zur Sorge, dachte ich, und hatte in diesem Moment ernsthaft vor, mich morgen nach der Uni zum Arzt zu schleppen – wenn ich es denn schaffen würde und mich nicht der Erschöpfungszustand übermannte.

Bevor Sie fragen: Ja, die Warnung der Ärzte nahm ich inzwischen ernst, denn ich hatte recherchiert und herausgefunden, dass Burnout in meinem Alter zwar ungewöhnlich war, aber dennoch vorkommen konnte. Und mit einundzwanzig Jahren der Totalerschöpfung und vermutlich damit einhergehenden Depressionen zu verfallen, war zu viel für meines guten. Viel zu viel. Deshalb nutzte ich jede mir zur Verfügung stehende Freizeit und ruhte mich aus, probierte einmal nicht an Umsatzrentabilität, Marketing oder was weiß ich zu denken – was natürlich gar nicht so einfach war. Typisch Kingscross eben, wie man so schön sagte. Ich drehte mich zur Seite, legte mir die zum Kissen passende Decke über und es dauerte nicht lange, bis ich in einen traumlosen Schlaf fiel, der mich erst am nächsten Morgen wieder aufwecken sollte.

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MysticRose Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 16:35 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 16:32 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 16:30 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 16:23 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 15:54 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 15:10 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-) Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D

Also ich wette, es ist nicht möglich. :-D Wir haben damals unsere Oberstreberin damit verscheißert, dass sie wohl auf ein 0,7-Abi zustrebe. ;-)


Jetzt echt? Warte. Ich suche den Link.

Ja, such mal. Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht geht. Bei uns ging es nicht. Das weiß ich, weil ich damals einen Abiturnoten-Rechner programmiert hatte.


Theoretisch geht das ja auch wirklich nicht, weil auf dem Zeugnis nichts besseres als eine 1,0 steht oder stehen kann. Aber wenn alle Noten fünfzehn Punkte sind, dann ist das de facto ein besseres Ergebnis als 1,0 :-) Äh, warte. Link kommt noch. Oder so.
UPDATE: http://www.sueddeutsche.de/karriere/bester-abiturient-im-interview-abi-mit-aber-keinen-studienplatz-1.1050439
Er hier ist so 'n Beispiel.

Krass. Bei uns ging das nicht. Überall 15 Punkte wären Maximalpunktzahl für 1,0 gewesen. Was ja auch logisch ist. Alles andere wäre Quatsch. Aber interessant zu wissen, dass das anderswo so geht. Danke schön!


Na, aber hallo, als ob ich JEMALS einen Logikfehler in meinem Roman hätte :-) :-D
Vor langer Zeit - Antworten
PhanThomas Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 16:32 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 16:30 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 16:23 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 15:54 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 15:10 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-) Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D

Also ich wette, es ist nicht möglich. :-D Wir haben damals unsere Oberstreberin damit verscheißert, dass sie wohl auf ein 0,7-Abi zustrebe. ;-)


Jetzt echt? Warte. Ich suche den Link.

Ja, such mal. Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht geht. Bei uns ging es nicht. Das weiß ich, weil ich damals einen Abiturnoten-Rechner programmiert hatte.


Theoretisch geht das ja auch wirklich nicht, weil auf dem Zeugnis nichts besseres als eine 1,0 steht oder stehen kann. Aber wenn alle Noten fünfzehn Punkte sind, dann ist das de facto ein besseres Ergebnis als 1,0 :-) Äh, warte. Link kommt noch. Oder so.
UPDATE: http://www.sueddeutsche.de/karriere/bester-abiturient-im-interview-abi-mit-aber-keinen-studienplatz-1.1050439
Er hier ist so 'n Beispiel.

Krass. Bei uns ging das nicht. Überall 15 Punkte wären Maximalpunktzahl für 1,0 gewesen. Was ja auch logisch ist. Alles andere wäre Quatsch. Aber interessant zu wissen, dass das anderswo so geht. Danke schön!
Vor langer Zeit - Antworten
MysticRose Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 16:30 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 16:23 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 15:54 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 15:10 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-) Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D

Also ich wette, es ist nicht möglich. :-D Wir haben damals unsere Oberstreberin damit verscheißert, dass sie wohl auf ein 0,7-Abi zustrebe. ;-)


Jetzt echt? Warte. Ich suche den Link.

Ja, such mal. Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht geht. Bei uns ging es nicht. Das weiß ich, weil ich damals einen Abiturnoten-Rechner programmiert hatte.


Theoretisch geht das ja auch wirklich nicht, weil auf dem Zeugnis nichts besseres als eine 1,0 steht oder stehen kann. Aber wenn alle Noten fünfzehn Punkte sind, dann ist das de facto ein besseres Ergebnis als 1,0 :-) Äh, warte. Link kommt noch. Oder so.
UPDATE: http://www.sueddeutsche.de/karriere/bester-abiturient-im-interview-abi-mit-aber-keinen-studienplatz-1.1050439
Er hier ist so 'n Beispiel.
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PhanThomas Re: Re: Re: Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 16:23 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 15:54 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 15:10 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D

Also ich wette, es ist nicht möglich. :-D Wir haben damals unsere Oberstreberin damit verscheißert, dass sie wohl auf ein 0,7-Abi zustrebe. ;-)


Jetzt echt? Warte. Ich suche den Link.

Ja, such mal. Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht geht. Bei uns ging es nicht. Das weiß ich, weil ich damals einen Abiturnoten-Rechner programmiert hatte.
Vor langer Zeit - Antworten
MysticRose Re: Re: Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 15:54 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 15:10 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D

Also ich wette, es ist nicht möglich. :-D Wir haben damals unsere Oberstreberin damit verscheißert, dass sie wohl auf ein 0,7-Abi zustrebe. ;-)


Jetzt echt? Warte. Ich suche den Link.
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PhanThomas Re: Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 15:10 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

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Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D

Also ich wette, es ist nicht möglich. :-D Wir haben damals unsere Oberstreberin damit verscheißert, dass sie wohl auf ein 0,7-Abi zustrebe. ;-)
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MysticRose Re: Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:41 Uhr)
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.


Das ist wirklich möglich. Hoffe ich. Und wenn nicht, äh naja, er hat halt ein Streber-Abitur. Reicht ja, oder? :-D
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PhanThomas Re: Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von MysticRose am 14.11.2012 - 14:39 Uhr)
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

Liebe Grüße
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Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)

Also ich kenn das so, dass, wenn man ein Abitur macht, es eine Maximalpunktzahl gibt. Die bedeutet dann 1,0. Ein paar Punkte darf man drunter liegen, dann kommt 1,1 usw. Von einem 0,x-Abitur habe ich noch nie gehört. Aber das mag in anderen Bundesländern ja möglich sein.
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MysticRose Re: Das mit den ... -
Zitat: (Original von PhanThomas am 14.11.2012 - 14:24 Uhr) ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

Liebe Grüße
Thomas



Hi Thomas!
Danke mal wieder für den Kommentar! Ein 0,7er Abitur ist tatsächlich und de facto möglich, auf dem Zeugnis steht aber "nur" die 1,0. Einen besseren Schnitt kriegt man, wenn man überall auf glatten fünfzehn Punkten steht, stehen wird, gestanden hat, wie auch immer.
Mein ehem. Lateinlehrer hatte auch einen Schnitt von 0,9. Äh, sagt er zumindest.
Und Alice kommt noch mal wieder :-)
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PhanThomas Das mit den ... - ... Diplomen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber wie kriegt man bitte ein 0,7-Abi? Das geht doch gar nicht oder gibt es so was irgendwo? Ah, und diese Formulierung "... war zu viel für meines guten.", die gibt's doch so nicht. Entweder "zu viel für meinesgleichen." oder "zu viel des guten.", aber kein Mischmasch.

Ansonsten hat mir das Kapitel sehr gefallen, weil diese Familienrangeleien schön herauskamen. Das wirkt auch wirklich glaubwürdig. Schade, dass du diese "Alice" wieder abgesägt hast. Ich bin mir sicher, dass der Charakter noch mal auftaucht, aber sie sprang hier doch etwas zu fix durch die Geschichte. Da fehlt ein bisschen was. Aber das war's auch schon. :-)

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