Kurzgeschichte
Farbenmeer

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"Farbenmeer"
Veröffentlicht am 08. Mai 2011, 4 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Ich bin ein Honigkuchenpferd, Honigkuchendachs, Honigkuchen, oder einfach nur Ich. http://www.rdedition.com/ http://honigkuchendachs.wordpress.com/
Farbenmeer

Farbenmeer

Ich weiß seit Neuestem wie es sein wird, zu sterben. Es lag nicht in meinem Interesse es herauszufinden, es war alles ein blöder Zufall. Wisst ihr, wie das ist, nicht aufs Klo gehen zu können, weil man panische Angst hat? Weil man glaubt, sterben zu müssen? Ich weiß das jetzt. Ich bin froh, im Nachhinein darüber lachen zu können. Aber der Moment war zum Kotzen.

Es lief alles ganz gut, bis zu dem Moment als zwei Freunde von uns weggegangen sind. Ich hab mich auf den Boden gehockt und versucht am Leben zu bleiben. Ich tauchte ein ins Dunkle, in eine düstere, schwarze Welt. Sie war durchzogen von leuchtenden Farben, aber sie waren zu schwach um die Finsterkeit zu besiegen. Sie waren rosa, blau, orange, grün und gelb und meine einzigen Freunde in dieser dunklen Stunde. Dann kam jemand mit einem blauen Licht und einer Wasserflasche auf mich zu. Ich wusste, dass waren jetzt die Rettungsmänner, die mich befreien würden. Aber es war nur eine Bekannte, die mir nachher erzählte, panische Angst vor mir gehabt zu haben. Angst, weil ich keine Kontrolle mehr hatte über mich selbst. Ich glaubte, dass sie mir sagt, dass ich jetzt tot bin. Ich war so wütend über mich selbst, dass ich die Wasserflasche auf den Boden schmiss und fluchte. Dann ging sie wieder und ich war gehüllt in Unwissen. War ich tot? War das die Hölle? Musste ich den Rest meines Lebens auf diesem dreckigen Campingplatz inmitten der kaputten Gestalten verbringen? Scheiße irgendwie, aber auch irgendwie cool. Es hat gar nicht wehgetan zu sterben. Es fühlte sich nur so falsch an. Ich hörte meine Freunde reden, Kilometer weit weg und doch bei mir. Ich fragte eine der kaputten Gestalten, wo denn die zwei nun seien. Er meinte „Sie kommen bald.“ Sie würden also auch bald sterben? Die Schwärze wurde erloschen und es war ganz weich. Ich fiel und landete im Leben.

Es ist so viel bedeutungslos geworden seitdem. Ich bin glücklich, dass es mich noch gibt, dass ich mein Leben nicht weggeworfen habe auf diesem bepissten Campingplatz, inmitten dieser traurigen Seelen. Ich bin nicht mehr interessiert daran, es zu erleben. Es fühlte sich nicht wirklich nach etwas an, aber es war Reue dabei. Und das fühlte sich dann an wie die Hölle. Durch die Hölle muss man wohl gehen, um seine Existenz danach wieder mehr zu schätzen.

Ich kuschelte mich in die Weichheit meiner Gedanken.

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Honigkuchenpfe
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Honigkuchenpfe Re: Und der ... - Uh der böse Alkohol! Ja das ist mir zum Glück noch nie so dramatisch passiert, ich find ja Alk tausendmal schlimmer als jegliches illegales Zeug. Ist aber wohl auch Betrachtungsweise!
Zu dem fiktiv/nicht fiktiv sag ich mal nichts, das kann sich jeder aussuchen. Prnzipiell sollte man jedoch immer davon ausgehen, dass es fiktiv ist, denke ich. Auch wenns nicht der Fall ist.
Ja zum Glück sind wir noch putzmunter und leben unser Leben, vielleicht sogar mit anderen Augen als zuvor!
Ich sag immer, der Mensch ist doof und ja, er braucht sowas, um hin und wieder glücklich zu sein. Der Mensch = ich. So long me!

Liebste Grüße an meinen größten Fan :-D
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PhanThomas Und der ... - ... Afghane fragt: "Was ist das?" Darauf Rambo: "Das ist blaues Licht." Afghane: "Und was macht das?" Rambo sagt: "Es leuchtet blau."

Donnerwetter, was machst du denn schon wieder für Sachen? Ist nicht fiktiv, hä? Amüsanterweise konnte ich mich da gerade recht gut reindenken. Ich hab das Gefühl auch durch. Nur lag ich bei -10 Grad sturzbetrunken in einem Vorgarten und hatte 'ne Eisschicht auf mir, als ich erwachte und allmählich realisierte, dass ich NICHT in meinem Bett lag. Die Geschichte hab ich vermutlich schon mal erzählt, aber egal, jedenfalls war's am nächsten Tag, bzw. überhaupt die nächste Woche über so, dass es sich nie so toll anfühlte, lebendig zu sein. Hihi, selbst zum Unterricht (Da war ich noch Student.) ging ich in der Zeit liebend gern. Manchmal nimmt man die Dinge einfach als zu sehr gegeben hin. Ob man aber, nur um sich des Wertes seines Lebens bewusst zu werden, erst mal am Abgrund taumeln muss? Ich weiß ja nicht ... Hätte schließlich auch schief gehen können. Ist es zum Glück ja nicht. In diesem Sinne: Glück auf! :-)

Liebste Grüße
Dauerleser T.
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