Fantasy & Horror
Schattenrosen - Rabenfels-Chronik: Die Rückkehr

0
"Schattenrosen - Rabenfels-Chronik: Die Rückkehr"
Veröffentlicht am 27. Oktober 2011, 10 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich bin... nicht, was ich gerne wäre.... nicht so, wie ich sein könnte... niemals, wie man mich gerne hätte... nie wieder so, wie ich früher war... auf ewig mit mir selbst im Streit.... verdammt mir selbst in Gedanken Gesellschaft zu leisen...
Schattenrosen - Rabenfels-Chronik: Die Rückkehr

Schattenrosen - Rabenfels-Chronik: Die Rückkehr

Beschreibung

Prolog des zweiten Bandes der Rabenfels-Chronik. Der erste Teil ist unter "Schattengeflüster" bei meinen Büchern zu finden.

Prolog: Die Rückkehr

Unter dem bleichen Schein der Monde glitzern die schneebedeckten Wälder Düsterlands in ihrer ganzen verdorbenen Pracht. Die verdrehten, beinahe toten Bäume reckten ihre dürren Äste gen Himmel und allein durch ihren Anblick wurde man als Betrachter an das Unheil der wiederkehrenden Toten, welches dieses Land bereits seit unzähligen Jahren heimsuchte, erinnert. Zwischen den vertrockneten Stämmen waren die wenigen Lebewesen zu sehen, die es noch schafften während des kargen Winters am Leben zu bleiben. Einige abgemagerte Rehe huschten zwischen kargen Bäumen hindurch, scheinbar dem Gefühl folgend, in der Gruppe sicherer zu sein. Immer wieder versuchten sie scharrend unter dem Schnee einen Rest von Grün zu entdecken, der ihnen als Nahrung dienen konnte, doch mehr als einmal mussten sie enttäuscht weiterziehen.

 

Als plötzlich das Heulen von Wölfen durch kalte Nachtluft hallte, erstarrten die Tiere in ihren Bewegungen und reckten witternd die Köpfe in die Höhe. Verängstig scharrten sie mit den Hufen und tänzelten auf der Stelle, die Gefahr schien noch so weit entfernt, doch der Ruf der Raubtiere hatte sie aufmerksam gemacht. Immer mehr dampfende Atemluft stieg aus ihren Nüstern auf, als sie mit zitternden Flanken im Kreis tanzten, ohne zu wissen, in welche Richtung sie sich wenden konnten, um der drohenden Gefahr zu entgehen. Und wieder ertönte der Jagdruf der Wölfe, dieses Mal näher und bedrohlicher. Als wären sie zu dem Schluss gekommen, dass es besser war vor der bekannten Gefahr zu fliehen, als vor einer unsichtbaren Bedrohung zu erstarren, sprinteten die Rehe gleichzeitig los.

 

Gerade als die Hufe den feinen Schnee in kleinen Wolken aufwirbelten, schoss ein schemenhafter Schatten aus dem Himmel herunter und traf das führende Tier, das stärkste und gesündeste der Gruppe, mit einem harten, krachenden Schlag. Sofort stoben die anderen Tiere auseinander und suchten ihr Heil in der Flucht, während der Schatten und das getroffene Reh sich überschlagend durch den Schnee rollten, wo sie unter einem der etwas gesünder aussehenden Bäume zum liegen kamen. Erst jetzt gelang es dem gefangenen Tier einen Laut von sich zu geben und der Schmerzensschrei des Tieres war noch weit hin zu hören, als der Schatten funkelnde Zähne in den langen, sehnigen Hals des Tieres grub und mit krallenartigen Händen Fell und Fleisch des Tieres durchbohrte, bis die Klauen auf Knochen trafen. Gierig saugte die Schattengestalt an der Halswunde des Tieres, bis die Bewegungen immer schwächer und schwächer wurden, ebenso wie der Blutfluss aus den anderen Wunden des Tieres. Ein vielstimmiges bedrohliches Knurren, veranlasste die Schattengestalt von ihrer Beute abzulassen und sich den Verursachern der tierischen Laute zu zuwenden.

 

Während des kurzen Kampfes hatte das Wolfsrudel die Entfernung überbrückt und zog nun den Kreis um die vermeintliche Beute enger. Erst als sich die gesättigte Gestalt erhob, hielten die Wölfe in ihrer Annäherung inne, sie hatten bereits vorher die Widernatürlichkeit des Wesens gespürt, aber da hatte noch der Hunger die Überhand, als das Wesen aber nun seine Aufmerksamkeit auf die Raubtiere richtete, wichen die schwächeren Tiere des Rudels winselnd zurück. Einzig der Alpha-Wolf näherte sich dem Wesen mit aufgerichtetem Nackenfell weiter, das Knurren war tief und grollend, doch es wirkte keineswegs einschüchternd auf die dunkle Gestalt, die nun vollends ins Mondlicht trat. Und während dieses einen kleinen Schrittes, ausr dem schwachen Schatten des Baumes hervor, veränderte sich die Gestalt. Die ledernen Schwingen der Arme, zogen sich mit einem fleischigen Saugen in die Arme zurück, ebenso wie sich das fratzenhafte, tierartige Gesicht glättete, bis sich aus dem Antlitz eines tierhaften Ungeheuers eine menschliche Gestalt geformt hatte. Lange, ungebändigte, schwarze Haare rammten das bleiche Gesicht ein, das rechte Auge war nur eine dunkle Höhle in deren Tiefe rohes Gewebe immer noch dabei war zu heilen, das linke Auge war nun dunkel, das Feuer des Hungers für den Moment verloschen.

 

Vollkommen ruhig schritt Simon von Rabenfels nun auf den Wolf zu, der bei dem Aufwallen der schwarzen Magie stehen geblieben war. Langsam sank der Vampir vor dem Wolf auf ein Knie und blickte dem Tier fest in die Augen. Bei einem Menschen wäre nun ein kurzes Duell der Willenskraft gefolgt, doch nicht so bei einem Wolf Düsterlands. Zu oft wurde der Wille dieser Tiere durch die unmenschlichen Bewohner dieses Landes gebrochen und so senkte der Wolf beinahe augenblicklich seinen Blick. Die war das Signal für den Rest des Rudels ebenfalls die Köpfe zu senken und das leise Knurren erstarb. Ein zufriedenes Lächeln huschte über Simons Lippen, als er sich langsam wieder erhob, auf den Wolf zu ging und über den gesträubtes Nackenfell strich. Zitternd ließ sich das Tier die Berührung gefallen und verharrte so still wie möglich unter der kalten, bleichen Hand. Zerstreut strichen Simons Finger nun durch das drahtige Fell des Tieres und spürten die Knochen dicht unterhalb der Haut, offenbar war dieser Winter sehr hart, wenn es selbst den Wölfen schwer fiel sich zu ernähren.

 

Mit einem leichten Klopfen auf den Rücken des Tieres und einem gedanklichen Impuls, gab er ihm die Erlaubnis zu fressen. Sofort schoss der Wolf nach vorne und stürzte sich auf den Kadaver des Rehs, in den er mit reißenden Lauten seine Zähne schlug. Dies brach den Bann und schon gesellten sich die übrigen Tiere zu ihrem Anführer, um in der Reihenfolge ihres Ranges zu fressen. Simons Auge wanderten gen Himmel, während er hinter sich die reißenden Laute des tierischen Mahles hörte. So verblieb er noch, regungslos wie eine Statue, als die Wölfe schon längst wieder weitergezogen waren. Doch als er in weiter Ferne den leisen Ton eines Jagdhorns wahrnehmen konnte, schlich sich ein kaltes, freudloses Lächeln auf seine Lippen, die alten Sitten lebten also immer noch fort. Er war wahrhaftig in seine Heimat zurückgekehrt und jetzt sollte er sich bei seiner Familie vorstellen, mochten die Götter ihnen gnädig sein, dachte er voller grimmiger Vorfreude, während seine lautlos huschende Gestalt zwischen den Bäumen verschwand.

http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_61314-0.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_61314-1.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533421.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533422.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533423.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533424.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533425.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533426.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_533427.png
0

Hörbuch

Über den Autor

Chimera
Ich bin...

nicht, was ich gerne wäre....
nicht so, wie ich sein könnte...
niemals, wie man mich gerne hätte...
nie wieder so, wie ich früher war...
auf ewig mit mir selbst im Streit....
verdammt mir selbst in Gedanken Gesellschaft zu leisen...

Leser-Statistik
32

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Chimera Re: Schönes Ding: Dark Fantasy? -
Zitat: (Original von Gast am 27.10.2011 - 14:09 Uhr) In welches Fantasy Genre würdest Du deinen Text einordnen? Treibe gerade ein wenig REcherche über die verschiedenen Fantasy-Richtungen in Büchern, Filmen und Spielen...


Ich selbst sehe es als "Dark Fantasy".

Aber deine Frage erinnert mich daran, den ersten teil der Chronik in der Beschreibung zu erwähnen.

Danke fürs Lesen und den Kommentar.

Liebe Grüße
Chimera
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Re: Schönes Ding: Dark Fantasy? -
Zitat: (Original von Gast am 27.10.2011 - 14:09 Uhr) In welches Fantasy Genre würdest Du deinen Text einordnen? Treibe gerade ein wenig REcherche über die verschiedenen Fantasy-Richtungen in Büchern, Filmen und Spielen...


Passt davon was: http://nerd-wiki.de/fantasy ?
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Schönes Ding: Dark Fantasy? - In welches Fantasy Genre würdest Du deinen Text einordnen? Treibe gerade ein wenig REcherche über die verschiedenen Fantasy-Richtungen in Büchern, Filmen und Spielen...
Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
3
0
Senden

61314
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung