Einleitung
Ich fühle mich zu dir hingezogen...
heimweh nach dir
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"Steig ein!", deine Stimme lässt keinen Widerspruch zu. Ich öffne die Autotür und setze mich auf den Beifahrersitz. So nah neben dir, wie oft habe ich mir genau das gewünscht? Sicher würdest du mir gleich wieder eine Predigt halten, was ich in den letzten Tagen nicht hätte sagen sollen. Du siehst mich fragend an: "Also, was ist los mit dir?" Dieses Gespräch wird Klarheit bringen. Endlich kann ich dir meine Liebe gestehen, doch ich bringe keine Silbe über meine Lippen, Natürlich nicht, ich will mich nicht verwundbar machen.
Geduldig wartest du, bis ich mein Schweigen breche. "Was soll denn los sein? Mich interessiert, was mit dir los ist und warum du mich ständig wütend anfährst, wenn ich auch nur die Andeutung eines Kommentars zu deinen Worten mache?" Anders als erwartet, bleibst du ganz entspannt. Vorsichtig blinzle ich zu dir rüber, um dir in die Augen sehen zu können.
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Sie strahlen und mein Herz beginnt, wie wild zu schlagen. Im Grunde brauche ich gar nichts sagen, denn meine Gefühle waren offensichtlich. Mit leiser Stimme versuchst du, die Situation zu entspannen: "Du kannst mir vertrauen." Verblüfft über diese Sanftheit, bricht es aus mir heraus: "Sei nur nicht so nett zu mir, sonst verliebst du dich am Ende noch in mich!" "Was habe ich gerade gesagt?" Das macht doch überhaupt keinen Sinn.
Schnell drehe ich den Kopf zur anderen Seite und starre vor mich hin. Deine Antwort trifft mich mitten ins Herz:"Das könnte ich gar nicht, selbst, wenn ich es
wollte!" Ich halte den Atem an und das Blut rauscht in meinen Ohren. "...selbst, wenn ich es wollte, wollte!", hallt es in mir wider. Wie kannst du Gefühle steuern, sie beeinflussen, lieben wollen, denke ich. Für mich hört sich das nach klarer Ablehnung an. Meine Augen füllen sich mit Tränen und ich fühle mich wie verstoßen.
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War es denn so furchtbar, mich zu lieben, so unmöglich? Sekunden sitzen wir schweigend nebeneinander. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Dann höre ich dich sagen: "...weil ich es schon bin." Immer noch verletzt von deinen Worten, antworte ich: "Schön, dann weißt du ja, wie es ist." Ich wage nicht, dich anzusehen und kämpfe mit den Tränen. "Warst du schon mal verliebt?", willst du von mir wissen." Was für eine Frage?" "Nein, so richtig mit Schmetterlingen im Bauch, nicht."
Das war nicht einmal gelogen, denn ich war bisher immer unglücklich verliebt gewesen. "Diesmal ist es noch
schlimmer. Es sind richtige Schmerzen. Ich kann an nichts anderes, als an dich denken, finde keinen Schlaf und rede in Gedanken mit dir, wenn ich allein bin. Dieses Chaos bringt mich an den Rand der Verzweiflung und so sehe ich nur noch meine Wahrheit und den Wald vor Bäumen nicht."
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"Du fühlst dich zu mir hingezogen, kann man das so sagen?", fragst du mit leiser Stimme. Ich nicke und versuche, eine Erklärung für meine Gefühlslage zu finden. "Es ist, wie soll ich es nur erklären, es fühlt sich an wie Heimweh." Ich spüre deinen Atem dicht neben mir, als du gedankenverloren zustimmst:"Besser könnte ich es auch nicht beschreiben." Deine Antwort wundert mich.
Da ich meine Tränen kaum noch unter Kontrolle halten kann, steige ich aus dem Auto. Du folgst mir und bleibst direkt vor mir stehen. "Darf ich dich küssen?" "Nein!", wehrte ich, ohne nachzudenken,
verwirrt ab. Dass du wütend bist, kann ich deutlich hören, als du sagst:"Das hätte ich sowieso nicht gemacht." Ich ringe um Fassung und meine ehrlich:"Du brichst mir das Herz." Darauf bekomme ich keine Antwort mehr, denn wutentbrannt steigst du ins Auto und fährst davon. Tränen der Verzweiflung fließen mir über die Wangen.
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Ich bleibe allein, wieder allein mit mir und der Sehnsucht im Herzen. Heimweh nach dir...