Sonstiges
Die Bar

0
"Die Bar"
Veröffentlicht am 28. Februar 2011, 158 Seiten
Kategorie Sonstiges
http://www.mystorys.de
Die Bar

Die Bar

Beschreibung

Mehrere Kurzgeschichten, die jede für sich abgeschlossen ist, aber zusammen genommen ein ganze Geschichte erzählt. In der Bar spielt sich im Prinzip das Hauptsächliche ab. Dort macht das lyrische Ich Bekanntschaften. Vor allem mit dem weiblichen Geschlecht. Nicht immer, aber sehr häufig, verlässt das lyrische Ich die Bar mit einer Dame und bringt sie mit zu sich nach Hause.

Die erste Bekanntschaft

Die Bude war gemacht. Durch die Fenster konnte man wieder durchschauen, der Fußboden glänzte, das Geschirr lag ordentlich und sauber im Schrank und ich mit einer Flasche Bier, vor dem Fernseher sitzend, auf dem Sofa. Ich hatte etwa drei oder vier getrunken gehabt, als ich auf die Idee kam einfach rauszugehen und eine junge Dame kennenzulernen.

Vor Kurzem hatte eine neue Bar eröffnet gehabt. Schon lange wollte ich dahin und sie mir ansehen. Aber irgendwie kam ständig was dazwischen. Entweder hatte ich keine Lust, oder die Bar hatte geschlossen. Aber heute war es anders. Die Bar hatte offen und ich Lust hineinzugehen. Hoffnung, etwas aufzureißen, machte ich mir nicht wirklich. Heute wollte ich eh nur einen netten, gemütlichen Abend verbringen. Entweder mit, oder ohne Gesellschaft. Hauptsache nicht zu Hause. Meine vier Wände kannte ich zu genüge. Ich wollte heute andere gesehen und auch andere Gesichter.

Weder nüchtern, noch besoffen, sondern einfach nur gut gelaunt, machte ich mich auf den Weg in die Bar. Der Abend war angenehm. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Auch die Insekten hielten sich von mir fern. Dies musste mein Glückstag sein. Wenn mich keine Mücke stechen will und keine Fliege mir vors Gesicht schwirrt und einfach nur nervt, kann man nur von Glück reden. Oder aber, ich habe eine Biersorte gefunden, die die lästigen Viecher von mir fernhält. Egal. Mir ging es gut.

Die Bar war gut besucht. Nach langem Suchen fand ich am Ende dann doch noch ein Platz an der Theke. Rechts von mir saß ein stattlicher Mann und links eine gutaussehende Dame im Gespräch mit ihrem Nachbarn. Ich saß also alleine da. Mich störte es nicht, da ich eh gerade erst angekommen war. Ich kann ja nicht erwarten, dass ich sofort eine Bekanntschaft mache. So viel Realitätssinn hatte ich noch. Doch schon nach wenigen Minuten schien es sich zu ändern. Während ich an meinem Bier nippte, hörte ich die Lady sagen, das sich der Typ neben ihr verpissen soll. Aber ihn schien es nicht zu interessieren. Plötzlich häkelte sie sich bei mir ein und stellte mich als ihren Freund vor. Ohne zu wissen, was genau wirklich vorging, spielte ich ihre Komödie mit. Noch immer ließ er nicht locker, deshalb stand ich auf, stellte mich vor ihm hin und forderte ihn auf „meine Frau in Ruhe zu lassen“; ansonsten fühle ich mich gezwungen die Security zu holen. Zuerst kam es mir vor, als wolle er aufstehen und mir eine verpassen. Aber zu meinem Glück stand er auf und ging zum Ausgang. Mir fiel ein Stein vom Herzen, da ich ganz genau wusste, das ich ihm unterlegen war. Ein Schlag und ich hätte am Boden gelegen. War heute mein Glückstag?

Nach dem Vorfall kamen wir ins Gespräch. Wir redeten übers Wetter und über uns. Nebenbei gaben wir uns gegenseitig einen aus. Irgendwann bemerkte ich, das ich genug hatte. Wenn ich noch mehr trank, würde ich nicht mehr Herr der Lage sein. Die Zeiten, als ich noch bis zum Umfallen trank, waren für mich vorbei. Zu oft hing ich über der Schüssel und kotzte mir die Seele aus dem Leib. Oft genug lag im Bett, alles drehte sich und mir wurde richtig schlecht davon. In der Zwischenzeit habe ich gelernt, wo bei mir die Grenze ist. Damals war ich jung...

Wir beschlossen den Abend zu beenden. Zu dem Zeitpunkt dachte ich, das wir uns jetzt verabschieden und uns nie wieder sehen. Aber sie entschloss sich mit mir zu kommen. In mein trautes Heim. Zum dritten Mal dachte ich, das es mein Glückstag sei. Doch der endete schon bald. Irgendwie.

Wir kamen bei mir an und machten es uns gemütlich. Im Hintergrund ließ ich eine CD im Endlosmodus laufen, während wir uns küssten. Langsam und zärtlich ließ ich meine Hände unter ihre Bluse gleiten, währenddessen ihre sich an meinem Körper zu schaffen machten. Es ging ziemlich schnell. Zu schnell, für mich. Ich hatte keine Ahnung, was da abging. Gerade eben waren wir noch in der Bar und nun saßen wir auf meiner Couch und fielen übereinander her. Und da spürte ich auch schon das Ende der Nacht. Ich hatte schon lange nicht mehr und diese Frau war einfach nur sexy. Das ich da schnell einen Ständer bekomme, ist da kein Wunder. Aber was spürte ich bei ihr? Einen Schlüsselbund? Flutschte ihr Tampon raus, weil es zu nass zwischen ihren Schenkeln wurde? Weder noch. Damit konnte ich aber nichts anfangen und ich wollte die ganze Sache beenden. Nur wie?

Sie schien zu spüren, was ich wollte und beendete die Sache von sich aus, wofür ich ihr insgeheim sehr dankbar war. Wir entschlossen uns dann uns nur noch zu unterhalten. Ich öffnete uns eine Flasche Wein, nahm sie in den Arm und flüsterte ihr ins Ohr: „Danke für den netten Abend.“

Der nette Mann

Ich hatte irgendwie Sehnsucht nach einem Gesprächspartner. Aus irgendeinem Grunde hatte ich das Gefühl mit jemanden reden zu müssen. Ich hatte keine Ahnung über was. Wahrscheinlich war das egal. Hauptsache ich hatte ein Gegenüber der zuhörte. Und wo würde ich einen finden? Natürlich in der Bar. Wie der Zufall es so wollte, machte sie auch in wenigen Minuten auf. Zeit um noch kurz unter die Dusche zu hüpfen und in meine guten Sachen zu steigen. Auch wenn ich nicht vorhatte eine Frau abzuschleppen, wollte ich dennoch gut aussehen. Man weiß ja nie.

Mein Platz vom letzten mal war noch frei. Ebenso die anderen. Bis auf auf die zwei Mädels in der Raucherlounge, war ich alleine hier. Ich beobachtete sie von meinem Platz aus und dachte: 'Fünfzehn Jahre habe ich selbst geraucht, dann war ich plötzlich krank geworden und schon war ich von der Sucht befreit.' So kann es manchmal gehen. Auch Krank werden, hat sein Vorteile. Wie viel Geld hatte ich sinnlos in die Luft gepustet. Es war mir schon damals bewusst gewesen, aber trotzdem habe ich weiter geraucht. Zu viele Raucher waren um mich herum. Wie soll ich es da schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören? Versuche hatte ich mehrere. Aber das Durchhaltevermögen...Aber das ist ja nun Vergangenheit. Obwohl das Rauchen auch Vorteile hat. Man ist ja heutzutage gezwungen vor die Tür zu gehen, wenn man rauchen will. Raus an die frische Luft, egal welches Wetter herrscht. Es ist auch eine gute Ausrede, wenn jemand ankommt und etwas von einem will. „Ich rauche. Frag jemand anderes.“ Der Nichtraucher kann nicht sagen:“Ich atme gerade, suche dir jemand anderes.“

Ich war schon am Überlegen, ob ich zu den zwei Mädels gehen sollte, als jemand die Bar betrat. Es war ein junger Mann, mittleren Alters. Er sah deprimiert aus. Wahrscheinlich hatte sich gerade seine Frau von ihm getrennt, dachte ich mir. Als ich mit ihm ins Gespräch kam, stellte sich heraus, das ich recht hatte. Die Frau, mit der er über dreizehn Jahre alles geteilt hatte, verließ ihn für einen jüngeren.

„Und da wird behauptet, das wir Kerle Schweine sind.“, bemerkte ich.

„Schon mal erlebt, das eine Frau ehrlich ist?“, antwortete er mir augenzwinkernd.

Seinen Humor hatte er behalten.

„Dein bester Freund?“, fragte ich.

„Nein. Irgendein Muskelprotz.“

Ich fragte mich, warum ich niemanden kannte, dessen Beziehung ewig hielt. Alle hatten nach einer gewissen Zeit ihr Ende erreicht und meist hat die Frau den Mann verlassen. Nur einmal habe ich erlebt, das er sie verlassen hatte. Und das auch nur, weil sie fremdgegangen war.

An diesem Abend schleppte ich wirklich keine Frau ab. Dafür einen Mann. Wir landeten auch nicht in meinem Bett, sondern in einer Kneipe. Wir tranken bis zum Umfallen und währenddessen fielen mir all die unglücklich Beziehungen wieder ein, die ich hatte. Jedes mal wurde ich wegen nichts verlassen. Einmal lag es an meinen Abgasen, ein andermal war nach einer Woche keine Liebe mehr da...Der Hauptgrund, warum ich nach kurzer Zeit stets verlassen wurde, war doch der, das ich beizeiten den Geldzahn zugedreht hatte. Sobald nichts mehr floss, durfte ich gehen. Selbst die Schlampen, die mit jedem in die Kiste stiegen, wollten nur mein Geld und nie meinen Körper. Ich musste es mir stets selbst machen, wenn ich es nötig hatte.

Stinkbesoffen schwankte ich irgendwann nach Hause. Ich hatte zwar keine Frau für heute Nacht, aber ich fühlte mich gut. Sehr gut. Wir hatten über die Frauen gelästert und sie buchstäblich fertig gemacht. So viel Spaß, wie heute, hatte ich schon lange nicht mehr gehabt. Auch wenn ich morgen einen großen Kater haben würde, ich fühlte mich wunderbar.

Jungfrau

Normalerweise ging ich in die Bar um eine Person, femininen Geschlechts, kennenzulernen. Man kann jene Person auch als Frau bezeichnen, wenn man will. Es gibt auch andere Ausdrücke dafür, welche ich hier nicht weiter erläutern möchte, wie Eule, Schlampe, Gebärmaschine...

Irgendwie war mir nach Skatspielen. Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte mal gespielt hatte. Es musste schon lange her gewesen sein, da ich nicht mehr genau wusste, wie die Reizzahlen waren. Bis sechsunddreißig hatte ich kein Problem, aber danach wusste ich nicht weiter. Irgendwann kam achtundvierzig. Grand. Aber dazwischen kamen auch noch ein paar Zahlen. Naja, ich wollte eh mit Leuten spielen, die nicht so Ernsthaft verbissen spielen, sondern aus Spaß. Man kann sich ja mal überreizen. Der Chef, stellte mich ein paar Spielern vor. Sie sahen ganz sympathisch aus und ich gesellte mich zu ihnen. Doch schon schnell musste ich feststellen, das ich irgendwie ganz falsch saß. Nach einer halben Stunde waren wir nur noch zu dritt, da der eine zu seiner Frau nach Hause musste. Einer war ganz normal. Er akzeptierte, das ich noch Anfänger war. Aber der andere war sehr streng. Der fluchte, wenn er ein Spiel wegen mir verloren hatte. Ich musste mich erst wieder hinein fitzen. Eigentlich wollte ich nur spielen, um es nicht zu verlernen und weil ich wieder mal Lust dazu hatte. Ich hasse die Leute, die mit vollem Ernst spielen, als würde ihr Leben davon abhängen. Oh Gott, wie die sich aufregen können. Ich hatte keine Lust mehr und verließ den Tisch.

Ich setzte mich dahin, wo ich am Liebsten saß und genehmigte mir noch ein großes Glas. In aller Ruhe trank ich es aus und schaute mich danach nach Damen um. Viel Auswahl gab es heute nicht. Der überwiegende Teil waren Männer und das wollte ich nicht in meinem Bett haben.

Als ich schon die Hoffnung aufgeben wollte, sah ich eine schüchterne Sie. Die sprach ich an. Es dauerte eine Weile, aber dann konnte ich mich ganz gut mit ihr unterhalten. Ja, so schüchtern war ich früher auch. Doch dann wurde ich Älter und machte mir keine Gedanken mehr, sondern sprach die Damen einfach an. Höflich, natürlich

Ich erfuhr, das sie mit ihrer Freundin hier war. Diese hatte sich schon vor einer ganzen Weile mit einem Kerl verkrümelt, den sie hier kennengelernt hatte. Daraus lernte ich, das es besser war, wenn man alleine ausging und das ich mich um die Sitzengelassene kümmern musste. Ich tat es gern, weil sie mir gefiel. Sie war keine Schönheit. Aber sie hatte innere Werte. Für sie kam es nicht in Frage mit irgendjemanden ins Bett zu steigen. Zu erst richtig kennenlernen, eine standfeste Beziehung aufbauen und dann konnte man darüber nachdenken, ob man Sex machte, oder auch nicht.

Langsam wurde ich müde. Da sie sich dachte, das ihre Freundin nicht wiederkommen würde, verließen wir gemeinsam die Bar. Sie häkelte sich bei mir ein und wir liefen gemütlich zu mir. Ich stellte fest, das sie ein großes Allgemeinwissen hatte. Endlich hatte ich jemanden gefunden, mit dem ich mich über so was unterhalten konnte. Ich war fasziniert von ihr.

Wir führten die Unterhaltung auf meinem Sofa fort. Plötzlich spürte ich ihre Hand unter meinem Shirt. Sie streichelte mein Bein und schaute mich mit ihren wunderschönen Augen an. Ich wurde nervös. Vor gar nicht all zu langer Zeit hatte sie zu mir gesagt, ab wann es bei ihr frühestmöglich Sex gab. Und nun machte sie mich heiß. Sie leckte ihre vollen, sinnlichen Lippen und zog mich zu sich ran.

Also küssen konnte sie wirklich gut. Und eigentlich wollte sie auch dabei bleiben. Doch dann fragte sie mich auf einmal, mit wie vielen ich es schon getrieben hätte. Ehrlich, wie ich war, sagte ich ihr, das es nur drei Frauen gab, mit denen ich geschlafen habe. Und auch nicht gerade oft. Ich gehörte im Prinzip noch zu den Unerfahrenen. Dann nahm sie meinen Kopf zwischen ihren Händen und drückte ihn an ihre Brust.

„Sei der Erste. Ich will es so.“

Völlig perplex vergaß ich sogar das atmen. Wir küssten uns. Danach geschah alles unbewusst und automatisch. Wir liebten uns und ich liebte sie.

Bis heute kann ich die Frau nicht vergessen. Sie war so schön und wunderbar gewesen. So zärtlich und anmutig. Ich hatte mich in sie verliebt gehabt. Leider hatte ich keine Telefonnummer, oder Adresse von ihr, um sie wiedersehen zu können. Ich wusste noch nicht einmal ihren Nachnamen.

Sie fehlt mir so sehr.

Sechzehn

Ich war einsam und allein. Seit Wochen schon hatte ich niemanden, mit dem ich gemeinsam romantische Abende verbringen konnte. Ich sehnte mich nach einem weiblichen Körper. Nach Zweisamkeit. Deshalb machte ich mich auf, um jemand kennenzulernen. Die nächste Bar, in der häufig nette Singlefrauen zu finden waren, befand sich nur unweit von meiner Wohnung. Ab und an war ich dort schon zu Besuch gewesen. Es war eine kleine, gemütliche Bar. Man konnte tanzen, sich in Ruhe unterhalten, relativ preiswert trinken und essen. Auch wenn einige darunter waren, die nur auf eine kurze Affäre aus waren, wollten die meisten doch eher eine Beziehung, so wie ich.

Etwa eine Stunde war ich erst dort, als eine mein Interesse weckte. Ich schätzte sie auf zirka zweiundzwanzig Jahre. Knapp zehn Jahre Unterschied sollten mich nicht stören. Sie gefiel mir und ich sprach sie vorsichtig an und ich hatte sogar Glück, denn sie ließ sich auf ein Gespräch mit mir ein. Während wir plauderten, spendierte ich ihr einen Cocktail und ich erfuhr, dass sie gerade einundzwanzig geworden war und seit kurzem in meinem Stadtteil wohnte.

Die Zeit verging sehr schnell. Ich stellte fest, dass wir einiges gemeinsam hatten. Auch ich musste schon mehrmals in meinem Leben umziehen und hatte es mit meinen Geschwistern, so wie Eltern, nicht leicht gehabt. (um es einmal so auszudrücken) So wie sie, habe auch ich ein gespaltenes Verhältnisse zu meiner Familie. Und ehe ich es mich versah, verließen wir gemeinsam die Bar und gingen zu mir. Es ging alles sehr schnell. Während meine Gedanken noch in der Bar waren und sich zum Aufbruch bereit machten, rieb sich mein Körper an den Ihrigem. Das dies ein fataler Fehler war, erfuhr ich erst am nächsten Morgen.

Für mich war die Nacht schon gegen sechs Uhr morgens zu Ende. Putzmunter lag ich da und konnte nicht mehr einschlafen. Daliegen konnte ich nicht mehr, auch wenn ich ihre Wärme genoss. Also stand ich auf, zog mich an und räumte ihre Klamotten aus dem Weg. Als ich ihre Hose aufhob, fiel ihr Ausweis raus. Ich war neugierig, wie sie auf dem Foto aussah. Und da bemerkte ich meinen Fehler. Nicht nur, das sie auf dem Bild anders und auch jünger aussah, sie war es auch. Gerade erst sechzehn geworden. Vor fünfzehn Jahren wäre es ja kein Problem gewesen, da wäre ich etwa in ihrem Alter. Aber jetzt bin ich alt und Vater Staat hat seine Hand auf sie. Wenn das jemand erfährt, würde mich, nicht zu unrecht, als Pädophil beschimpfen. Was sollte ich nur machen?

In der Küche bereitete ich das Frühstück zu und dachte weiter darüber nach. Ihre Eltern würden mich lynchen, wenn sie wüssten, das ich über dreißig bin und mit ihrer sechzehnjährigen Tochter geschlafen habe. Zumindest würde ich es tun wollen. Nach reiflichen Nachdenken, würde ich es vorziehen ihn anzuzeigen. Aber in diesem Fall bin ich der Täter und konnte nur hoffen, das nie jemand herausfinden würde, das ich mit einer Minderjährigen geschlafen habe.

Nackt und noch halb verschlafen, stand sie vor mir. Plötzlich verschwanden all meine Gedanken. Sie lächelte mich an, umarmte mich, gab mir einen Kuss und bedankte sich für die letzte Nacht. Ich stand nur da, atmete ihren Duft ein und erwiderte ihre Umarmung. Sie war so schön und fühlte sich so weich an. Ich wollte sie nie wieder loslassen. Mir war es egal, was andere über mich denken würden. Ich vergaß das Frühstück und alles andere um mich herum und wiederholte die Nacht. Auch wenn es rechtlich gesehen falsch war. Aber ich liebte sie und sie gab mir das Gefühl, das sie mich liebte.

Das lange Wochenende

Oh Gott, hatte ich eine Laune. Dabei wollte ich nur nett sein und sie ein wenig aufheitern, da sie schrieb, das sie enttäuscht wurde, ihr das Herz weh täte und sie an nichts anderes denken könne. Um was genau es ging, habe ich bis heute nicht erfahren. Mehrmals hatte ich sie gefragt, was denn los sei, aber sie wollte mir keine Antwort darauf geben. Und so weit ich mitbekommen habe, hat sie niemanden verraten, was sie hatte. Da frage ich mich doch, warum sie dann öffentlich, im Internet, bekannt gibt, das sie leidet. Entweder soll sie sagen, was sie hat, oder ihr Maul halten.

In der Bar war nicht viel los. Naja, sie hatte auch gerade erst geöffnet. Die Chefin sah mir gleich an, das mit mir etwas war. Sie stellte mir ein Bier hin und fragte mich direkt.

„Ich hab ein paar Kommentare im Net abgegeben. Da ist eine Bekannte, die schrieb, wie bescheiden es ihr geht. Ich wollte sie nur ein wenig aufheitern. Aber anscheinend fühlte sie sich dadurch bedrängt. Jedenfalls schrieb es mir ihr Freund. Anstatt mich darauf hinzuweisen, das sie sich so fühlt und mich bittet es sein zu lassen, geht er mich gleich an. Warum sagt sie mir es nicht selbst?“

„Eifersucht. Ich denke, das sie mit ihm im Streit liegt und er auf alles eifersüchtig reagiert. Du könntest sie ja mal persönlich fragen, ob sie sich durch dich bedrängt fühlt.“

„Lieber nicht. Ich wurde aufgefordert sie in Ruhe zu lassen, also lasse ich sie in Ruhe. Du weißt, das ich jeden Ärger aus dem Weg gehe, wenn ich kann. Mir ist es eindeutig zu blöd. Nicht mein Niveau.“

„Entschuldigen sie bitte, das ich mich einmische. Meiner Erfahrung nach sollte man stets über alles miteinander reden. Also wenn sie ein Problem mit ihr haben, reden sie mit ihr darüber.“, sagte die Frau neben mir. Sah echt nett aus. Mittleren Alters und attraktiv. Sympathische Stimme und einen dezenten Duft.

„Nehmen sie es bitte nicht persönlich, wenn ich ihnen sage, dass ich mich nur mit Menschen unterhalte, die mindestens mein Niveau haben. Ich möchte nicht alles ewig erklären müssen, was ich sage...“

Wir diskutierten eine scheinbar endlose Zeit darüber. Wägten die pro und kontras ab und kamen am Ende doch zu keinem Ergebnis. Daher beschlossen wir, das wir uns über uns unterhalten. Wir waren uns einig darüber gewesen, das es keinen Sinn mehr hatte darüber zu reden. Beide hatten gleich gute Argumente die dafür beziehungsweise dagegen sprachen, die ganze Sache aufzuklären. Irgendwann war Gras darüber gewachsen und niemand erinnerte sich mehr daran oder die Sachlage klärte sich von selbst. So sah ich es.

Wir merkten nicht, wie die Zeit verging. Die Chefin musste uns darauf hinweisen, das es Zeit zum Gehen war, denn schließlich wollte sie auch irgendwann mal Feierabend haben. Das sahen wir ein und gingen, ohne zu murren, zu mir nach Hause, um unsere Unterhaltung fortzusetzen. Ich hatte völlig vergessen gehabt, was vor ein paar Stunden war. Die Frau hatte mich irgendwie in ihren Bann gezogen. Ich unterhielt mich angeregt mit ihr und vergaß dabei alles um mich herum. Aber irgendwann kam der Zeitpunkt, da war ich zu müde, um ihr weiter zuzuhören. Entschuldigend machte ich mich bettfertig. Ich lieh ihr ein Shirt und wir legten uns in mein Bett. Es dauerte nicht lange, bis ich einschlief.

Es war schon fast Mittag, als ich von frischen Kaffeeduft geweckt wurde. Ich öffnete meine Augen und sah ein Tablett mit Frühstück. Dahinter stand eine Frau. Nackt. Ich sah sie an und vergaß alles. Automatisch hob ich meine Decke und bat sie zu mir. Da der Kaffee noch zu heiß war zum Trinken, lernten wir den Körper des anderen kennen. Wie lange dies gedauert hat, kann ich heute nicht mehr sagen. Der Kaffee war kalt und der Toast hart geworden. Trotzdem frühstückten wir im Bett, um wieder Energie zu bekommen. Denn das Wochenende war noch nicht vorbei.

Eingefangen

Ich saß vor der Röhre und sah mir die Nachrichten an. Am Ende fragte ich mich, warum ich das getan hatte. Meine Gefühle wankten zwischen Hass, Wut und Angst. Respekt vor denen, die versucht hatten zu helfen und am Ende den Kürzeren zogen. Ich griff mir an den Kopf, als ich den Jungen Spunt sah, wie er freudestrahlend erzählte, das er jemanden den Kiefer, und einiges anderes, gebrochen hatte, während seine Freunde dabei zusahen. Warum machte er so einen Scheiß? Was würde er ohne seine Waffen und Freunde tun? Sich in die Hose scheißen, wahrscheinlich. Nur in der Gemeinschaft waren sie stark. Alleine hatten sie sogar Angst vorm kleinsten Pups.

Es machte mich depressiv, wenn ich so was sah und hörte. Genau denjenigen, den sie gerade interviewt hatten, sollten sie gleich einsperren, bevor er wieder zuschlagen konnte. Und seine Freunde am besten gleich mit.

Mit den Opfern habe ich Mitleid. Sie wollten nur nach Hause, kommen aber da nicht an, wegen solchen Idioten. Mutter wartet mit dem Abendessen auf ihren Sohn und muss dann erfahren, das er nie mehr nach Hause kommen wird. Ihr einzigstes Kind. Niemals wird sie erfahren, wie es ist Oma zu sein und ihre Enkel zu verwöhnen.

Da ich nichts mehr zu Hause hatte, um mich mich sinnlos zu besaufen, ging ich in die Bar. Aber zuvor steckte ich mir Messer und Deospray ein. Man wusste ja nie. Wenn mich jemand angreifen wollte, würde ich das Spray raus holen und einfach drauf los sprühen. Scheiß auf die Konsequenzen. Hätten sie mich nicht bedroht, hätte ich mich nicht gewehrt. Und in dem Augenblick war es Notwehr.

Vor der Bar stand die Chefin und heulte. Langsam trat ich auf sie zu und schaute sie nur an. Als sie mich bemerkte, fiel sie mir einfach in die Arme. Ich drückte sie fest an mich und gab ihr das Gefühl, das sie bei mir sicher ist und ich für sie da bin. Als sie sich allmählich beruhigt hatte, erzählte sie mir, das sie ihren Bruder in den Nachrichten gesehen hatte. Tod. Er wollte nur helfen und wurde dabei getötet. Ich sagte nichts. Jedes Wort wäre zu viel gewesen. Manchmal ist es eben besser, wenn man nichts sagt.

Irgendwann gingen wir rein. Ich setzte mich auf meinen Platz und sie schenkte mir ein Bier ein. Dann erzählte sie mir von ihrem Bruder. Das sie ihn lange nicht mehr gesehen hätte und sie ihn immer gesagt hatte, das er sich nicht überall einmischen sollte. Eines Tages würde es mal schief gehen. Und das war heute. Wieder rannen Tränen ihre Wangen herunter. Ich gab ihr ein Taschentuch. Wie gern hätte ich geholfen und beigestanden. Aber es gab nichts, was ich ihr hätte sagen, oder für sie tun können. Außer ihr zuhören.

Es ist schon arg solche Nachrichten zu hören. Doch wenn es die eigenen Angehörigen sind, an dem man hängt, ist es noch schlimmer. Ich kippte das Bier einfach runter und achte nicht darauf, das mein Magen ein wenig rebellierte. Meine Laune war am Boden. Immer, wenn ich so was sah oder hörte, fragte ich mich nach dem Sinn danach. Wen Gott liebt, den holt er jung zu sich. Ich weiß nicht von wem das stammt. Aber der Spruch ist abgedroschen.

Die Chefin verzog sich nach hinten und ich machte meine Runde. So richtige Lust auf Sex hatte ich eigentlich nicht. Aber vielleicht half es, um auf andere Gedanken zu kommen. Zu vergessen, was ich gesehen und gehört habe. Bonobos lösen alles mit Sex. Aller paar Minuten wird bei denen gerammelt. Wenn die Menschheit auch so ihre Probleme lösen würde, gäb es kein Blutvergießen auf dieser Welt.

Als ich die Hoffnung schon aufgeben wollte, traf ich eine, die mit mir schlafen wollte. Aber bis zu mir wollte sie nicht. Der Weg war ihr zu weit. Stattdessen gingen wir aufs Klo. Ich wollte so wie so nur Sex ohne Gefühl. Aber ich konnte nicht behaupten, das es mir hinterher besser ging. Ganz im Gegenteil. Hinterher durfte ich meinen Urologen aufsuchen, weil es nicht aufhören wollte mit kribbeln.

Ich lächelte, als ich daran zurück dachte, weil ich fand, das es eine Erfahrung wert war. Scheiß drauf, das ich mir was eingefangen hatte. Nun wusste ich wenigstens, wie es sich anfühlte und konnte in Zukunft mitreden.

Die Obdachlose

Wochenende. Barzeit. Es war schon zu einer regelrechten Sucht geworden. Ich konnte mir nicht vorstellen, mindestens einmal die Woche in die Bar zu gehen. Und sei es auch nur für eine einzige Stunde. Noch konnte ich es mir leisten. Teilweise lag es daran, das die Dame hinterm Tresen mir ab und an eines ausgab. Dafür schenkte ich ihr mein Gehör und mein Vertrauen. Aber auch sie schenkte mir ihr Gehör und ihr Vertrauen. Die beste Basis für eine beste Freundschaft. Ihr Freund kannte uns beide sehr gut und wusste, wie wir zu einander stehen und das er uns vertrauen konnte. Es gab Tage, da schenkte er mir ein Bier. Ich musste ihm lediglich zuhören, einen Rat geben und versprechen stillschweigen zu wahren. Natürlich wusste sie, das er manchmal Rat bei mir suchte, wenn es zwischen ihnen kriselte. Ich konnte zwar nicht immer helfen, aber manchmal reichte es schon, wenn ich nur da war und zuhörte.

Nach einer kleinen Unterhaltung mit der Chefin, machte ich meine Runde. Heute war eine gesunde Mischung aus jungen und reifen Menschen anwesend. In der knappen halben Stunde, die ich schon hier war, hörte ich schon zwei schöne Oldies, etwas aus den Charts und einen Schlager aus den neunzigern. Eine gute Mischung, fand ich. Und als sie gerade einen alten Evergreen anspielten, bemerkte ich eine junge Frau, die alleine in der Ecke saß. Verträumt blickte sie stur geradeaus. Auf ihrem Tisch sah ich kein Getränk stehen und beim umsehen, sah ich niemanden, der ihr eines bringen wollte. Daher ging ich an den Tresen. Leise fragte ich den Hausherrn, ob er etwas über die Dame wisse. Er erzählte mir, das er sie hier das dritte mal sah. Nur dasitzen und vor sich hin träumend. Nichts bestellen. Ich dachte kurz darüber nach, ließ mein Glas auffüllen und bestellte eine große Cola ohne für die Dame.

Sie machte nicht viele Worte. Schweigend nippte sie an ihrer Cola und würdigte mir keines Blickes. Wie konnte ich sie nur zum reden bringen? Ich versuchte es mit einem Witz. Aber außer einem kleinen Muskelzucken, tat sie rein gar nichts. Dann stellte ich ihr eine Frage, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben.

„Wo wirst du diese Nacht schlafen?“

Sie zuckte mit den Schultern. Wie es aussah hatte sie kein Dach über den Kopf. Der Gedanke kam mir schon, als ich mich ihr gegenüber setzte. Ihre Kleidung war schon reichlich abgetragen. Sie roch auch nicht mehr ganz frisch. Und warum sollte jemand in eine Bar kommen und sich nur setzen wollen. Nichts essen, nichts trinken nicht tanzen und sich nicht unterhalten. Wir hatten Januar und es war eisig kalt. Ich schlussfolgerte, das sie sich hier nur aufhielt, um sich aufzuwärmen. Es war der einzigste Laden, der das duldete.

„Wenn du nicht weißt, wo du heute Nacht schlafen sollst, kannst du ja mit zu mir kommen. Ich habe auch was zu essen da und genug Platz.“, bemerkte ich.

Keine Reaktion. Ich wartete, bis sie ihre Cola ausgetrunken hatte. Dann fragte ich sie noch einmal, ob sie bei mir übernachten wolle. Sie willigte zögernd ein. Ich hatte das Gefühl, als wolle sie gar nicht wirklich. Als würde sie sich schuldig fühlen.

Bei mir zu Hause machte ich uns erst einmal eine Kleinigkeit zu Essen. Sie schickte ich duschen und gab ihr ein paar Klamotten von mir. Wir hatten in etwa die selbe Konfektionsgröße. Sie sträubte sich zwar anfangs dagegen, aber durch gutes zureden, nahm sie sie doch an.

Als sie fertig war, aßen wir zu Abend. Die Uhr zeigte uns viertel nach eins morgens an. Wir aßen schweigend. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und brach das Schweigen. Ich musste sie näher kennenlernen. Wissen, wer mir gegenüber saß.

„Hast du einen Freund?“

„Was willst du von mir? Soll ich mich gleich ausziehen? Dann haben wir es wenigstens hinter uns.“

„Ich wollte dich nur kennen lernen. Du siehst noch ziemlich jung aus und lebst auf der Straße.“

„Ich habe kürzlich meine Eltern verloren. Sie wollten ins Theater und kamen nicht wieder. Seit Jahren suche ich einen Ausbildungsplatz. Ich habe niemanden, zu dem ich gehen kann. Seit Tagen lebe ich auf der Straße und weiß nicht weiter...“

Sie fing an zu weinen. Es tat weh, sie so zu sehen. Ich ging zu ihr und nahm sie in meine Arme.

„Ich habe niemanden, dem ich vertrauen kann.“, schluchzte sie.

„Doch. Ab heute hast du jemanden. Ich verspreche dir, das du bei mir bleiben kannst und ich werde dir helfen, so gut ich kann. Gleich am Montag gehen wir gemeinsam aufs Arbeitsamt und melden dich arbeitsuchend und alles andere machen wir auch gemeinsam. Alles wird gut. Du musst mir nur vertrauen.“

Sie sah mich mit ihren verweinten Augen an und suchte nach etwas, das ihr einen Hinweis gab, das sie wieder einmal verarscht wurde.

„Willst du mit mir schlafen?“, fragte sie.

Ich schüttelte leicht mit dem Kopf.

„Leg dich ins Bett und schlafe dich ordentlich aus. Ich werde mich aufs Sofa legen.“

„Nein, bleib hier.“

Ich blieb. Legte mich zu ihr ins Bett und dachte nach. Es stimmte mich traurig. Sie war noch so jung und hatte gar nichts. Ich brauchte lange, bis ich endlich einschlief. Als ich am folgenden Morgen aufwachte, war sie verschwunden. Meine Sachen hatte sie sorgfältig aufs Bett gelegt. In ihren eigenen fühlte sie sich anscheinend wohler.

Ich sah sie nie wieder.

 

Der Traum

Ich gebe zu das ich nicht ganz nüchtern war, als ich an jenem Abend in die Bar ging. Lange Zeit hatte ich Abstinent gelebt, wollte mich um meine Zukunft und so kümmern. Aber zu viele Steine wurden mir in den Weg gelegt. Mein Arbeitsvermittler möchte nicht, das ich mich weiterbilde. Sein Wunsch ist es, dass ich bei einer Zeitarbeitsfirma bin. Jedenfalls scheint es mir so, da er will, das ich mich dort viel bewerbe. Nicht zum ersten mal stellte ich mir die Frage, warum andere ihre gewünschten Bildungsgutscheine in den Arsch geschoben bekamen und ich darum bettelte und trotzdem keinen bekam, obwohl ich keine andere Chance hatte ins Berufsleben zurückzukehren. Deshalb trank ich mir einen und bekam dann richtig Lust in die Bar zu gehen und eine Frau abzuschleppen. Heute wollte ich nur das Eine. Frustf..., um genau zu sein. Ich hätte auch eine Frau auf der Straße ansprechen können, aber die kosten mir zu viel. Wegen fünf Sekunden so viel Geld ausgeben. Das wollte ich mir nicht antun. Und so dicke hatte ich es auch nicht.

Kaum hatte ich die Bar betreten, ging es mir gleich viel besser. Die Chefin lächelte mich an, winkte mir zu und wies mir den Platz. Es war ein schönes Gefühl. Das Bier stand auch schon da. Dies war mein Paradies. Und plötzlich war es mir egal, ob ich heute Abend jemanden kennenlernen würde, oder nicht. Ich fühlte mich wohl und ich dachte nicht mehr an meinen blöden Arbeitsvermittler.

Heute hatte ich nicht die Lust mich von meinem Hocker zu bewegen, auch wenn mir die Musik sehr gut gefiel. Schöne Oldies. Ich blieb lieber auf meinem Hocker sitzen und schaute den anderen beim tanzen zu. Und während ich so guckte, setzte sich eine Dame neben mich und sprach mich an. Obwohl ich nicht mehr ganz nüchtern war, bekam ich mit, dass diese Frau schon mehr als genug intus hatte. Trotzdem unterhielt ich mich mit ihr. Leider weiß ich nicht mehr, über was wir uns unterhalten hatten. Schien aber nicht wichtig gewesen zu sein, sonst hätte ich es mir wohl gemerkt. Seit je her konnte ich mich besaufen und wusste am nächsten Tag noch, was ich gesagt und getan habe.

Es dauerte nicht lange und wir verließen die Bar. Auf dem Weg zu mir trafen wir zufällig einen Bekannten von mir. Ich weiß nicht warum, aber plötzlich sagte ich ihr, das sie ihn erschießen soll. Seit Jahren schuldete er mir Geld und es war mit seine Schuld, das es mit meiner Damaligen auseinander ging. Normalerweise ging ich ihm erfolgreich aus dem Weg. Aber dieses mal...Welcher Teufel hatte mich da geritten?

Sie stellte keine Fragen. Ihre Hand glitt unter ihren Rock, griff eine Pistole, holte sie hervor, drückte einmal ab, legte die Knarre zurück und ging mit mir weiter, als wäre nichts geschehen. In dem Moment war mir auch nicht bewusst, was wirklich geschehen war. Ich dachte ernsthaft, es geschah nur in meinen Gedanken.

Irgendwann kamen wir bei mir an. Wir hielten uns nicht mit Gequatsche auf oder großartiges Vorspiel. Es ging gleich zur Sache. Und dank meines Alkoholkonsums brauchte ich auch ein wenig länger, als zehn Sekunden. Um relativ genau zu sein, brauchte ich etwa eineinhalb Stunden. Ich hörte sie mehrmals stöhnen. War mir aber nicht sicher, ob sie kam oder ob ich ihr irgendwie wehgetan hatte. Jedenfalls sah sie hinterher sehr glücklich und zufrieden aus.

Am folgenden Morgen, gegen dreizehn Uhr siebenundsechzig, wachte ich auf und fragte mich, was war wirklich und was hatte ich nur geträumt? Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen Blackout. Aber mir ging es gut. Weder hatte ich einen Kater, noch war mir irgendwie übel.

Während ich die Wärme meines Bettes genoss, wurde ich mir über eines klar. Es war alles nur ein Traum gewesen. Aus Frust habe ich mir ordentlich die Kante gegeben und bin dann irgendwann eingenickt. Dann hatte ich diesen merkwürdigen Traum gehabt.

Kurioserweise bekam ich kurz darauf eine neue Arbeitsvermittlerin. Eine sehr nette Frau. Und sie hatte auch gleich einen Job für mich. Ich brauchte mich nur zu bewerben. Wenn ich eine Zusage bekommen sollte, würde mir das Arbeitsamt den benötigten Gesundheitspass bezahlen und alles andere auch, was ich für den Job brauchen würde.

Alle reden über Sex

Ich war einfach nur geil. Mehr war nicht. Seit Tagen ging es überall nur noch um das Eine. Ganz egal wo ich hinging. Ständig wurde über Sex geredet. Ich verstand es nicht. Gab es denn nichts anderes? Selbst die älteren Damen und Herren sprachen von nichts anderem. Naja, sie regten sich darüber auf und diskutierten nicht, wann und wo sie es schon einmal, mit wem getan haben. Selbst mitten am Tag, in den Talkshows und Serien und überall, wurde offen darüber geredet. Ich hielt es nicht mehr aus. Mir war alles egal. Für mich zählte jetzt nur eines. Sex haben. Das Äußere war nebensächlich. Hauptsache geschlechtsreif und willig. Ob alt, ob jung, oder dazwischen, war mir einerlei. Und wo fand ich die willigen Frauen? In der Bar.
Irgendwie verbrauchte ich immer weniger. Oder kam es mir nur so vor? Seit zwei Monaten hatte ich stets Überschuss. Auch wenn es nicht viel war, brachte ich was in den nächsten Monat mit hinein. Vor gar nicht allzu langer Zeit, konnte ich den Geldtag nicht erwarten, weil ich pleite war. Zum Glück hatte ich Pfandflaschen gehabt, die mich bis Monatsende über Wasser hielten. Auch wenn ich mich sehr stark einschränken musste. Ich hoffte, das es so bleiben würde, damit ich sorglos meine Bar besuchen konnte.
Die Bar sprach sich herum. Selten war sie leer. Wenn es so weiterging, könnten sie anbauen. Oder eine weitere eröffnen. Dennoch war mein Stammplatz frei, wie eh und je. Man konnte schon den Abdruck meiner Backen erkennen. Ein herrliches Gefühl, darauf zu sitzen.
Ich wartete und hoffte, das sich eine Dame zu mir bequemte, mich ansprach und zu mir nach Hause folgte. Aber es ließ sich keine blicken. Also machte ich mich auf den Weg durch die Bar. Nur wenige waren allein. Entweder waren sie mit Partnern hier, oder mit einer ganzen Clique. Anscheinend war es nicht meine Nacht gewesen. Handbetrieb war wohl angesagt. Aber darauf hatte ich keine Lust. Auch nicht, dafür zu bezahlen. Vielleicht sollte es so sein. Musste ich denn immer eine Frau mit nach Hause nehmen, wenn ich die Bar verließ? Eigentlich nicht. Aber diesmal wollte ich unbedingt. Und dann kam es mir. Ich meinte er, der Gedanke. Ich hatte es nie darauf angelegt, jemanden kennenzulernen und mit ihr zu schlafen. Könnte dies der Grund sein, warum ich keine fand?
Die Stunden vergingen. Ich trank genüsslich mein Bier. Ich dachte nicht mehr daran, jemanden abzuschleppen. In der Zwischenzeit war es mir egal geworden. Ich wollte nur mein Bier genießen und meinen Gedanken nachhängen. Und während ich weggetreten dasaß, rempelte mich eine Dame an. Ohne Absicht. Sie hatte etwas getrunken gehabt und konnte nicht mehr ganz geradeaus gehen. Ich half ihr, sich hinzusetzen. Danach widmete ich mich wieder meinen Gedanken.
Die Frau redete mit sich selbst. Ich bemerkte es, obwohl ich nicht auf sie achtete. Nach ein paar Minuten sprach ich sie an. Es interessierte mich, was sie in ihren, nicht vorhandenen, Bart nuschelte. Ich erfuhr, das ihr Freund sie gerade hat sitzenlassen. Er war völlig ausgetickt und hatte ihr einige schwere Vorwürfe gemacht. Sie verstand nicht, wie er darauf kam. Dann fing sie an zu weinen. Ich legte meinen Arm um sie und drückte sie sanft an meine Schulter.
Als sie sich wieder beruhigt hatte, erzählte sie mir, das sie nicht wisse, wohin sie gehen solle. Ihr Freund hatte sie vorhin rausgeschmissen. Es war seine Wohnung gewesen. Und nur er hatte einen Schlüssel dafür. Sie brauchte nie einen, weil sie stets gemeinsam die Wohnung verließen.
Ohne weitere Fragen zu stellen, nahm ich sie mit zu mir. Vielleicht hatte sie Glück und ihr Freund würde sich wieder beruhigen und in die Wohnung lassen, wenn er feststellte, das sie ihm fehlte. Ich kannte das Gefühl, ohne jemanden einzuschlafen und aufzuwachen, nach dem man so lange zusammen war. Es war nicht schön.
Als wir gemeinsam in meinem Bett lagen, fing sie plötzlich an mich zu streicheln und zu küssen. Ich ließ mich darauf ein. Nun würde ich doch noch Sex haben, dachte ich mir. Aber als ich sie dann nackt daliegen sah, wollte ich nicht mehr. Sie war wunderschön. Doch sah sie sehr jung aus. Zu jung. Ich konnte nicht erkennen, ob sie rasiert war, oder noch nicht reif. Deshalb ließ ich von ihr ab und behauptete, das ich nicht könnte, weil ich Frau und Kinder habe, die übers Wochenende zu den Großeltern gefahren waren. Sie entschuldigte sich dafür, das sie angefangen hatte, drehte sich um und schlief ein. Ich blieb noch lange wach und überlegte, ob sie wirklich so jung war, wie sie aussah. Mich schätzten auch alle zehn Jahre jünger, als ich eigentlich bin.            

Älter als sie aussieht

Eine heiße Dusche hat schon was. Jetzt war ich wieder wach und voller Tatendrang. Besser gesagt, ich hatte Lust in die Bar zu gehen und mich mit netten Menschen zu unterhalten. Es war zwar noch relativ früh, aber so konnte ich mich in Ruhe mit der Chefin unterhalten, oder mit dem Chef.
Ich setzte mich auf meinen Stammplatz, bestellte mein Bier und fing an Fragen zu stellen, wie: „Wenn Jesus schon am Morgen geboren wäre, anstatt erst abends, wäre Heilig Abend dann ein ganzer Feiertag?“ Ich bin kein religiöser Mensch. Aber mich interessierte das Thema sehr. Und ich hatte sehr viele Fragen. Warum ließ Gott zu, das sein Sohn gequält und gekreuzigt wurde? Mit seiner Allmacht hätte er es doch verhindern können. Oder hasste er seinen Sohn so sehr? Schon immer habe ich mich gefragt, warum er so viel Leid zuließ und veranlasste. Viele Blutige Taten gingen auf sein Konto.
Ehe ich zu sehr in Gedanken versinken konnte, sprach mich eine junge Frau an. So wie sie aussah, war sie wahrscheinlich gerade erst ausgewachsen. Aber dennoch war sie sehr hübsch und brachte mich auf andere Gedanken. Ich betrachtete sie mir insgeheim von oben bis unten und kam auf nicht jugendfreie Gedanken. Kurz darauf fing sie eine Unterhaltung mit mir an. Es war sehr interessant, was sie mir erzählte und ich bekam das Gefühl, das sie mindestens doppelt so alt war, wie sie aussah. Ich sah alles vor meinen Augen, als wäre ich mit dabei, so detailliert erzählte sie. Sie konnte niemals so jung sein, wie sie aussah. Auch wenn man es nicht machte, musste ich sie nach ihrem Alter fragen. Natürlich riskierte ich damit eine Schelte, aber ich konnte nicht anders. Als sie pausierte, stellte ich jene Frage und erklärte ihr auch, warum ich sie danach fragte. Ihr Lächeln war, wie das eines Engels. Ihre weißen Zähne strahlten mir entgegen und sie sagte mir, das sie schon länger keine zwanzig mehr war. Aus Höflichkeit beendete ich dieses Thema.
Während wir uns angeregt unterhielten, trank ich einige Biere und sie mehrere Cocktails. Mir fiel es nicht auf, da ich ihr gespannt zuhörte. Erst als ich die Rechnung bekam sah ich, wie viel ich geschluckt hatte. Ich konnte es nicht fassen. Und das bei meiner finanzieller Lage. Das bedeutete, das ich für den Rest des Monats den Gürtel enger schnallen musste.
„Lass mal. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gehabt. Und nach dem Kompliment.“
Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte. Es war mir unangenehm, auch wenn ich dadurch nicht in finanziellen Not geriet.
„Das kann ich nicht annehmen.“
„Bitte...“
Ich ließ sie gewähren und bat sie darum, sie im Gegenzug nach Hause zu begleiten. Schließlich lebten wir in gefährlichen Zeiten und ich konnte es nicht zulassen, das sie alleine nach Hause ging, ohne Beschützer. Doch sie wollte nicht. Nicht zu ihr. Ich schien es ihr irgendwie angetan zu haben, denn sie hatte mich in der Bar angesprochen, sich mit mir unterhalten, meine Rechnung übernommen und nun wollte sie noch zu mir. Eins und eins zusammengerechnet und schon wusste ich, was sie bei mir wollte. Mich.
Stunden vergingen. So viel Ausdauer hatte ich schon lange nicht mehr gehabt. Dann lagen wir keuchend  nebeneinander, hielten unsere Hände und starrten zur Decke. Plötzlich stand sie auf und zog sich hastig an. Ich fragte sie, was sie auf einmal hätte und antwortete, das ihr Mann gleich nach Hause käme. Wenn er sie nicht zu Hause antreffen würde, bekäme er wieder einen seiner Wutanfälle. Und dann war sie weg und ich sah sie nie wieder. Ich hätte zu gerne gewusst, ob sie es noch rechtzeitig nach Hause geschafft hatte. Auch hätte ich mich zu gern wieder mit ihr unterhalten. Was mir bleibt, ist die Erinnerung an eine wunderschöne Frau und einen bezauberten Abend und einer heißen Nacht.    

Beschissen war die Woche

Es gibt Tage, da möchte man laut schreien. Man möchte explodieren und laut knallen. Bei mir fing es Sonntagabend an und zog sich die ganze Woche durch. Jeden Tag war irgendwas Neues. Meine neuen Nachbarn gingen mir auf den Sack. Zuerst wollten sie sich eine Leiter ausleihen. Dann fragten sie nach diversen Werkzeug. Am Abend, spätestens am folgenden Tag, wollten sie mir alles wieder geben. Ich zeigte viel Geduld. Schließlich hatten sie Kinder. Schon früh am Morgen hörte ich sie schreien. Tagsüber war Ruhe. Aber ab Nachmittag fing es wieder an und es zog sich bis nach neun Uhr abends hin. Manchmal sogar bis in die Nacht. Schlafen konnte ich dadurch nicht. Auch nicht in Ruhe fernsehen.
Mit dem Arbeitsamt gab es auch Probleme. Meine Unterlagen waren plötzlich verschwunden. Außerdem wurde ich beschuldigt, das ich unrechtmäßig Geld bezog. Dann gab es noch Arbeitgeber, die mich einstellen wollten. Am Arsch der Welt. Da ich weder motorisiert war, noch eine Fahrerlaubnis besaß, war ich Ortsgebunden. Mein Arbeitsplatz sollte in der Nähe von Haltestellen sein. Doch diese Unternehmen waren bis zu dreißig Minuten davon entfernt. Bergauf. Im Sommer mg es vielleicht noch gehen. Aber wenn Glatteis war...
Der andere Arbeitgeber wollte mich verscheißern. Ich sollte drei Schichten machen und auch Wochenende, so wie Feiertags arbeiten. Alles ohne Zuschläge. Ebenso die Überstunden, die automatisch jeder machte, würden nicht bezahlt werden. Obendrein war das Entgelt mehr als bescheiden. Probezeit zwei Jahre. Und als ob dies nicht genug wäre, würgte mir das Arbeitsamt noch eines rein. Kaum waren meine Unterlagen wieder zum Vorschein gekommen, kürzten sie mir mein Arbeitslosengeld, weil ich die Jobs nicht angenommen habe. Trotz meiner Erklärungen, hatten sie kein Ansehen. Deshalb ging ich in die Bar, um mich zu betrinken und eine Frau zu finden, die mit mir ins Bett steigt.
Das erste Glück dieser Woche, dachte ich mir, als ich meinen Stammplatz sah und ein Freibier bekam. Die Chefin hatte kurz Zeit für mich gehabt und hörte sich meine Probleme an. Dafür bekam ich noch ein Freibier. Dann musste sie sich um die anderen Gäste kümmern.
Wie viel ich an diesem Abend getrunken hatte, weiß ich nicht mehr. Es war reichlich. Vor meinem Blackout hatte ich ein paar amen angesprochen und ein wenig mit ihnen geflirtet. Aber keine wollte mehr, als nur flirten. Ich fand mich damit ab, das ich allein nach Hause gehen würde und trank noch mehr. Mir war bewusst, das es nichts half. Weder würde es meine Probleme mit dem Amt lösen, noch würde ich eine Frau kennenlernen. Ganz im Gegenteil. Am nächsten Morgen würde es mir übel ergehen. Trotzdem trank ich und fand kein Ende. So bin ich eben. Obwohl ich es besser weiß, mach ich es anders, als ich sollte.
Am folgenden Morgen wachte ich irgendwann gegen Mittag auf. Mir war nicht übel und meine Kopfschmerzen waren nur ganz leicht. Einen Liter Wasser trinken und sie waren weg. Ich wusste, das die Leber Wasser brauchte, um den Alkohol abzubauen. Da der Körper, am Vorabend, viel Wasser verloren hatte, musste er an die Reserven. Jene fand er im Kopf. Da ich das wusste, sparte ich das Geld für Kopfschmerztabletten.
Als ich neben mir blickte, bekam ich einen Riesenschreck. Etwas lag neben mir. Eine Frau. So alt, sie könnte meine Oma sein. Hässlich war sie zwar nicht. Aber eben sehr alt. Aus ihrem Mundwinkel tropfte ein wenig Speichel. Sie schnarchte. Durch ihren geöffneten Mund konnte ich erkennen, das sie keine Zähne hatte. Logisch. Sie waren auf meinem Nachttisch und grinsten ich an. Kleine Erinnerungsfetzen kamen zum Vorschein. Ich sah sie vor mir knien. Oralverkehr. Damals war es schön gewesen. Da sah sie auch entschieden jünger aus.
Auch wenn die Dame schon sehr betagt war und Runzeln hatte, kann ich nicht sagen, das ich mich , bei ihrem Anblick, ekelte. Eigentlich sah sie noch ziemlich jung aus, für ihr Alter. Und wenn ich mich recht an ihren nackten Körper erinnere, war alles noch straff, wie bei einem jungen Fräulein. Viele Runzeln hatte sie auch gar nicht gehabt. Nur hier und da eine. Trotzdem wollte ich nicht noch einmal.       

Buschig

Langeweile. Ich hatte nichts zu tun und im Fernseher kam nur Rotz. Meine Wohnung war sauber. Den ganzen Tag hatte ich geputzt, weil ich etwas tun musste. Nun war alles sauber. Da fiel mir ein, das es Freitagabend war. Die Bar hatte geöffnet. So große Lust hatte ich zwar nicht dazu, aber es war besser, als zu Hause Langeweile zu schieben.
Schon immer wollte ich wissen, wie es kommt, das mein Stammplatz stets frei ist, wenn ich komme. Aber irgendwie kam ich nie dazu zu fragen. Entweder waren alle beide zu beschäftigt, oder ich dachte nicht daran. Man muss aber auch nicht alles wissen. Die Chefin und ihr Mann sorgten eben dafür, das ich meinen Platz bekam, wenn ich kam.
An jenen Abend ging ich freiwillig und nüchtern auf die kleine Tanzfläche. Irgendwie war mir danach. Deutscher Schlager aus den siebzigern. Die Texte waren nicht die besten. Manche fand ich sehr komisch. Aber die Melodien brachten einem dazu sich rhythmisch zu bewegen.
Es schien, als würden nur Damen anwesend sein. Schöne Frauen, die nicht zu jung und nicht zu alt waren. Genau das Richtige für mich. Nichts gegen die jungen Fräuleins. Aber ich stand mehr auf die Generation zwischen dreißig und vierzig. Wenn sie noch knackig aussahen, dann durften sie auch über vierzig sein.
Die Auswahl schien groß zu sein. Doch bei genauerer Betrachtung waren die meisten mit sich selbst beschäftigt. Jede hat jemanden zum Reden. Und sie diskutierten ausgiebig. Teilweise sogar ziemlich laut. Daher zog ich es vor, mich an meinen Platz zu setzen und gemütlich mein Bier zu trinken. Später wollte ich es noch einmal versuchen.
Nur langsam verging die Zeit. Ich stand wieder auf und schaute mich noch einmal um. Und da fand ich auch schon eine Gesprächspartnerin. Ich hatte Glück gehabt, weil ihre Freundin gerade auf dem Klo gewesen war. Bei ihr dauerte es meist ziemlich lange, bis sie wiederkam, erklärte sie mir. Ich schätzte sie auf Mitte dreißig. Im Gespräch erfuhr ich, das sie schon ende vierzig war. Das war, für mich, kaum zu glauben. So jung, wie sie aussah.
Wir unterhielten uns und vergaßen dabei völlig die Zeit. Irgendwann sah sie über meiner Schulter, das ihre Freundin beschäftigt war. Sie hatte jemanden gefunden, mit dem sie nach Hause gehen würde. Meine Bekanntschaft nahm meine Hand und zog mich aus der Bar. Sie hatte nicht die beste Laune. Das sah man ihr an. Als ich sie fragte, warum sie so schlecht drauf war, erklärte sie mir, das ihre Freundin mit einem anderen losgezogen war. Dabei sollte es ein reiner Frauenabend sein. Darauf erwiderte ich, das ich an ihrem Tisch saß und mich mit ihr unterhalten habe, während ihre Freundin auf dem Klo war. Sie sah ein, das es falsch war, auf sie sauer zu sein.
Gentleman, wie ich war, begleitete ich die Dame. Eigentlich wollte sie zu sich nach Hause. Aber mitten auf dem Weg entschied sie sich anders. Wir gingen also zu mir. Dort öffnete ich eine Flasche Wein und wir machten es uns gemütlich. Die Heizung lief auf voller Kraft. Uns wurde warm. Sehr warm. So warm, das wir uns ausziehen mussten. Ich konnte nichts dafür. Die Heizung hatte schon lange eine Macke. Entweder funktionierte sie zu gut, oder gar nicht.
Ihr Blick sagte mehr, als tausend Worte. Und ihre Hand bewegte sich im nicht jugendfreiem Gelände. Die letzten hüllen fielen von uns ab und ich sah, das die Natur es zu gut mit ihr gemeint hatte. Dennoch gefiel mir der Anblick. Auch wenn es modern war, sich zu rasieren. Mir ist ein Busch lieber. Und dieser Busch war besonders üppig. Zugegeben, es war sehr viel Haar. Aber mir gefiel dies. Und ich muss gestehen, es war ein schönes Gefühl gewesen, als ich es an mir spürte. Die nackten Dinger, fühlten sich alle gleich an und sahen auch gleich aus. Aber ein Busch ist jedes mal anders. Denn einmal ist viel da, bei der anderen eher wenig. Mal war er schwarz, ein andermal rot. Je nach Frau.    

Die alte Ärztin

Eigentlich hatte ich nur Appetit auf ein Bier gehabt. Mehr wollte ich gar nicht. Nur ein Bier und einen kleinen Schwatz mit der Chefin. Das es am Ende dann anders kam, war nicht von mir geplant gewesen. Aber ich bereue es nicht. Manchmal komme ich zur richtigen Zeit, an den richtigen Ort. Das Glück küsst also doch jeden.
Die Bar stand nun schon eine ganze Weile und wurde immer beliebter. Kein Wunder. Bei guter, und abwechslungsreicher, Musik konnte man sich unterhalten, etwas trinken, kleine Speisen zu sich nehmen und sich einfach amüsieren. Am besten gefiel mir, das man sich nicht anschreien musste. Man konnte sich ganz normal unterhalten und flirten. Heute hatte ich es nicht vorgehabt. Wie schon erwähnt , wollte ich nur ein Bier trinken. Freilich wäre es zu Hause günstiger gekommen. Aber da war niemand, mit dem ich mich hätte reden können. Meine Wände kannte schon alle Geschichten.
Wenn ich mich auf ein was, in meinem Leben, verlassen konnte, dann war es das, ganz egal wann ich herkam, mein Stammplatz war frei. Er hatte schon ein wenig die Form meines Gesäßes angenommen. Es war immer wieder eine Freude zu sehen, das ich nie stehen musste. Und wenn es ein ganz guter Tag war, bekam ich das erste Bier auf Kosten des Hauses.
Die Chefin hatte nicht wirklich Zeit für mich. Ihr Mann aber auch nicht. Die Bar war gut besucht. Kaum noch ein Sitzplatz frei. Die Musik gefiel mir ganz besonders. Sie klang fremd und doch bekannt. Pop aus Asien. Nicht zu vergleichen mit dem Amidreck, den wir tagtäglich um die Ohren geschmissen bekommen. Schöne, klare Stimmen. Den Text verstand ich, natürlich, nicht. Wenn ich mir Lieder in englischer Sprache anhöre, verstehe ich aber auch kein Wort. Vielleicht ein, oder zwei. Mehr aber nicht. Ich habe mir einmal Texte übersetzen lassen und mich hinterher gefragt, wie so ein Scheiß die Chartposition anführten kann. Noch idiotischer ging kaum noch.
Neben mir saß eine ältere Dame. Etwas über fünfzig, sah sie aus. Konnte aber auch am Licht liegen. Sie schielte die ganze Zeit zu mir herüber. Als es mir zu blöd wurde, sprach ich sie höflich an. Das heißt, ich erhob mein Glas und prostete ihr zu. Verlegen schaute sie weg.
„Junge Frau. Glauben sie wirklich, das ich nicht mitbekommen habe, wie sie die ganze Zeit über zu mir herüber schielen?“
Sie wurde rot. Selbst in dem dämmrigen, und doch farbenfrohen, Licht, konnte ich es sehen. Ich sprach auf sie ein. Machte ihr Mut. Bestellte mir doch noch ein zweites Bier  und ein Glas Wein für sie. Es dauerte. Aber nach und nach wurde sie gesprächiger. Ich brauchte ihr nicht mehr alles aus der Nase zu ziehen. Das Eis brach und taute. Am Ende war ich nur noch Zuhörer. Mich störte es nicht, da ich es sehr interessant fand, was sie mir erzählte. Sie war Ärztin gewesen. Musste aber aufhören, nachdem sie, freiwillig, im Ausland gedient hatte. Den Grund verstand ich nicht so ganz. Aber ich wollte sie nicht unterbrechen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als würde sie das jetzt brauchen. Und so verging die Zeit. Zwischendurch wurden meine leeren Gläser gefüllt, ohne gefragt zu werden. Am Ende brachte ich sie zu mir nach Haus.
Ich habe ihr angesehen, das sie sich erleichtert fühlte, nachdem sie sich alles von der Seele geredet hatte. Sie konnte sogar lächeln. Dann schwang sie ihre arme um meinen Hals und küsste mich leidenschaftlich. Noch ehe ich darüber nachdenken konnte, lagen wir aufeinander und liebten uns, bis die ersten Sonnenstrahlen durch mein Fenster schienen. Im Tageslicht betrachtet, fand ich sie... Wie drücke ich es höflich aus? Sie war vom Leben gezeichnet. In der Bar dachte ich noch, das sie etwa fünfzig sei. Jetzt sah sie wie achtzig aus.
Sie zog sich an, bedankte sich bei mir, für alles, und ging, beschwingt, wie ein Teenager, durch die Tür. Ich hörte sie noch lange singen.

Die Angeber

Es war ein ganz normaler Tag. Ich war aufgestanden, hab Kaffee getrunken, bin einkaufen gegangen, hab zu Mittag gegessen und meine Wohnung gemacht. Danach habe ich mich vor die Röhre gehauen und nichts gemacht. Ich hatte einfach zu nichts Lust gehabt. Mir wollte auch nichts einfallen, was ich tun könnte. Alles ödete mich an. Daher wartete ich auf die Abendstunden. Ein paar gepflegte Bierchen und Unterhaltung in der Bar würden mir die Langeweile schon austreiben. Vielleicht ergab sich ja auch eine nächtliche Bekanntschaft.
Mein Stammplatz. Die liebe Chefin ließ niemanden darauf sitzen, obwohl ich nur einmal die Woche erschien. Manchmal blieb ich auch zu hause, weil ich entweder keine Lust, oder kein Geld dazu hatte. Dennoch blieb der Sitz für mich frei. Schließlich könnte ich es mir ja doch noch anders überlegen.
Nach einen kurzem Smalltalk ging ich meine übliche Runde. Kurz darauf sah ich ein paar alte Bekannte. Ich ging an ihnen vorbei, ohne zu versuchen mich zu verstecken. Wer weiß, ob sie mich nach so langer Zeit wiedererkannten. Schon damals war der Kontakt nicht so groß, weil ich nicht einsah, das ich mich stets und ständig bei ihnen melden sollte. Schließlich hatten sie auch ein Telefon, mit dem sie anrufen konnten. Außerdem ging mir ihre Angeberei auf den Sack. Wie viel, von dem, was sie sagten, konnte ich wirklich glauben?
Fast war ich an ihrem Tisch vorbei, da hatten sie mich erkannt und zu sich gewunken. Geheuchelte Freude, oder wahre Freude? Eigentlich war es mir egal. Vielleicht hatten sie sich ja in der Zwischenzeit geändert. Sind bessere Menschen geworden. Die Möglichkeit bestand. Doch schon nach wenigen Minuten wurde mir klar, dass es die selben Personen, wie von damals, waren. Sie hatten sich nicht geändert. Irgendwann wurde es mir zu bunt. Trank mein Glas aus und gab vor, mir nur ein Neues zu holen. Aber stattdessen machte ich mich auf die Suche nach Leuten, mit denen man sich ganz normal unterhalten konnte. Die nicht angaben, mit wie vielen Frauen, sie wie oft gevögelt hatten.
Ich entschloss mich, erst mal doch wieder zur Theke zu gehen und mir ein Bier geben zu lassen. Als mich die Chefin fragend ansah, erzählte ich von den Angebern. Das sie damals schon geprahlt hatten und heute nicht besser sind. Dann ging sie an jenen Tisch. Was sie da genau machte, weiß ich nicht. Jedenfalls waren die Jungs schamrot angelaufen. Trotz des Lichtmangels, konnte man es erkennen.
Die Chefin kam grinsend zurück.
„Milchreisbubis. Noch völlig grün hinter den Ohren.“
Ich konnte mich nicht mehr halten. Das war sie live. Ihr Freund kam von hinten raus und fragte was los sei. Sie erzählte es ihm und er musste automatisch mitlachen. Auch er kannte die Typen. Nicht alle, Aber zumindest zwei von denen. Er hielt nichts von ihnen. Der Eine war schnell beleidigt, teilte aber gern aus. Und der andere will sich immer schlagen. Genau so hatte ich sie auch in Erinnerung. Die andern beiden waren nur Mitläufer. So wie ich damals. Der sich ihre Geschichten immer und immer wieder anhören durfte. Ich war ja noch jung und hatte daher von Nichts eine Ahnung. Eigene Erfahrungen würde ich erst noch machen.
Und das habe ich auch getan. Nur gebe ich damit nicht an. Schon damals hatte ich erste Erfahrungen gesammelt, aber nie darüber gesprochen. Denn ein wahrer Gentleman genießt und schweigt. Auch wenn es nicht viele waren, mit denen ich Spaß hatte. Wenigstens hatte ich Damen, die nicht über jeden herfielen. Bei denen ich sicher sein konnte, das ich mir nichts einfange.
Die Zeit verging. Ich lernte eine Frau kennen, die wirklich einzigartig war. Aber dennoch liebreizend und hübsch. Und nachdem wir uns angenehm unterhalten hatten und uns einig darüber waren, das wir die Nacht aktiv bei mir verbringen wollten, liefen wir am Tisch der Angeber vorbei. Meinen Arm hatte ich dabei um ihre Hüfte gelegt. Und als ob sie es geahnt hatte, was das für Typen waren und was ich bezweckte, legte sie meine Hand auf ihren Busen. Ihnen fielen fast die Augen raus, als sie mich mir ihr sahen. Der Anblick war Traumhaft. Ich hatte sie und sie hatten niemanden, außer sich. Einen von ihnen würde es nicht stören. Denn der war ja Bi.              

Die Dame in schwarz

Es war eine langweilige Woche gewesen. Jeder Tag lief gleich ab. Morgens aufstehen, Kaffee trinken, anziehen, Bude machen, gammeln. Irgendwie hatte ich zu nichts Lust gehabt. Ich befand mich in einem Tief. Es fing am Montag an und zog sich bis zum Freitag hin. Kein Tag verging, an dem ich nicht versuchte meinen Arsch hoch zu kriegen und in die Gänge zu kommen. Aber jeder Versuch endete kläglich. Am Mittwoch hatte ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, aber trotzdem hatte ich es weiter probiert. Und dann kam der Freitag, der auch nicht anders war, außer das ich mich am Abend frisch und dann auf den Weg zur Bar machte, und das, obwohl ich eigentlich keine Lust dazu hatte.
An diesen Abend zog sich der Weg ziemlich sehr weit. Zwischendurch verspürte ich den Drang umzudrehen und wieder nach Hause zu gehen. Aber schließlich kam ich dann doch noch in der Bar an, setzte mich auf meinen Stammplatz und trank erst mal einen ordentlichen Schluck. Ich stellte dabei fest, das der Service immer besser wurde. Kaum betrat man die Bar, wurde auch schon das Bier serviert.
Es schien heute Rentnerabend zu sein, da ich nur ältere Herrschaften sah. Wo ich auch hinschaute, sah ich entweder eine ältere Dame, oder einen älteren Herrn. Nichts junges oder in meinem Alter. Und während ich den erfahrenen Leuten zu schaute, wie sie sich miteinander unterhielten und tanzten, wurde mir meine Sterblichkeit bewusst. Eines Tages würde ich in den Spiegel schauen und einem alten, verwelkten Etwas ins Gesicht blicken und mich fragen, was ich in meinem Leben erreicht habe. Es war eine Schreckensvision.
Nach dem ich mein drittes Bier getrunken hatte, wollte ich eigentlich gehen. Aber ich stellte erstaunt fest, das sich das Publikum geändert hatte. Während ich in Gedanken versunken war, hatten sich die Alten verkrümelt und Jungvolk war erschienen. Ich entschied mich zu bleiben, noch ein Bier zu trinken und mich umzuschauen.
Ziemlich spät fand ich am Ende doch noch jemand, die Zeit für mich und einen Plausch mit mir hatte. Wobei wir nicht all zu viel mit Worten hantierten, sondern uns eher ansahen, anschwiegen und irgendwann gingen. Ich ließ mich überreden mit zu ihr zu gehen. Hinterher bereute ich es, da sie ganz andere Interessen, als ich, hatte. Sie sah zwar zum Anbeißen aus, vor allem, nachdem sie sich umgezogen hatte, aber dennoch war sie nicht mein Typ. Noch heute kommt es vor, das ich nachts schweißgebadet aufwache.
Als wir ihre Wohnung betraten, hätte mir sofort auffallen müssen, wie sie drauf war. Aber zu dieser Stunde und in diesem Zustand, war es mir nicht aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich eh nur das Eine. Jedenfalls machte ich es mir auf ihrem Sofa bequem, während sie in ihrem Schlafzimmer verschwand. Keine fünf Minuten später stand sie in Lack und Leder gekleidet vor mir. Die Peitsche in ihrer Hand machte mir Angst. Sadomaso war eigentlich nicht mein Ding. Ganz und gar nicht.  Und daher verabschiedete ich mich ganz höflich bei ihr und machte mich schnellstens auf den Heimweg. Auch wenn ich von Grund auf neugierig war, wollte ich doch einiges nicht wirklich wissen. Vor allem nicht körperlich spüren.
Zu Hause angekommen, öffnete ich mir eine Flasche Bier, legte mir eine DVD ein und ließ den Morgen langsam in Erscheinung treten. Ich kann von Glück reden, das die junge Dame mich nicht gezwungen hatte zu bleiben und ihre Sexualpraktiken mit ihr auszuleben. So was mit anzusehen ist ja okay, aber selber gepeitscht, und so, werden, musste nicht sein.     

Die Lehrerin

Freitagabend und in Partylaune. Kommt selten, bei mir, vor, aber es kommt vor. Seit dem Aufstehen hatte ich ein natürliches Hoch. Mir ging es super. Geil. Dufte. Oder wie auch immer man heutzutage dazu sagt.
Ich war nicht mehr der Jüngste. Für die Teenager war ich ein Gruftie. Schließlich war ich keine zwanzig mehr. Dreißig aber auch nicht. Wenigstens war ich noch unter vierzig. Arbeitslos. Ledig. Voller Energie. Mein Bekanntenkreis hielt sich in Grenzen. Eigentlich hatte ich niemanden mehr. Außer die Chefin und ihren Mann. Und woran lag es? An einer Frau. Sie mochte meine Bekannten nicht und die sie nicht. Ich entschied mich für die Frau und wurde schnell bitter enttäuscht. Zuerst waren meine Freunde weg und kurz darauf meine Frau. Am Anfang war es hart gewesen. Plötzlich ganz allein. Aber ziemlich schnell lebte ich mich wieder ein. Oft, und lange, genug war ich Junggeselle gewesen. Und enttäuscht von den Damen, mit denen ich zusammengewesen war. Welche, von ihnen, hatte es wirklich ernst mit mir gemeint? Wurde ich jemals wirklich geliebt? Irgendwie hatte ich nur schlechte Erfahrungen, mit Beziehungen, gesammelt. Als Freunde, verstand ich mich mit Frauen eins a. Es waren ja auch andere Typen von Frauen gewesen, als die, mit denen ich zusammenkam.
Warum musste ich nur wieder an die Vergangenheit denken? Jedes mal brachte es mich runter. Ich hatte auch ein Pech, mit den Frauen. Vielleicht suchte ich deshalb nur etwas für die Nacht, weil ich nicht für eine Beziehung geschaffen war?
Die Bar war mein zweites Zuhause. Die Chefin hatte etwas Zeit für mich. Wir hielten ein kleines Schwätzchen und ich kam dabei auf andere Gedanken. Mein natürliches Hoch kam wieder. Vielleicht lag es auch daran, das sie ein wenig Ausschnitt zeigte. Schade, das es nur so wenig war, denn die Chefin ist ein wahrer Traum. Wenn sie nicht so eine gute Freundin wäre, würde ich wahrscheinlich Interesse zeigen.
Mein Appetit war gigantisch. Das Bier floss und ich merkte kaum etwas davon. Normalerweise war ich schnell angetrunken. Aber an diesem Tag vertrug ich eine ganze Menge. Konnte ich mir das leisten? Da wir uns schon früher kannten und sehr gut verstanden, durfte ich auch anschreiben. Aber das wollte ich nicht. Schulden waren nicht mein Ding. Ich fühlte mich nicht wohl, wenn ich wusste, das ich irgendwo Schulden hatte.
Als ich so in Gedanken war und über dieses Thema nachdachte, kam eine Frau herein. Rassig. Warum durfte man bei Tieren von Rasse reden und beim Menschen nicht? Galt dies nur für Deutschland, oder überall auf der Welt? Europide, Mongolide, Negride. Das sind die drei Menschenrassen. Habe ich einst in der Schule gelernt. Und Papa Uwe hatte es mir wieder ins Gedächtnis gerufen.
Die Dame vom schwarzen Kontinent setzte sich neben mich. Sie sah wirklich heiß aus. Ich sprach sie an und kam sofort auf das Thema über die menschliche Rasse. Sie erzählte mir, das sie Biologie unterrichte und sich damit bestens auskannte. Dann kam sie in einen Redefluss. Ich hörte ihr gespannt zu und lernte einiges wieder und aber auch neu. Es war sehr interessant gewesen. Dabei vergaß ich komplett, das ich noch ein Glas Bier stehen hatte. Als ich daran dachte, war das Bier schon fast schal gewesen. Dennoch trank ich es. Schließlich zahlte ich dafür. (wahrscheinlich)
Nach einiger Zeit entschlossen wir uns, die Unterhaltung bei mir fortzusetzen. Zu viele Leute standen um uns herum. Alle hörten ihr gespannt zu. Und ich konnte mir denken, was sie dachte. „Wenn nur meine Schüler so Wissbegierig wären.“ Außerdem wollte ich ein anderes Thema der Biologie ansprechen. Menschliche Fortpflanzung.
Ich wollte es geschickt angehen. Langsam darauf zugehen. Aber sie sagte nur, kurz nachdem wir bei mir ankamen: „Bringen wir es hinter uns.“
Stimmung war vorbei. Ich wollte mit ihr schlafen, aber auch nur dann, wenn sie bereit dafür war. Wenn sie es auch wollte. Aber dann entschuldigte sie sich bei mir und sagte, das sie für einen Moment glaubte, das sie in der Schule sei.
Es war traumhaft gewesen. Lehrer konnten auch hübsch sein. Wild. Unersättlich. Hungrig nach Liebe. Körperlicher Liebe.
Entspannt und ausgepowert lagen wir nebeneinander. Lächelnd starrte ich die Decke an und bereute nichts. Die Frau war ein Wahnsinn. Schade, das ich sie nie wieder sehen würde.

Doppelpack

Es war Wochenende und ich hatte ein wenig Kleingeld übrig. Also konnte ich in die Bar gehen. Ein Bierchen und ein Frauchen und ich werde der glücklichste Mensch auf Erden sein. Okay, so glücklich nun auch wieder nicht. Aber ich würde mich darüber freuen. Zufrieden mit mir und meiner Welt sein. Jedenfalls für die Dauer des Augenblicks. Hoffentlich traf ich heute eine richtige Frau. Ich mochte heute keine Überraschungen. Und daher bekam ich auch Eine.
Voll war es gewesen. Aber lauter hübsche Menschen. Vor allem weibliche Frauen. Natürlich fragte ich erst die Chefin, ob die Damen auch weiblich waren. Denn ich hatte so meine Erfahrungen gemacht. Damals, vor wenigen Wochen. Darüber will ich gar nicht nachdenken.
Auch wenn ich mich nicht immer darauf verlassen konnte, das eine Frau auch wirklich eine Frau ist, so wenigstens darauf, das ich einen freien Sitzplatz hatte. Direkt an der Quelle. Und nicht nur das. Die Bedienung war verdammt fix. Noch nicht ganz die Backe auf dem Sitz, schon stand das Bier vor mir. So was nenne ich Service.
Es waren mir zu viele Menschen auf zu engem Raum. Daher zog ich es vor, auf meinem Platz zu bleiben und keine Runde zu drehen. Ich kam eh nicht durch. Wenn das so weiter ging, müssen sie wirklich noch anbauen. Ich konnte die Leute gut verstehen. Schließlich war dies ein angenehmer Ort, um andere Menschen kennenzulernen, ohne schreien zu müssen. Die Preise waren angenehm und die Musik abwechslungsreich. In meiner früheren Stammdiscothek, lief jede Woche die selbe Mucke. Nur selten kam mal ein anderer Titel dazwischen. Es wurde, daher, langweilig. Und da die Musik zu laut war, konnte man sich auch nicht wirklich unterhalten. Die Bar ist viel besser. Und anscheinend sehen es viele andere genauso, wie ich. Ist auch besser für die Ohren. Auch wenn es schon gute Hörgeräte gab, möchte ich meine Originale behalten und benutzen.
Schreck lass nach, dachte ich, als ich sie sah. Meine Ex. Und was lief da neben ihr? Eine andere Ex von mir. Diejenige, mit der ich zuerst gegangen war und die mir immer noch Geld schuldete. Schon damals waren sie beste Freundinnen gewesen. Pack. Auch wenn es hart klingt, so ist es doch die Wahrheit. Lange ist es her und doch kam es mir vor, als wäre es eben erst geschehen.
Ich wollte es nicht. Dennoch starrte ich in ihre Richtung. Sie waren allein. Ohne Anhang. Frauenabend? Vielleicht waren sie auch auf der Suche nach einem Mann. Ich kannte sie beide und wusste daher zu genau, das sie nicht der beste Umgang waren. Natürlich könnte sich dies verändert haben. Aber danach sahen sie nicht aus. Bei genauer Betrachtung fragte ich mich, wie viel sie schon getrunken hatten. Oder waren gar Drogen im Spiel gewesen?  
Sie kamen zu mir. Trotz der langen Zeit, die wir uns nicht gesehen hatten, erkannten sie mich wieder. Wir unterhielten uns ganz nett. Über die Vergangenheit und was danach war. Und die ganze Zeit über dachten sie, ich würde ihnen etwas ausgeben. Aber nicht mit mir. Nicht nach dem, was die mir angetan hatten. Was ich für sie getan hatte. Vor allem für Blondie. Aber die Chefin war gnädig. Ich weiß nicht, was sie ihnen gegeben hatte. Jedenfalls dauerte es nicht lange und wir landeten bei mir. Das war meine Chance, nachzuholen, was ich damals verpasste, weil ich damals Komplexe hatte.
Das erste Mal mit zwei Frauen zu gleich. Ich dachte nicht darüber nach, das ich mir was einfangen konnte. Blondie ließ ihre Telefonnummer verteilen, obwohl sie mit mir zusammen war. Und sie dachte auch an andere Typen. Keine Ahnung, warum ich gewartet hatte, das sie Schluss machte. Auf jeden Fall war es für mich ein Freudentag gewesen. Auch wenn sie als Grund angab, das ich zu viel Gas aus meinem Hinterteil ließ. Quatsch mit Soße. So viel hatte ich nicht gepupst.
Widererwartend, war es eine schöne Nacht geworden. Man merkte, das sie Erfahrung hatten. Mich wunderte es nur, das beide auf einmal..., weil sie mal behauptet hatten, das sie nie miteinander würden, da sie beste Freundinnen waren. Zeiten, wie auch Meinungen, änderten sich eben.
Ja, wir hatten Spaß gehabt. Ich kann nicht behaupten, das ich es bereue. Aber die Erinnerungen, die wieder in mir aufkamen, auf die hätte ich zu gern verzichtet. Mein Gott, war ich blöd gewesen. Wo war mein Verstand gewesen?       

Jung und dumm

Ich hatte Sehnsucht. Sehnsucht nach meiner Bar. Trotz des Mangels an bedruckten Papier und gestanzten Metallkreisen, wollte ich dahin. Es war jetzt nicht so, das ich gar nichts mehr hatte, oder am Rande des Verhungerns, wenn ich in die Bar ging. Aber ich musste aufpassen, was ich ausgab, da in diesem Monat so ziemlich jeder Geld von mir wollte. Schon lange hatte ich mir vorgenommen meinen ganzen Versicherungen durchzugucken. Auch wenn ich im Jahr nicht viel zahlte, störte es doch meine finanzielle Freiheit, wenn sie einmal jährlich sich meines Guthabens bewogen. Denn dann musste ich richtig rechnen. Viel blieb zum Leben nicht mehr übrig. Da konnte ich mich glücklich schätzen, das ich dem Nikotin entsagt habe und auf meine schlanke Linie achtete. (Okay, ich gebe es zu. Ich bin zu faul zum Essen.)
Es war eine laue Nacht. Sie roch angenehm nach Sommerblumen. In der Luft lag etwas, das mich freudig stimmte. Ich hatte ein natürliches Hoch. Es ließ mich vergessen, das ich eigentlich knapp bei Kasse war.
Die Bar war gut besucht. Doch meine herzallerliebste hielt meinen Stammplatz für mich bereit. Ich konnte kommen, wann ich wollte, der Sitz war frei. Durch eine Unterhaltung mit ihr, erfuhr ich, das sie niemand anderen erlaubte sich darauf zu setzen. Man konnte es Gewohnheit nennen. Vom ersten Erscheinen an saß ich auf diesem Hocker. Da ich meist sehr früh in Erscheinung trat, hatte sie Zeit für einen kleinen Plausch. Manchmal spendierte sie mir auch ein Bier. War aber eher die Ausnahme.
Wir konnten über alles reden. Sogar über die innigsten Gefühle und Dinge, die man niemanden erzählen würde. Wir liebten uns freundschaftlich und doch auch noch anders. Ich kann es nicht beschreiben.Wahrscheinlich kann das niemand. Wir lieben uns eben auf einer unbekannten Ebene.
Heute hatte sie keine Zeit für mich gehabt. Es war zu viel Betrieb. Deswegen schaute ich mich um. Eine Gruppe junger Menschen unterhielt sich angeregt über irgendwas, was für mich keinen wirklichen Sinn. Ich blieb in der Nähe stehen und horchte weiter zu. Ich weiß, das man so was nicht macht. Aber ich hatte Langeweile und wollte wissen, für was sich die jungen Leute heutzutage interessieren. Aber schon bald ließ das Interesse bei mir nach es zu erfahren, als ich bemerkte, das sie übers Fernsehen sprachen. Über Dailydokus und Soaps und irgendwelchen anderen Quatsch den der Verdummungssender RTL so brachte. Gedanklich griff ich mir an den Kopf und ging weiter. Wie konnte man nur so ergriffen von dem Rotz sein. Einmal hab ich mir so was angesehen und mir gedacht, das die Leute vorher hätten Schauspielunterricht nehmen sollen. Den jungen Leuten schien nicht klar zu sein, das alles nur frei erfunden wurde. Für einen Moment dachte ich daran sie darüber aufzuklären, wischte den Gedanken aber schnell wieder weg. Sie sollten selbst dahinterkommen. Ich selbst schaute den Sender schon lange nicht mehr, da ich erfahren habe, das sie sogar Nachrichten erfinden. In fast jeder Sendung wird man bei dem Sender belogen und das musste ich mir nicht antun.
Eine Stunde später haute ich schon wieder ab. Irgendwie hatte ich die Lust hier zu sein verloren. Ich wollte nach Hause und in mein Bett. Vielleicht lag es ja daran, das heute nur junges Gemüse da war.    

Keine wollte

Seit Tagen war ich depressiv. Immer wieder hatte ich mich beworben und wurde abgelehnt. Selbst Zeitarbeitsfirmen wollten mich nicht haben. Dabei wollte ich wirklich arbeiten gehen. Zwar hatte ich nichts dagegen gehabt den ganzen Tag zu Hause zu verbringen und mir den Tag so einzuteilen, wie es mir gefiel. Aber auf die Dauer war es belastend. Eintönig. Nervend.
Wenn es mehr als kalt war und es dann auch noch glatt war, freute ich mich schon, wenn ich nicht raus musste. Oder wenn es doch etwas länger wurde, der Abend und die Birne dröhnte. Aber wann kam das mal bei mir vor. Am Wochenende, vielleicht. Aber nicht immer. Ich bin nicht der Typ, der die ganze Woche über kein Tropfen trinkt und es am Wochenende nachholt. Ich trinke, wenn ich Appetit drauf hab. Aber nie so viel, das ich besoffen bin. Nur ganz selten passiert es doch einmal, das ich nicht bemerke, das ich schon genug hab.
So rechten Appetit hatte ich zwar nicht, aber ich brauchte Ablenkung. Und wo fand ich sie? In der Bar. Was fand ich dort alles? Zwei gute Freunde und Frauen, die wollen – wenn ich Glück hatte. Darauf hatte ich schon irgendwie Lust. Mich würde es auch nicht stören, wenn wir uns nur unterhalten würden. Nicht mit jeder Frau, die ich in der Bar kennengelernt hatte, ging es gleich in die Kiste. Mit manchen hatte ich mich sehr angeregt unterhalten.
Es war schon einiges los gewesen, als ich die Bar betrat. Was mir wieder auffiel, war, das jedes mal andere Musik lief. Als ich noch jung war und in die Disco ging, liefen jedes mal die gleichen Lieder. Nur ganz selten hatten sie mal ein anderes Lied dazwischen gespielt. Aber hier hörte man immer was anderes und das in einer angenehmen Lautstärke. So, das man sich normal unterhalten und dennoch dazu tanzen kann. Die Beiden hatten mit der Bar eine saumäßig gute Idee gehabt.
Nach einem kurzem Smalltalk, mit der Chefin, machte ich meine übliche Runde. Ich konnte mich zwischen jungen und erfahrenen Damen entscheiden. Um ehrlich zu sein, waren mir ältere Frauen lieber. Besondere Gründe hatte ich nicht. Sie gefielen mir einfach besser. Ich fühlte mich in ihrer Nähe wohler. Die Kommunikation war irgendwie angenehmer. Aber keine, von den anwesenden Damen, zeigte Interesse an mir. Also versuchte ich es bei den Jungen Fräuleins. Aber die wollten auch nicht wirklich anbeißen. Daher ging ich zurück zur Theke und genehmigte mir noch ein Bier. Es sollte wohl nicht sein. Ich machte mir aber nichts draus, sondern nahm es hin, wie es war. Ändern konnte ich es eh nicht.
Langsam machte ich mich wieder auf den Heimweg. Ich fühlte mich müde. Richtige Lust, eine Frau  kennenzulernen, hatte ich auch nicht mehr. Ich wollte nur noch nach Hause und in mein Bett. Vielleicht war es das Beste. Wenn ich jedes mal eine Frau mit nach Hause nehme und dann mit ihr schlafe, würde es zur Gewohnheit werden und bald keinen Spaß mehr machen.

Erst duschen

Es war Samstagabend gewesen und ich hatte mir irgend so ein Film angesehen, der mir sagte, ich solle in die Bar gehen und etwas Zärtlichkeit für die Nacht suchen. Ich ließ mich nicht lange bitten. Ruckzuck war ich abmarschbereit.
Die Bar war mal wieder voll. Leider schien es auch so, das der überwiegende Teil aus Männern bestand. Ich wurde ganz traurig. Anscheinend darf ich die Nacht mit mir selber verbringen. Schade. Ich hatte mich schon so sehr darauf gefreut gehabt. Wenigstens war mein Stammplatz frei und mein erstes Bier kam auch sehr flott.
„Was ist denn los?“, fragte mich die Chefin.
„Sieh dich doch mal um. Lauter Männer. Kaum Frauen. Dabei brauche ich gerade heute ein wenig Zärtlichkeit. Liebe und Geborgenheit.“
„Du bist geil.“
„Das auch.“
„Ich kann dich beruhigen. Die meisten Männer hier, sind nicht an Frauen interessiert. Die Homobar hat geschlossen. Irgendwelche Idioten haben die Scheiben eingeschlagen, sind eingebrochen und haben alles zerstört. Ehe die Polizei da war, sind die Täter entkommen. Mir kommt es so vor, als hätten sie sich absichtlich Zeit genommen. Bei der Polizei sind doch mehr Nazis beschäftigt, als bei der NPD.“
In dem Punkt waren wir unterschiedlicher Meinung. Doch ich hielt lieber meine Klappe. Sie war nicht gut aufgelegt. Ein falsches Wort und ich hätte einen Rausschmiss riskiert. Aber irgendetwas schien mit ihr zu sein. Denn sonst redete sie nie so. Sie hatte keine Vorurteile. Einmal hatte sie etwas gegen Ausländer gesagt. Aber da wurde sie von Einem dumm angemacht und wollte nicht von ihr lassen.
Einen kurzen Augenblick lang überlegte ich, ob ich nach dem Grund ihrer üblen Laune fragen sollte. Stellte aber fest, das es keine gute Idee war. Schweigend nippte ich an meinem Bier und lies sie reden. Betrachtete sie von der Seite und war überzeugt davon, das es ihr gesundheitlich nicht gut ging. Das schien der Grund zu sein, warum sie, in Wirklichkeit, nicht so gut drauf war.
Ich schaute mich um. Lauter liebende Pärchen. Männlich, wie weiblich. Mir stellte sich die Frage, ob auch hetero Frauen zu finden waren. Überall sah ich nur knutschende Männer. Aber keine Frau, die Interesse an Männern,  und ganz speziell mir, zeigt. Daher ging ich zurück an meinen Platz. Bestellte noch ein Bier und fand mich damit ab, heute Nacht allein zu sein. Plötzlich wurde ich von hinten angesprochen.
„Schwul?“
Ich drehte mich langsam um und verneinte ihre Frage. Ein erleichtertes 'Gott sei Dank' entfleuchte ihrem Mund.
„Geil?“, fragte ich und hätte mir am Liebsten selbst eine gescheuert.
„Würde ich dich sonst ansprechen?“
Das machte mich echt scharf. Und es steigerte mein Selbstbewusstsein immens. Doch dann  entschuldigte sie sich für ihre Aussage. Sie war nicht gut drauf. Alles lief derzeit schief, in ihrem Leben. Vor ein paar Wochen hatte ihr Freund mit ihr Schluss gemacht. Einfach so. Nannte keinen Grund. Ich blickte in ihr Gesicht, hob ein wenig ihr Kinn und näherte mich. Keine Abwehrreaktion. Also presste ich meine Lippen, auf ihre. Es fühlte sich gut an. Besser als Sex.
Wir teilten mein Bier und gingen. Bei mir angekommen, verschwendeten wir keine Zeit mit Wortwechsel. Stattdessen suchten wir mein Badezimmer auf. Es war ihr Wunsch gewesen, da sie sich in letzter Zeit sehr gehen lassen hatte. Ihr Geruch war wirklich nicht sehr angenehm gewesen. Aber noch ertragbar.
Knutschend zogen wir uns gegenseitig aus und stellten uns unter die Dusche. Und schon waren wir vereint und liebten uns. Sehr schnell stöhnte sie auf und ich wusste, sie hatte es wirklich nötig gehabt.
Wir liebten uns die ganze Nacht. Und als der Morgen kam, zog sie sich an und bedankte sich für die letzten Stunden. An der Tür erhielt ich einen letzten, leidenschaftlichen Kuss von ihr. Ich hatte das Gefühl, das ich sie liebte. Doch ich wusste auch ganz genau, ich würde sie nie wieder sehen.     

Ex

Ganz hinten hing er. Mein guter Anzug. Bisher hatte ich ihn nur ein einziges mal angehabt. Und das auch nur zur Anprobe. Bisher gab es keine passenden Anlässe. Aber wie lange sollte ich noch darauf warten? In meinem Leben wird es keinen passenden Anlass geben, um einen Anzug zu tragen. Also zog ich ihn für die Bar an. Vielleicht hatte ich ja so mehr Chancen auf Damen, die eher hochnäsig daher kamen. Nur einmal würde ich ihnen gern zeigen, was sie verpassen, wenn sie Menschen, wie mich, meiden.
Wie immer, setzte ich mich auf meinen Stammplatz. Schnell kam mein Bier angesaust und die Chefin hatte noch ein paar Sekunden Zeit für einen Schwatz. Ihr war aufgefallen, das ich chic angezogen war und sie fragte nach dem Grund. Ich hätte ihr eine erfundene Geschichte erzählen können. Aber ich blieb bei der Wahrheit und sie wünschte mir viel Glück bei meinen Eroberungsversuchen.
Die Bar füllte sich ziemlich schnell. Nun war die Chefin voll im Stress und hatte keine Zeit mehr für mich. Also marschierte ich durch die Bar, auf der Suche nach den bestimmten Damen. Aber irgendwie hatte ich kein Glück. Keine beachtete mich. Leicht betrübt, ging ich auf meinen Platz zurück. Später wollte ich es noch einmal versuchen. Kopf Hoch. Brust raus. Und die Nase hoch oben. Vielleicht weckte ich dann Aufmerksamkeit.
Das Bier floss gut. Zu gut. Ich musste aufpassen, das es meine Zunge nicht zu schwer machte. Schließlich hatte ich mir etwas vorgenommen. Natürlich wäre ich auch mit einer „einfachen“ Frau zufrieden. Je mehr ich trank, desto egaler wurde es mir, ob ich eine Hochnäsige abbekam.
Plötzlich blieb mir das Bier im Halse stecken. Unerwarteterweise kam eine Frau zur Tür herein, die ich noch von früher her kannte. Gar nicht so lange her. Oder doch schon länger. Ich bin mir nicht sicher, da ich absolut kein Zeitgefühl besitze. Manches kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, obwohl es schon hundert Jahre her ist. Und umgedreht ist es genauso. Wie lange bin ich nun schon geschieden? Keine Ahnung. Aber sie sieht immer noch genauso aus, wie damals. Wo ist denn ihr Freund, wegen dem sie mich verlassen hatte?
Ich wusste nicht was ich machen sollte. Wegsehen, oder hinsehen. Sie ignorieren, oder zu mir rufen. Eigentlich war es schon lange her und seit dem habe ich ein erfülltes Sexualleben. Wobei Sex nicht alles ist. Nachts fehlt mir doch manchmal eine weibliche Schulter zum Anlehnen. Eine Gesprächspartnerin. Etwas zum Kuscheln. All das, was ich bei ihr nie hatte. Oder nur äußerst selten. Da frage ich mich doch, warum wir geheiratet hatten.
Ich blickte sie direkt an und sie kam zu mir. Sie sah nicht glücklich aus. Aber auch nicht unglücklich. Emotionslos. So, wie früher. Was hatte mich so lange bei ihr gehalten?
Eine richtige Unterhaltung kam nicht auf. Mich wunderte es nicht. Sie war, mir gegenüber, nie richtig gesprächig gewesen. Meist hatte ich nur Monologe gehalten. Aber es hätte ja sein können, das sie sich in der Zwischenzeit geändert hatte. Versprochen hatte sie es damals. Und nicht nur das.
Es wurde mir zu blöd. Ich bestellte noch ein Bier und wartete darauf, das sie etwas zu mir sagte. Nichts. Weder über sich, noch ihre Beziehung, falls sie noch bestand. Auch stellte sie keine Fragen über mich. Irgendwann fragte ich nur:
“Ficken?“
Und sie antwortete, als wäre ihr alles egal:
„Wieso nicht.“
Ich kann nicht behaupten, das die Nacht bescheiden war. Sie erinnerte mich stark an früher, wenn wir doch mal Sex hatten. Auch heute noch biss sie mich gern und  ging ab, wie eine Rakete. Ziemlich schnell, brachte ich sie sogar zum Höhepunkt. Eine Seltenheit, das ich es bis dahin schaffte.
Wortlos verabschiedeten wir uns. Ich hatte immer noch keine Ahnung, wie es ihr und ihrem Freund ging. Aber mich überkam das Gefühl, als hätte sie mich aufgesucht. Gewusst, wo sie mich fand und war hingekommen. Vielleicht war es auch nur Einbildung. Wer weiß.   

Mein gefühltes erstes Mal

Mir war einfach mal so gewesen. Einfach raus und spazieren. Es war ein angenehmer Abend. Und die Luft roch...Ich kann es nicht beschreiben. Wenn ich die Augen schloss, vergaß ich, das ich in einer Großstadt war. Es hatte etwas ländliches an sich. Das gefiel mir. Ich wollte schon immer aufs Land ziehen. Aber ich bin ein Großstadtkind und werde es immer bleiben. Wer weiß, ob ich es auf Dauer ertragen würde. Außerdem würde mir meine Bar fehlen. Bei dem letzten Gedanken, bekam ich Appetit auf ein Bier und verspürte die Lust, in die Bar zu gehen.
Als ich die Bar betrat, wunderte ich mich, das sie so leer war. Dann sah ich auf die Uhr und stellte fest, das sie erst vor wenigen Minuten geöffnet hatten. Dafür war die Bar relativ gut besucht. Sie wollten sich bestimmt einen Sitzplatz ergattern, bevor es andere taten. Die Sorgen hatte ich, zum Glück, nicht. Mein Hocker war frei. Ganz egal wann ich kam, oder ob ich kam. -  Ein Stückchen heile Welt.
Die Chefin hatte Zeit für einen kleinen Plausch. Wir redeten über dies und das. Über mich und sie. Smalltalk. Nichts spannendes, oder interessantes. Großartig Neues, gab es weder bei ihr, noch bei mir. Komisch. Da hatte sie mal Zeit für mich und mir fiel nichts rechtes ein, worüber wir uns unterhalten könnten. Sie konnte mir auch nur erzählen, das der Laden immer mehr brummt und sie am Überlegen sind, die Bar auch Wochentags zu öffnen und Personal einzustellen. Noch schafften sie es alleine. Aber an manchen Tagen war die Bar so voll, das sie sich überfordert fühlten.
Nach und nach füllte sich die Bar. Junge und alte Menschen fühlten sich gleichermaßen wohl. Und auch unsere Freunde aus den kapitalistischen, sowie sozialistischen, Ländern waren herzlichst Willkommen. Wenn ich da an früher dachte, wo wir noch jung waren. Teenager wissen wirklich nicht, was sie tun. Spät kam die Erkenntnis. Aber sie kam.
Ich schaute mich ein wenig um. Da die Chefin keine Zeit mehr hatte und mich auch schon zu gut kannte, suchte ich nach einem neuen Gesprächspartner, weiblichen Geschlechts. Leider fand ich keine, die frei war. Entweder saß ein Kerl daneben, oder gleich eine ganze Gruppe von Menschen. Also begab ich mich wieder an meinen Platz. Auf dem Weg dahin, rempelte mich ein relativ junges Fräulein an. Absichtlich? Ich sah sie an. Irgendwie kam mir ihr Gesicht bekannt vor. Hatte ich sie schon einmal gesehen. Ich war fast jede Woche in der Bar und lernte jedes Mal eine Frau kennen. Aber bei dieser Dame hatte ich das Gefühl, als würde ich sie von Früher her kennen.
Sie fing mit mir eine Unterhaltung an. Ich stieg natürlich sofort ein. Nach einer Weile passierte es. Mein Verstand setzte aus. Ich war völlig weggetreten. Nicht zum ersten mal. Passierte mir häufig. Da hörte und sah ich nichts mehr, was um mich herum geschah. Wenn ich wieder aufwachte, wusste ich nicht mehr, was geschehen war. Bemerkte nicht einmal, das ich längere Zeit weggetreten war. Mir kam es immer vor, als wäre ich nur eine Sekunde lang unaufmerksam gewesen. Aber in diesem Moment war es anders gewesen. Ich hörte und sah sie nicht wirklich. Doch konnte ich mich hinterher erinnern, was in mir geschehen war. Erinnerungen. Ich erinnerte mich an sie. Vor Jahren waren wir ein Pärchen gewesen. Nicht lange. Beizeiten hatte sie Schluss gemacht. Bis heute weiß ich aber nicht, warum sie es getan hatte. Ob sie sich an mich erinnerte? Es sah nicht so aus.
Die ganze Zeit über hatte sie keinen Schimmer, wer ich wirklich war. Ich sagte es ihr auch nicht. Damals wollte ich mit ihr mein erstes Mal erleben und sie hatte kurz davor die Beziehung beendet. Gern hätte ich sie gefragt, warum sie es getan hatte. Aber ich wollte sie unbedingt in mein Bett bekommen.
Es klappte. Sie kam mit zu mir und ich durfte ihren Körper hüllenlos betrachten. Fühlen. Begehren. Ich stellte mir vor, das es mein erstes Mal war. Das erste mal, das ich mit einer Frau schlief. Es war eine interessante Erfahrung und ich fühlte mich hinterher richtig gut. Denn es hatte sich, für mich, wirklich so angefühlt, als wäre es mein erstes mal gewesen. Unglaublich, aber wahr.
Sie wusste immer noch nicht wer ich war, als sie ging. Ich sagte es ihr auch nicht. Konnte es nicht. Wollte es nicht. Das, was ich wollte, hatte ich bekommen. Und dabei ging es mir nicht um den Sex, sondern darum, das ich das Gefühl bekam, mit ihr mein erstes Mal erlebt zu haben. Es ist nicht leicht zu verstehen. Man muss es selber erleben und fühlen.       
 

Ohne Zähne

Ohne Grund hatte ich schon reichlich getrunken gehabt. Ich hatte ein natürliches hoch und wusste nicht woher. Es war mir auch egal. Ich genoss es einfach. Und wo konnte man es am besten genießen? Natürlich in der Bar. Bei meinen zwei besten und einzigen Freunden. Auch wenn es nicht viele freunde waren, so waren es wenigsten wirkliche freunde, auf die man sich verlassen konnte.
Es war eine laue Nacht. angenehm warm und windstill. Leichten Fußes und hüpfend machte ich mich auf den Weg zur Bar. Ich konnte mir nicht vorstellen, das irgendjemand es schaffen konnte, mir mein natürliches Hoch zu nehmen. Ich war zu gut drauf.
Meine beste Freundin lächelte freudig, als sie mich sah und stellte ein Bier an meinen Stammplatz. Tief in meinem inneren war mir klar, das ich lieber aufhören sollte, mit trinken. Aber ich war so gut drauf. Mir war es scheißegal, was die Vernunft wollte. Heute war anscheinend mein Tag. Es war nicht wirklich was großartiges vorgefallen. Irgendwie war es plötzlich da, mein natürliches Hoch, und ging nicht wieder weg. Mir sollte es recht sein. Wenn ich es schon mal hatte, wollte ich es in vollen Zügen genießen und mit anderen teilen. Vor allem mit weiblichen Personen.
Es war noch sehr früh und deshalb nichts los. Die Musik dudelte und ich wippte auf meinem Hocker mit. Als Stammkunde hatte man so manchen Vorteil. Man durfte ab und an auf Kosten des Hauses einen heben und es wurde auch mal Musik aufgelegt, die viele nicht hören mögen. Obwohl ich ja glaube, das Schlager die meisten Leute auf die Tanzfläche trieb. Deshalb machte ich der Chefin auch den Vorschlag, mal einen Schlagerabend zu machen. Angefangen bei Peter Alexander und Rex Gildo bis Wolfgang Petry und Andrea Berg. Kaum hatte ich ihr den Vorschlag gemacht, wurde die Musik plötzlich lauter. Udo Jürgens sang gerade:“Aber bitte mit Sahne“
Aus einer Laune heraus, bat ich die Chefin um diesen Tanz. Da noch nicht viel los und die Tanzfläche leer war, hüpften wir gemeinsam im Takt der Musik. Tanzen konnte ich ja noch nie. Meist hampelte ich wie die anderen herum. Diesmal war aber niemand da, bei dem ich alles abgucken konnte. Daher machte ich mich, mehr als sonst, zum Ei. Mir persönlich war es egal und der Chefin gefiel es. Sie lachte und konnte sich nicht mehr halten. Und bevor sie auf den Boden fallen konnte, hörte ich auf. Nahm sie in den Arm und führte sie zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Der Ochse, der ihr Mann war, hatte uns heimlich fotografiert. An jenem Abend hatte ich es zwar nicht mitbekommen, aber er kam mich eines Tages mal besuchen und da hatte er mir die Fotos gezeigt. Wie kann man nur so fies sein.
Als sich der Saal füllte, fackelte ich nicht lange. Bevor mir irgendetwas in die Quere kommen konnte, musste ich eine Dame finden, die bereit war mich zu beglücken. Auch wenn ich einiges schon relativ verschwommen sah, so konnte ich noch Männlein von Weiblein unterscheiden. Und ohne zu überlegen, schnappte ich mir eine Lady. Was ich mir da geangelt hatte, erfuhr ich erst am nächsten Morgen. An diesem Abend hatte sie mir gefallen und ich ihr. Sie lächelte die ganze Zeit über. Vielleicht hätte mich das im nüchternen Zustand nachdenklich gemacht. Aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Ich war voll und geil und hatte diese Frau mir ausgesucht.
Ich erinnere mich gern daran, wie sie es mir oral gemacht hat. Eine Frau mit Erfahrung. Und wie ich später feststellen musste, ohne eigene Zähne. Denn die grinsten mich an, als ich am morgen zu mir kam. Noch ganz benommen sah ich dann neben mich und sah die ältere Dame, wie sie nackt und lächelnd schlief.
Ich verdunkelte das Zimmer. Es war kein ekelerregender Anblick. Aber eine Schönheit war sie auch nicht. Irgendwie ein Zwischending. Was ich von ihr halten sollte, wusste ich auch nicht. Ich legte mich einfach wieder zu ihr und schloss die Augen. Plötzlich spürte ich etwas Wunderbares. Ich wusste, was es war und hielt deshalb meine Augen geschlossen. Ich wollte mir nicht die Stimmung versauen. Und es fühlte sich so verdammt geil an.
        

Mannfrau

Wochenend und Sonnenschein. Nichts wie ab und in die Bar hinein. Ja, ich war gut gelaunt. Keine Ahnung warum. Ich war einfach gut drauf und hatte Lust in die Bar zu gehen. Ein paar Bierchen zischen und mit Damen flirten. Und wenn ich Glück hatte, landete eine Dame in meinem Bettchen.
Ich hatte einen Putzfimmel gehabt. Jede Stelle, meiner Wohnung, musste ich putzen. Fußböden. Schränke. Fenster. Und auch in den Schränken, so wie darunter. Als ob da jemand hinschauen würde. Aber es stellte sich, am ende des Tages, heraus, das es ganz gut gewesen war, das ich so übergründlich geputzt hatte. Weil, eigentlich war ich eher der Typ, der sich unwohl fühlte, wenn alles auf Hochglanz strahlte. Grundordnung musste aber sein. Alles an seinem Platz stehen. Müll ordentlich getrennt und abgedeckt.
Es gab Tage, da dachte ich darüber nach, was ich mit meiner Freizeit anstellen würde, wenn es die Bar nicht gebe. Nur selten kam etwas Sehenswertes im Fernsehen. Ich habe das Gefühl, das das Fernsehen immer mehr dazu beiträgt, das die Menschheit verblödet. Trotz diverser Wissenschaftssendungen. Immer mehr saublöde Formate werden ausgestrahlt und die Leute gucken sich das an, weil sie sich nicht anders zu beschäftigen wissen, oder schon völlig Gaga sind. Bei manchen muss einfach nur der Fernseher laufen. Und sei es ohne Ton, weil sie sich Musik anhören und nebenbei unterhalten. Damit erhöhen sie die Einschaltquoten und der Dreck läuft endlos weiter. Da ich für so was nicht freiwillig zahlen will, habe ich alles abgemeldet. Heimlich schaue ich fern. Über DVB-T. Aber selten. Viel zu selten, damit es sich lohnt die Rundfunkgebühren zu zahlen.
Es roch merkwürdig. Wie frisch gelüftet. Seltsam ungewohnt. Aber sehr angenehm. In letzter Zeit hatte es doch zu sehr muffig gerochen. Abgestandene Alkoholfahnen. Nicht ganz so streng. Aber so in etwa. Mit einem Hauch kalten Rauchs. Von Zigaretten und Zigarren.
Ich setzte mich auf meinen Stammplatz. Trank ein Bier und unterhielt mich kurz mit der Chefin. Sie wird auch immer hübscher. Schade, das sie einen Lebensgefährten hatte und ich ihn so gut leiden konnte.
Neben mir saß eine Person, bei der ich nicht wusste, ob sie männlich oder weiblich ist. Äußerlich sah sie sehr männlich aus. Aber das Gesicht hatte weibliche Züge. Ihre Klamotten waren neutral. Die zogen Männer, wie Frauen an. Die Stimme war auch nicht ganz eindeutig zu definieren. Aber im Laufe des Abends durfte ich feststellen, das man sich mit ihr sehr gut unterhalten konnte. Über alles möglich hatten wir geredet. Nur nicht über uns. Nicht einmal vorgestellt, hatten wir uns. Nun war der Zeitpunkt vorbei.
Wir hatten viele Gemeinsamkeiten. Oft die selbe Meinung. Wir mochten beide kein Sport und keine Castingshows. Wir liebten beide asiatische Musik und Filme. Es gab einiges, was wir beide mochten, beziehungsweise, nicht mochten. Aber wir stellten auch Unterschiede fest. Während es mich in ruhige Gefilde zog, liebte sie es eher hektisch und laut.
Wir gingen zu mir. Sie war sehr beeindruckt, wie sauber es bei mir aussah. Das hatte sie nicht erwartet. Sie schaute sogar unter den Möbeln nach und konnte nicht glauben, das es dort auch glänzte. Dann setzten wir uns aufs Sofa und ich starrte zwischen ihre Beine. Nichts zu sehen. Wahrscheinlich doch eine Frau. Da konnte ich ja lieb zu ihr sein. Und das war ich dann auch.
Man konnte wirklich nicht erkennen, ob sie ein Mann, oder eine Frau war. Zwischen den Beinen war es eindeutig. Aber sonst sah sie doch eher männlich aus. Auch am Oberkörper. Da war wirklich nichts. Sie kam damit klar und mich interessierte die Körbchengröße nicht. Bei näherer Betrachtung war sie eigentlich eine schöne Frau. Trotz allem.
Es war eine schöne und unvergessliche Nacht gewesen. Ungewohnt war für mich, das nichts gebaumelt hatte. Dennoch war es aufregend und prickelnd gewesen. Die Erotik hing sogar noch am Morgen in der Luft. Und da sie auch Lust hatte... 

Sechs Wochen später

Sechs Wochen war ich schon nicht mehr in der Bar. Sie erinnerte mich zu sehr an meine letzte Bekanntschaft. Die Frau wäre was für mich gewesen. Aber sie musste ja unbedingt sterben. Und das auch noch in meinem Bett. Normalerweise wechselt man gleich die Bettwäsche. Aber ich habe es erst heute getan. Jede Nacht habe ich ihren Duft eingeatmet und mir vorgestellt, wie es wäre, wenn wir zusammengekommen wären. Gemeinsam leben und vielleicht ein, zwei Kinder haben. Es wäre zu schön gewesen. Bis heute habe ich keine Ahnung, welche Krankheit sie hatte.
Sechs Wochen waren genug. Im Prinzip kannte ich sie ja kaum und doch kam es mir so vor, als würde ich sie ewig kennen. Aber ich durfte nicht vergessen, dass ich noch am Leben war. Also Bettwäsche wechseln, waschen, aufhängen, mich selber frisch machen und ab in die Bar. Ich kann es immer noch nicht glauben, wie schnell ich mein Herz an eine Frau verloren habe. Sie war die erste Frau, die ich einfach nicht vergessen konnte. Selbst nach so langer Zeit. Und es lag bestimmt nicht daran, weil sie in meinem Bett gestorben war.
Die Chefin hatte in der Küche zu tun. Normalerweise machte es ihr Mann, aber er hatte einen kleinen Unfall gehabt und war daher ein wenig in seiner Beweglichkeit eingeschränkt gewesen. Aber mein Bier konnte er gerade noch einschenken.
Wir unterhielten uns über meine letzte Dame und warum ich mich so lange nicht blicken ließ. Danach wechselten wir das Thema und sprachen über belanglose Dinge. Nebenbei erfuhr ich, das seine Frau in anderen Umständen war. Achte Woche und überglücklich. Kein Wunder, wenn sie schon seit fast zwei Jahren versuchen ein Kind zu bekommen.
Wie üblich machte ich meine Runde. Vorwiegend Leute meines Alters waren heute anwesend. Nicht mehr taufrisch, aber zum alten Eisen gehörten wir auch noch nicht. Für die einen zu jung und für die anderen zu alt. Ein Mittelding eben. Und die Auswahl war diesmal so groß, das ich nicht wusste, wen ich ansprechen sollte. Fünfundachtzig Prozent Frauen und der Rest Männer.
Ich wartete geduldig auf meinem Stammplatz. Als ich noch jung war, hätte ich bis sonst wann warten können und niemand wäre freiwillig zu mir gekommen. Freundinnen hatte ich viele, aber ich war mit keiner von ihnen zusammen. Wir waren auch nie gemeinsam ins Bett gegangen. Ich lag vielleicht manchmal neben ihnen, aber wir schliefen nur und machten nichts. Jetzt, wo ich keine zwanzig mehr war, hatte ich ab und zu Glück bei den Frauen. Auch wenn es nur um das eine ging. Es ist mehr, als damals.
Die Frau quatschte mich einfach an und gab mir ein Bier aus, noch bevor sie saß. Eine von der ganz schnellen Sorte. Auch beim reden war sie nicht gerade langsam. Mit dem Zuhören kam ich kaum hinterher. Des Öfteren nickte ich mit meinem Kopf, auch wenn ich nicht verstand, was sie mir sagte und mir sagen wollte. Aber ich wollte lieb und nett sein. Ich konnte auch nicht anders. Wenn ich an meinen damaligen Bekanntenkreis dachte, da kam ich nicht wirklich zu Wort. Irgendwann habe ich aufgegeben irgendetwas zu sagen. Es hatte ja keinen Sinn sich bemerkbar zu machen, wenn eh niemand zuhört. Und so kam es, das sich meine Äußerungen und Antworten sich, bis heute, in Grenzen hielten.
Die Frau machte einen Punkt und schleifte mich auf die Tanzfläche. Lust zum Tanzen hatte ich nicht, da ich immer noch am Überlegen war, was sie zu mir gesagt hatte. Aber sie war nett zu mir gewesen. Nach nur einem Tanz machte sie schon wieder Schluss. Wir setzten uns wieder an die Theke, sie gab mir ein Bier aus, trank selbst einen großen Wodka und laberte mich wieder zu.
Ich war kurz vorm einschlafen und überlegte, wie ich der Frau begreiflich machen konnte, das ich nach Hause will. Doch da kam sie mir glücklicherweise entgegen. Auch sie wollte gehen. Als sie noch saß, sah sie ganz nüchtern aus. Doch als sie Aufstand, kam sie ins schwanken und ich konnte sie gerade noch aufhalten.
Ihr Wunsch war es, zu mir zu gehen. Mir war es ganz recht. Ich war müde und wollte nur noch ins Bett. Ins Bett kam ich auch ziemlich schnell. Nur einschlafen durfte ich noch lange nicht. Ich bin eben ein netter Typ und kann Frauen nichts abschlagen.
Als ich gegen Mittag wieder zu mir kam, war sie weg. Auf ihrem Kopfkissen lag ein Zettel mit ihrer Telefonnummer.  
   

Er hat sich nicht verändert

Was sollte das? Nach X-Jahren rief mich ein alter Bekannter an. Er wollte sich mit mir treffen. Einfach so. Ich traute dem nicht. Vielleicht lag es nur daran, das ich Pessimist bin. Möglicherweise hatte es auch andere Gründe. Jedenfalls ließ ich mich breitschlagen. Ich hoffte nur, das es kein Fehler war. Warum musste ich ihm auch die Bar vorschlagen? Meine Bar?
Während ich mich auf den Abend vorbereitete, gingen mir einige Gedanken durch den Kopf. Ch erinnerte mich an früher und an das, was er so gesagt hatte. Unglaublicher und dämlicher Einfallsreichtum. Glaubte er wirklich, das ich ihm glauben würde, das eine Frau ihn eingesperrt hatte und dann Stundenlang mit ihm ritt? Das irgendwann nur noch Luft bei ihm rauskam, weil sie es zu oft hintereinander getrieben hatten? Klang für mich nicht glaubwürdig.
Er war ein Schläger. Jedenfalls damals. Bevor ich ihn kennengelernt hatte, schlug er sich häufiger. Einfach so aus Spaß. Der erstbeste, der ihm über den Weg lief, musste herhalten. Ob er wollte, oder nicht. Und dann wurde drauf gehauen, bis der Gegner nicht mehr aufstand. Leider war er dabei sehr unsportlich. Einen Schlagring hatte er stets dabei verwendet.
Und saufen konnte der Typ. Ich habe ihn noch nie betrunken gesehen. Ganz egal, wie viel er getrunken hatte. Er war nüchtern. So sah er aus und kam es mir vor. Vielleicht war es auch nur Einbildung. Ich war gespannt, wie er heute aussah. Ob er sich zum Besseren gewendet hatte, oder immer noch der selbe Arsch von damals. Wo war er, als wir ihn gerufen hatten? Er wollte erscheinen und tat es dann doch nicht.
In der Bar angekommen, war ich immer noch in Gedanken. Ich fragte mich, warum er noch meine Nummer hatte. Damals hatte er zu mir gesagt, das er eine Telefonnummer nach etwa zwei Wochen löscht, wenn derjenige, in der Zeit, sich nicht bei ihm gemeldet hat. Mir war es egal gewesen. Ich sah es nicht ein, das ich auf meine Rechnung anderen hinterhertelefoniere. Vor allem ihm nicht, der mein Haustelefon benutzte und nichts dafür zahlte, aber dafür mein Bier trank.
Die Chefin weckte mich auf und brachte mich wieder ins Diesseits. Sie fragte, was mit mir sei und ich erzählte ihr von meiner Verabredung und meinen Erlebnissen mit ihm. Sie hörte zu und sagte kein Wort. Brauchte sie auch nicht. Wir verstanden uns auch ohne Worte.
Da kam er. Sah noch genauso aus, wie vor hundert Jahren, als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Ich winkte ihn zu mir. Ziemlich schnell verwickelte er mich in ein Gespräch und ich stellte fest, das er sich nicht wirklich verändert hatte. Stolz erzählte er mir von seinen Schlägereien. Wie er sie umgenietet hat. Und von den Frauen, mit denen er geschlafen hat. Die ganzen Details, wie er es getrieben hatte, wollte ich gar nicht wissen. Und auch nicht, mit wie vielen er im Bett war. So, wie er redete, hatte er anscheinend mit allen geschlafen, die in unserer Stadt wohnten.
Die Chefin hatte mit halben Ohr zugehört und nur mit ihrem Kopf geschüttelt. Ich hatte sie beobachtet, weil ich mir nicht alles anhören wollte, was er von sich gab. Dabei beobachtete ich, wie sie jemanden Zeichen gab. Kurz darauf kam eine junge, attraktive Dame auf uns zu. Mein Bekannter versuchte sofort bei ihr zu landen. Keine Chance. Sie hatte nur Augen für mich. Neid. Ich sah und spürte es. Er war neidisch, weil sie auf meinem Schoß saß, anstatt auf seinem.
Die Dame spielte mit und an mir. Ich genoss es. Wahrscheinlich würde ich heute kein Fräulein mit zu mir nehmen. Aber das störte mich nicht. Ich hatte Spaß. Nur musste ich vorsichtig sein. Denn bei ihm wusste man nie. Und so kam es dann auch. Gerade eben dachte ich noch daran und schon passierte es. Doch war ein anderer schneller, als er. Bevor er richtig in Fahrt kommen und mich schlagen konnte, wurde er von der Security daran gehindert. Er war bekannter, als ich dachte. Die halbe Bar kannte ihn. Niemand wollte ihn wirklich hier haben. Das war ein Grund, warum der Mann, der für die Sicherheit der Besucher der Bar sorgte, so schnell dagewesen war. Jener begleitet mich später nach Hause. Mit dabei, war jene Dame, die ganz heiß geworden war, während sie auf meinem Schoß saß und an mir gespielt hatte. Wenn er nicht angerufen hätte...andererseits hätte ich wahrscheinlich eine andere Frau an meiner Seite gehabt. Und wenn nicht, wäre es auch nicht so schlimm gewesen.
Eine Frage blieb aber immer noch. Warum hatte er sich mit mir treffen wollen? Wirklich einfach nur so?     

Sieht aus wie eine Frau

Ich war hellwach gewesen. Den ganzen Tage hatte ich geschlafen und gedöst. Irgendwie war mir danach gewesen. Einfach nur auf meiner Couch zu liegen und meine Augen zu schließen. Nebenbei lief mein Fernseher. Fataler Fehler, wie es sich herausstellte. Mein Lieblingssender strahlte Dokumentationen, Sendungen und Reportagen rund ums Thema Lebensmittel. Es war interessant. Zugegeben. Aber es sorgte auch dafür, das ich Alpträume bekam. Berge von Essen und ich mitten drin. Tote Fische. Herumirrende Schweine. Mir war übel. Den ganzen Tag hatte ich nichts gegessen. Ich konnte einfach nicht. Schon allein der Gedanke daran, verursachte bei mir Übelkeit.
Jedes mal frage ich mich, warum ich mir diese Sendungen ansehe. Eigentlich will ich doch gar nicht wissen, woher mein täglich Brot kommt. Das die Meere fasst Fischfrei sind. Obwohl ich es sehr interessant fand, als sie berichteten, das man, wenn man sich wie ein Steinzeitmensch ernährt, viel gesünder lebt. Weniger krank ist. Nur Obst, Gemüse, ab und an mal ein Stück Fleisch oder Fisch. Bewegung nicht vergessen und zwischendurch mal Hunger. So, wie unsere Vorfahren. Es ist bestimmt nicht leicht auf Brot, Nudeln, Milch und Milchprodukte zu verzichten. Aber ich nahm mir vor, es zu versuchen.
Unsere moderne Ernährung ist auch für unser Hirn nicht gut. Fastfood ist am Schlimmsten. Seit einigen Jahren ist es bekannt. Wer sich richtig und gesund ernährt, ist psychisch und physisch ausgeglichener. Wird weniger wütend. Beruhigt sich schneller.
Das Thema musste ich mit jemanden ausdiskutieren. Am besten ging es in der Bar. Wenn ich Glück hatte, war die Chefin abkömmlich. Oder ihr Freund. Obwohl ich nicht wirklich daran glaubte, das sie Interesse daran hatte, zu wissen, was sie aßen und was besser für sie wäre.
Es war schon spät gewesen und daher voll, in der Bar. Wenigstens war mein Platz frei und mein Bier kam ziemlich schnell hinterher. Da ich den ganzen Tag nicht s gegessen hatte, brauchte ich nicht viel, um betrunken zu werden. Nicht das ich es vorgehabt hätte. Mir fiel es nur ein, als ich meinen ersten Schluck trank.
Neben mir saß eine hübsche Dame. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie anzusprechen. Sie sprach mich an. Zuerst ein wenig Smalltalk. Dann fing ich mit meinem Thema an. Ihr schien es zu interessieren. Jedenfalls hörte sie mir zu und fragte nach, wenn sie etwas nicht verstanden hatte. Am Ende waren wir uns einig, das es manchmal besser war, wenn man etwas nicht wusste. Will ich wirklich wissen, ob mein Schnitzel von einem geklonten Tier stammt? Oder das es mal ein Stück von einem lebendigen Wesen war, welches Gefühle besaß und nie die Sonne sah? Mit Kunstfutter gemästet und mit Antibiotika gesund erhalten. Daran mag ich nicht denken müssen. Auch wenn es die Wahrheit ist.
Wir hatten ein paar Stunden totgeschlagen. Nun wollte sie gehen. Mit mir, zu mir. Ich war gar nicht darauf eingestellt. Meine Wohnung sah nicht sehr berauschend aus. Da ich den ganzen Tag auf meinem Sofa verbracht hatte, kam ich nicht zum aufräumen. Hoffentlich war sie nicht penibel.
Erledigt, aber zufrieden, lagen wir nebeneinander in meinem Bett. Plötzlich fing sie an zu reden und erzählte mir, das es ihr erstes Mal war. Aber nicht so, wie ich es dachte. Es war ihr erstes Mal, als Frau. Auf diese Information hätte ich zu gern verzichtet gehabt. Ich hatte nichts gegen Transsexuelle. Aber...es war schon ein merkwürdiges Gefühl, zu wissen, das ich es mit jemanden getrieben hatte, die früher ein Mann gewesen war. Musste ich mir jetzt Gedanken darüber machen? Sie sah aus, wie eine ganz normale Frau. Hüften. Oberkörper. Gesicht. Haare. Kein Barthaar war zu sehen. Entweder gut rasiert, oder...
Meine Gedanken verflüchtigten sich, als sie sich mir wieder näherte. Sie sah aus, wie eine Frau und benahm sich auch so. Vielleicht wollte sie mich nur veralbern und auf den Arm nehmen. Wenn nicht, war es auch nicht so schlimm. Eine neue Erfahrung für mich.       

Lady erster Klasse

Ich hatte es so satt. Überall kam nur irgendwelcher Weihnachtsscheiß. Ganz egal wo man hinguckte, überall Weihnachten. Was war so besonderes dran? „Es ist doch Weihnachten!“, hört man immer. Ja und? Keiner sagt:“Es ist doch Ostern!“, oder Pfingsten, oder der Geburtstag von Johann Sebastian Bach. Um all den Scheiß für eine Weile aus dem Weg zu gehen, beschloss ich, in die Bar zu gehen. Ich glaubte fest daran, das ich nicht der einzigste war, dem Weihnachten einfach nur auf den Sack ging. Es fängt ja auch immer früher an. Als ich noch Kind war, gab es erst zur Adventszeit Stollen, Lebkuchen und Co. Heutzutage gibt es das ganze Gelumpe schon im September. Es gibt sogar einen Laden, der hatte kurz vor Weihnachten schon Osterdekoration zum Verkauf angeboten. Aber meine Tischklammern hatten sie nicht. Die gibt’s nur während der Saison.
Es war, wie ich es mir gedacht hatte. Deprimierend. Ich war unter meinesgleichen. Und ich hatte sogar Glück gehabt, denn meine „herzallerliebste Bardame“ hatte meinen Stammplatz für mich freigehalten.
„Na du. Sehnsucht nach mir gehabt?“, fragte sie und lächelte mich an.
„Aber immer.“
„Ich hol dir ein Bier.“
Es war schön, mal ganz normale Menschen zu sehen und kein Fünkchen Weihnachten. Eben ein Stückchen heile Welt. Man konnte in Ruhe seinen Gedanken nachhängen, oder es sein lassen. Ich dachte darüber nach, ob der Heilige Abend ein ganzer Feiertag gewesen wäre, wenn Jesus schon des Morgens zur Welt gekommen wäre und nicht erst abends. Der Gedanke verflüchtigte sich erst, als sich eine Dame neben mich setzte. Sie sah gut aus. Vielleicht nicht mehr so ganz taufrisch, wie meine letzten Bekanntschaften, aber dennoch sah sie sehr gut aus und mein Interesse sie kennenzulernen, wuchs, je länger ich sie betrachtete. Nur wie sprach man so eine Lady an?
„Nur keine Hemmungen. Sie dürfen mit mir flirten.“
So ging es natürlich auch. Frau ansehen und warten, das sie mich anspricht. Sie hatte ein schönes Lächeln und eine engelsgleiche Stimme. Keine Frau für eine Nacht. Aber wenn es doch dazu kommen sollte, hätte ich nichts dagegen einzuwenden.
Ich merkte schnell, das es eine erfahrene Lady von Welt war und fragte mich, was sie in so einer „billigen Bar“ zu suchen hatte. Ihrem Aussehen nach zu urteilen, gehörte sie zur erhobenen Klasse. Trotzdem verstanden wir uns sehr gut und ich erfuhr nicht nur, das sie Weihnachten hasste, sondern auch, das sie das einfach Leben, ohne Prunk, lieber mochte. Ebenso die Menschen, die dazu gehörten. Sie hatte die Schnauze voll voll von Hummer und Kaviar und all den wichtigen Terminen. Wenn sie konnte, seilte sie sich ab und mischte sich unters Volk. Schon oft wurde sie verzweifelt gesucht und hatte sich einiges anhören müssen, wenn sie wieder aufgetaucht war. Aber dennoch machte sie es immer wieder.
Irgendwann kam der Moment, als sie gehen wollte. Aber nicht zu ihr nach Hause. Und sie ließ es sich nicht nehmen, die Rechnung für alle Anwesenden zu übernehmen, plus ein ordentliches Trinkgeld. Sie war eben eine herzensgute Dame von Welt, die sich lieber über die Probleme der einfachen Bürger kümmerte, als zu irgendwelchen Empfängen zu gehen. Dieses mal ging sie lieber zu mir. Und ich wusste auch warum, denn sie hatte einige eindeutige Anzeichen von sich geben lassen. Wie es aussah, wurde sie meine „Gefährtin für eine Nacht“. Was ich schade fand, da ich mich mit ihr sehr gut unterhalten konnte. Sie hatte viel Allgemeinwissen und Lebenserfahrung. Clarice war einfach wunderbar und ich wusste, das ich sie niemals mehr vergessen würde. Auch wenn wir beide nur die eine Nacht verbringen und wir uns nie wieder sehen würden, wusste ich, das ich oft an sie denken werde. Denn diese Frau war einmalig.
Die Zeit verging, wie im Flug und wir mussten wirklich Abschied voneinander gehen. Ihr Blick sagte alles. Unsichtbare Tränen rannen unsere Wangen hinunter. Wir beide wussten, dies war unser letzter gemeinsamer Augenblick. Eine letzte Umarmung und ein letzter Kuss. Es fiel mir schwer, sie gehen zu lassen.   

Süße

Meine Bar. Hier bin ich Mensch und her will ich sein. Es ist ein klein Paris. Wie mein Leipzig. Beides lob ich mir. So, wie einst der Johann Wolfgang von Göthe. Abgesehen davon, das es zu jener Zeit die Bar noch nicht gab.
Ich war leicht deprimiert und auch ein wenig zornig. Entnervt. Alles mögliche, irgendwie. Ein Wunder? Nicht wirklich. Ich rege mich auch nicht auf. Es hat ja eh keinen Sinn. Kriegt ja keiner mit. Jedenfalls die nicht, denen es etwas angeht.
Nach langer Zeit erhielt ich mal wieder Post. Freude war groß. Bis ich sah, was ich erhielt. Meine Bewerbungsunterlagen. Abgeschickt, hatte ich sie vor über drei Jahren. Nun kamen sie zurück. „Vielen Dank...Kein Bedarf/Interesse. Was hatte sie so lange aufgehalten? So groß waren die Firmen nicht, bei denen ich mich beworben hatte. Wenigstens konnte ich etwas dem Arbeitsamt vorweisen. Beweisen, das ich mich beworben habe. Mich bemühte, aus meiner derzeitigen Situation hinauszukommen. Wobei ich mich fragte, ob es denen überhaupt noch interessierte. So lange, wie sie schon nicht mehr danach gefragt hatten.
Ein Bier vertreibt hundert Sorgen, sang einst Chris Roberts. Nur sang er nicht Bier, sondern Freude. Was Bier auch ist. Nämlich eine Freude. Je mehr man trinkt...Nein. Mich macht es nur selten glücklich. Zu oft fallen mir wieder die ganzen Leute ein, von denen ich mich verarschen ließ. So blöd kann aber auch nur ich sein.
Die Chefin hatte mal wieder reichlich zu tun. Lieblos stellte sie ein Bier vor mich hin und flitzte weiter, ohne mich weiter zu beachten. Da musste ich mich wohl selbst unterhalten. Aber nichts leichter, als das. Schließlich war ich Junggeselle.
Ich schaute mich ein wenig um. Mir fiel dabei eine Dame ganz besonders auf. Obwohl sie unscheinbar war. Nicht hübsch und auch sonst nicht von sexuellem Interesse. Normalerweise übersehe ich jene Damen. Aber diesmal machte ich eine Ausnahme. Sie tat mir irgendwie leid. Ich sah, das sie mit einer Freundin hier war. Sehr attraktiv. Immer wieder wurde sie angesprochen und kurzzeitig entführt. Das kleine, dicke Mädchen blieb allein zurück. Macht man denn so etwas?
Ich ging an ihren Tisch und fragte höflich, ob ich es mir auf den freien Sitz bequem machen dürfte. Sie meinte nein. Denn ihre Freundin würde gleich wiederkommen. Ich fragte sie, ob sie die Frau meine, die gerade an den Lippen des Latinos klebte. Ohne noch ein Wort zu verlieren, nahm ich einfach Platz und schob den Sitz näher an sie ran. Ihr schien es unangenehm zu sein. Oder sie war einfach nur schüchtern.
„Ich finde, wir sollten uns kennenlernen.“, sagte ich und stellte mich ihr vor.
Ganz leise flüsterte sie mir ihren Namen. Verstanden hatte ich ihn nicht. Daher nannte ich sie einfach nur Süße. Dabei lächelte sie stets. Und es war eigenartig. Ihr Lächeln war süß. Mit der Zeit kam sie auch aus sich heraus. Zwanglos unterhielt sie sich mit mir über sich und ihre Freundin. Und als jene an den Tisch trat, beachtete meine Süße sie gar nicht. Beleidigt zog sie davon und verschwand mit dem Latino. Ich fand auch, das es Zeit war zu gehen. Zahlte die Rechnung, nahm ihre Hand und brachte sie sicher zu mir.
Es knisterte. Wir waren beide aufgeregt. Als wäre es unser erstes Mal. Wie es sich herausstellte, war es ihr erstes Mal gewesen. Deshalb ging ich behutsam mit ihr um und gab mir größte Mühe, das es für sie wunderschön und unvergesslich blieb. Und trotz ihrer Leibesfülle, war sie sehr attraktiv. Einen anderen Modestil bräuchte sie und ein sicheres auftreten.
Wollte sie anfangs nicht so recht, weil sie Komplexe hatte und schüchtern war und vorher noch nie … Kurz gesagt, sie war sehr lieb und bedankte sich bei mir für die Nacht und das ich nichts abwertendes wegen ihrer Jungfräulichkeit gesagt hatte. Ganz im Gegenteil.
Als wir uns an der Tür verabschiedeten, rief ich ihr hinterher, das sie jederzeit zu ihm kommen könne, wenn ihr danach war. Ob sie wusste, was ich meinte? Wer weiß. Es war eine schöne Nacht gewesen. Jeden Augenblick hatte ich genossen. Auch Kräftige haben ihre Vorzüge.     

Nach dreizehn Jahren

Der Tag hatte ganz gut angefangen. War aufgewacht, hab Kaffee getrunken, ging einkaufen. Irgendwie bekam ich Appetit auf Bier. Daher holte ich  mir ein paar Flaschen. Die Verkäuferin lächelte mich wieder einmal an. Natürlich musste sie zu jedem Kunden freundlich sein. Aber mir gab sie stets das Gefühl, als wäre ich ich für sie ein besonderer Kunde. Manchmal war ich am Überlegen, ob ich ihr heimlich meine Telefonnummer gebe. Aber ich war zu feige dazu. Vielleicht bildete ich mir nur ein, das sie netter zu mir war, als zu den anderen.
Am Abend machte ich mich frisch und ging in meine Bar. Es war schon verwunderlich, das sich die beiden so gut verstanden. Sie waren privat ein Pärchen und beruflich Partner. Trotzdem waren sie ein Herz und eine Seele. So viel Glück hatte ich noch nie. Maximal einen Monat, danach machte die Partnerin Schluss und ich weiß bis heute noch nicht warum. Keine Lust mehr? Mich interessierte es nicht wirklich. Ich wollte nur noch das Eine. Sollte sich daraus mehr ergeben, sollte es mir recht sein. Und wenn nicht, dann auch.
Die Chefin war voll beschäftigt. Obwohl sie erst seit wenigen Minuten geöffnet hatten, war die Bude schon ziemlich gefüllt gewesen. Ich begann meine Runde. Überall, wohin ich schaute, sah ich Pärchen. Heute schien nicht mein Glückstag zu sein. Wenn ich nicht bald eine einzelne Dame sehen würde, war Handbetrieb angesagt. Und darauf hatte ich keine Lust.
Plötzlich sah ich ein bekanntes Gesicht. Ich blieb stehen und überlegte, woher ich sie kannte. Sie sah mich an und ihr Kiefer klappte nach unten. Jetzt war mir zwar klar das sie mich auch kannte, aber nicht woher. Dann viel es mir mir Schuppen aus den Haaren. Sie war die Kleine, auf die ich so gerne aufgepasst hatte. Mit der ich abends durch die Gegend lief und die ich auf meinem Rücken getragen habe. Ich rechnete schnell nach, wie lange es her war und war geschockt. Dreizehn Jahre. Ich wollte es nicht glauben. War es wirklich schon so lange her? Wie die Zeit doch vergeht. Was für eine junge hübsche Frau sie nur geworden ist. Und was war aus mir geworden? Ich war der gleiche geblieben, wie damals. Nichts hatte sich bei mir geändert. Kein Job. Kein Geld. Keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Ich schämte mich in Grund und Boden.
Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, das sie einen Freund hatte und eine Ausbildung machte. Sie dachte an ihre berufliche Zukunft. Sie wollte zuerst Karriere machen und dann erst erst eine Familie gründen. Vor ein paar Monaten hatte sie ein Kind wegmachen lassen, weil sie noch nicht bereit war Mutter zu werden. Ihre Karriere war ihr wichtiger. Für mich war es komisch. Damals ging sie gerade erst in die Grundschule und nun steht sie vor mir. Denkt an ihre Zukunft und ihre Karriere. Und ich denke daran, wie es damals war. Ich fühle mich so alt. Wo ist die Zeit nur hin?
Als ihr Freund kam und sie sich von mir verabschiedete, begab ich mich zur Bar und betrank mich sinnlos. Seit Jahren feierte ich schon keinen Geburtstag mehr. Nun wusste ich auch warum. Mir fiel es auch schwer eine Arbeit zu finden, da ich nicht schwer heben und lange stehen durfte. Außerdem hatte ich sämtliche Allergien, die man sich vorstellen konnte. Laut dem Arbeitsamt sollte ich trotzdem jede Arbeit annehmen und mich vermehrt bei Zeitarbeitsfirmen bewerben. Ich tat nichts dergleichen. Faul, wie mein alter Herr. Scheiß Gene.
Es wurde spät und ich ging nach Hause. Diesmal ohne Begleitung. Ich war depressiv und wollte alleine sein. Zu hause legte ich mir Musik ein, die eigentlich verboten war. Aber ich machte mir darüber keine Gedanken. Ich drehte die Lautstärke ganz hoch und ließ es dröhnen. Es half ein wenig, um meine depressive Stimmung ein wenig zu verbessern. Aber trotz alle dem blieb ich depressiv und schlief auch so ein.
Der folgende Morgen fing an, wie der Abend endete. Mit einer Flasche Bier.         

Unersättlich

Ich dachte plötzlich über mein Leben nach. Wie es war und wie es jetzt ist. Es hatte schon Vorteile allein zu sein. Niemand sagt mir, das ich was ändern soll. Früher wollte meine Mutter, das ich eine Freundin habe. Obwohl ich mich saumäßig wohl fühlte, als Solist, hatte ich bald eine an der Backe kleben. Natürlich hatte Frau Mama was gegen sie. Was genau es war, wusste sie selber nicht. Aber es war typisch für sie. An allen und jeden hatte sie was auszusetzen. Dies war ein Grund, warum ich den Kontakt zu ihr nicht aufrecht erhielt. Immer hatte sie was zu meckern.
Die Beziehung hielt nicht lange. War eigentlich vorauszusehen. Wenn ich mal eine Freundin hatte, war es nur für kurze Zeit. Mich störte so wie so, wie meine Schwester das Wort „Freundin“, in Zusammenhang mit mir, betonte. Ich kann es nicht beschreiben. Es klang bei ihr einfach fürchterlich. Am Glücklichsten war ich eh alleine. Konnte tun und lassen was ich wollte, ohne auf einen Partner Rücksicht zu nehmen.
Irgendwie machte mich das ganze depressiv. Es war eh schon spät. Also ging ich in die Bar. Ein wenig Ablenkung würde mir gut tun. Und als ich dann in der Bar, auf meinem Stammplatz, saß, musste ich auf einmal lächeln. Was wäre, wenn ich eine Freundin gehabt hätte. Dürfte ich dann hier sein? Ich hatte mich daran gewöhnt herzukommen und Kontakte zu Damen zu knüpfen. Wäre ich in einer festen Beziehung, dürfte ich das wahrscheinlich nicht. Es ist gut, wie es ist. Auch wenn ich mich manchmal ein wenig einsam fühle, bleibe ich Solist. Ich hatte so wie so nie Glück mit meiner Auswahl gehabt. Daher blieben sie auch nie lange bei mir.
Meine übliche Runde. Niemand bekanntes war zu sehen und das war auch gut so. Ich lernte gern neue Menschen kennen. Vor allem das weibliche Geschlecht hatte es mir angetan. Irgendwie konnte ich mich mit ihnen besser unterhalten. Es gab zwar auch unter ihnen welche, mit denen man sich nicht wirklich unterhalten konnte, aber es waren bisher nur Ausnahmen gewesen. Von Frauen hörte ich keine Anzüglichkeiten, oder Machosprüche. Sie brauchten nicht das Gefühl überlegen zu sein. Frauen waren, für mich, die besseren Gesprächspartner.
Als ich etwa die Hälfte rum war, sprach mich eine Dame an, die etwa im mittleren Alter war. Sie war sehr höflich und lud mich auf ein Getränk meiner Wahl ein. Ich sagte natürlich nicht nein.
Wir fingen an uns zu unterhalten. Ziemlich schnell stellte ich fest, das wir auf einer Wellenlänge lagen. Teilweise hatten wir den gleichen Gedanken zur selben Zeit und sprachen ihn gleichzeitig aus. Wir mussten dann darüber lachen und ich dachte mir, das es keine Frau ist, mit der man mal kurz in die Kiste steigt und dann vergisst. Sie war eine Frau fürs Leben. Eine, mit der man gern alles teilt. Und wenn es nicht als Freundin klappen sollte, dann wenigstens als Kumpel. In der kurzen Zeit hatte sie mich vollkommen in ihren Bann gezogen.
Wir entschlossen uns die Unterhaltung an einem ruhigeren Ort fortzuführen. Bei mir. Was sie damit aber wirklich gemeint hatte, war etwas ganz anderes. Sie fand mich körperlich anziehend - oder besser gesagt ausziehend. Lange fackelte sie dabei nicht. Kaum waren wir in meiner Wohnung angekommen, fummelte sie schon an mir herum. Bis zum Bett schafften wir es nicht mehr. Zum Glück war sie leicht und daher konnte ich im Stehen lieben. So, wie sie es wollte.
Es war der helle Wahnsinn. Ich glaube, sie wollte mit mir ihren ganzen Erfahrungsschatz durchnehmen. Zwischendurch gönnte sie mir eine Auszeit, um mich zu erholen. Aber schnell ging es weiter, bis ich irgendwann schlapp machte. Es war zu viel auf einmal. Kein wunder, das er nicht mehr wollte.
Erschöpft lagen wir in meinem Bett. Sie kuschelte sich an mich und flüsterte leise:
„Morgen ist auch noch ein Tag.“        

Schnelle Nummer

Es war wieder mal Wochenende und ich hatte Lust eine Frau kennenzulernen. Als ich so darüber nachdachte, fiel mir wieder ein, das es schon ziemlich lange her war, dass ich mit einer Dame im Bett lag und Körperflüssigkeiten austauschte. Eigentlich hätte ich es mir zuerst einmal selbst besorgen müssen, damit ich, falls ich Glück hatte,  nicht sofort kam, sobald sie mich berührte. Aber dazu war ich zu faul und daran gedacht, hatte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht. Stattdessen nahm ich einen kleinen Muttrunk zu mir und marschierte los. Ohne zu überlegen, lief ich in meine Lieblingsbar. Allmählich konnte ich mich schon als Stammkunde bezeichnen. So oft, wie ich in den letzten Wochen schon dort zu Besuch war. Es war auch zu schön. Nicht nur die weibliche Gesellschaft, auch die allgemeine Atmosphäre, die freundliche Bedienung und das Wissen, das einem keine Drogen angeboten oder untergejubelt werden.
Ich war etwas früh dran. Kaum eine Menschenseele war zu sehen. Darum flirtete ich ein wenig mit der Barkeeperin. Wir wussten beiden, das es nichts Ernstes war, schließlich hatte sie einen festen Freund. Durch Zufall hatte ich erfahren, das er und ich gemeinsam in eine Schule gingen. Wir waren nicht gerade die besten Freunde gewesen, aber Feinde auch nicht. Ab und zu hatten wir Nachmittags etwas unternommen. Sind über Dächer gelaufen, haben Feuer gelegt oder sonst irgendein Blödsinn angestellt. Wir waren beide irgendwie Einzelgänger, die dann und wann irgendwas mit irgendwem unternehmen wollten, aber nicht zu oft. Er wusste ganz genau das wir nur aus Spaß flirteten und hatte nichts dagegen. Denn irgendwo waren wir wir Freunde und unter Freunden gab es einen Kodex.
Langsam füllte sich der Saal. Auf der kleinen Tanzfläche versammelten sich ein paar Leute und ich mischte mich einfach drunter. Ich machte irgendwelche Bewegungen nach, die die anderen vormachten und fragte mich, ob das wirklich tanzen ist. Es sah komisch aus und ich fühlte mich, als würde ich mich voll zu Eimer machen. Aber bei Roy Black musste ich einfach mitmachen. Und ein wenig hegte ich die Hoffnung, das eine junge Lady zu mir kommt, mich in die Arme nimmt und ihren heißen Körper an mich schmiegt.
Im Laufe des Abends stellte ich fest, das es eine Schlagernacht war. Also ganz genau mein Geschmack. Deshalb fand ich mich häufig auf der Tanzfläche wieder und mir persönlich war es egal, das ich mich zum Volldepp machte. Aber irgendwann fiel mir wieder ein, warum ich eigentlich herkam. Ich wollte eine Frau abschleppen. Und siehe da, ich schlich mich auf leisen Sohlen an, sah ihr in die Augen und tanzte mit ihr. Danach gingen wir zu mir und landeten in der Kiste. Dies hätte ich gern gesagt, aber es war nicht so. Sobald das Lied zu Ende war, ging sie schnellsten Schrittes zu ihrem Tisch. Man kann eben nicht gleich Glück haben.
Die Zeit verging und plötzlich stand sie vor mir. Welch eine Schönheit. Viel zu schön für einen One-Night-Stand. Wenn ich es geschickt anstellte, könnte ich sie für mich gewinnen und vielleicht könnte auch eine Beziehung daraus werden, dachte ich mir. Aber anscheinend hatte ich das Falsche getrunken, denn ich fragte sie rotzfrech: „Ficken bei mir?“ Ich erwartete einen Tritt zwischen mein Gebein, stattdessen aber sagte sie: „Okay.“
Als wir bei mir zu Hause waren und uns an die Wäsche gingen, spürte ich, wie mein drittes Bein sich empor streckte und pausenlos zuckte. Ich hätte vorher ins Bad gehen sollen, dachte ich mir. Aber jetzt war es zu spät dazu. Wir zogen uns gegenseitig aus, ich drang in sie ein und war auch schon fertig. Und obwohl ich mir die allergrößte Mühe gab, konnte ich nicht weitermachen. Es tat zu sehr weh und richtig steif wollte er auch nicht mehr werden. Ich machte ihr den Vorschlag, das wir eine kurze Pause einlegen, etwas trinken und dann weitermachen. Aber sie zog es vor sich anzuziehen und zu gehen. Kaum war sie weg, konnte ich wieder.
 

Ein letztes Mal

Mir ging es beschissen. Ich hatte keine Lust mehr. Das einzigste, was mich davon abhielt auf dumme Gedanken zu kommen, war die Bar. Der einzigste Ort, wo ich wirklich wahre Freunde hatte. Keiner von beiden hatte mich je belogen oder hintergangen. Sie hatten immer ein offenes Ohr für mich und ich konnte immer auf sie zählen. Deshalb war ich gern in der Bar. Nicht unbedingt wegen den Damen, sondern wegen der Besitzerin und wenn sie gerade nicht anwesend war, konnte ich mit ihrem Freund reden. Er hatte schon einige Beziehungen hinter sich gehabt, bevor er sie getroffen hatte. Wenn ich mit Frauen Probleme hatte, konnte er mir am besten helfen. Und wenn ich etwas über die Frauen – ihr Handeln und Tun, ihr Denken, ihre Vorlieben usw. - ging ich lieber zu ihr, da sie eine Frau war und sich mit dem Thema am besten auskennen musste. Aber heute hatte ich ein ganz anderes Problem.
Sie sah mir sofort an, das ich nicht gut drauf war.
„Sag an!“
„Wie soll ich sagen? Ich war blöd und nun darf ich dafür zahlen.“
„Hier. Geht aufs Haus. Und jetzt erzähle, bevor die ganzen Gäste kommen.“
„Vor ein paar Jahren hatte ich mit einer Bekannten Urlaub gemacht. Sie hatte ziemlich schnell jemanden gefunden, mit dem sie sich sehr gut verstand. Auch ich fand ihn auf Anhieb sympathisch. Ums kurz zu machen: Wir hatten schöne Tage verlebt. Dank ihm hatte ich dort Arbeit gefunden. Steuerfrei, versteht sich. Abends waren wir oft gemeinsam unterwegs. Mal zahlte er, mal ich. Es glich sich aus. Auch nach unserem Urlaub blieben wir in Kontakt. Ich länger, als sie. Irgendwann kam er zu mir und fragte mich, ob ich für ihn eine Firma eröffnen würde. Ich bekäme monatlich auch was dafür. Auf das Geld warte ich bis heute. Selbst meine Mitarbeiter, die er angestellt hatte, waren dafür, das er mir was zahlt. Aber er sträubte sich. Stattdessen machte er überall Schulden, die nun ich an der Backe habe.“
„Wie konntest du auch nur...“
„Sag nichts. Ich weiß selbst, das es falsch war. Sag mir lieber, was ich jetzt machen soll.“
„Zuerst solltest du aufs Amtsgericht gehen und dir einen Beratungsschein holen. Damit gehst du zu einem Anwalt und erklärst ihm die ganze Geschichte. Der hilft dir dann weiter. Die haben auch Adressen, wo du dich hinwenden kannst, wegen Insolvenz.“
„Wenn ich dich nicht hätte...“
Sie lächelte mich an. Meine Laune hatte sich ein wenig gebessert und ich war bereit eine weibliche Bekanntschaft zu machen. Die Auswahl hatte sich in der Zwischenzeit vergrößert und es fiel mir schwer mich zu entscheiden. Da bemerkte ich eine unscheinbare Person. Sie war nicht sonderlich hübsch. Aber sie hatte etwas an sich. Ich schlich mich an sie ran, sprach sie an und ich hatte sofort Erfolg.
Während wir uns unterhielten, erwähnte sie am Rande, dass sie mich schon eine Weile beobachtet, aber sich nicht getraut hatte, mich anzusprechen. Sie erzählte viel von sich und je mehr sie über sich sprach, desto faszinierender fand ich sie. Sollte ich heute noch ein Stückchen Glück finden? Wir hatten vieles gemein und könnten sehr gut zusammenpassen.
Bei mir zu Hause ging die Luzie ab. Ich merkte ziemlich schnell, das sie experimentierfreudig und erfahren war. Es gab nichts, was sie nicht mitmachte. Doch als wir beide völlig erledigt nebeneinander lagen, gestand sie mir, das wir uns nie wieder sehen würden. Sie litt unter einer sehr seltenen und, noch, unheilbaren Krankheit. Bevor sie sterben würde, wollte sie noch einmal wilden und Hemmungslosen Sex haben. Sie gestand mir auch, das es ihrerseits mehr als nur körperliches Begehren war. Wenn sie diese Krankheit nicht gehabt hätte, könnte sie sich längerfristiges mit mir vorstellen. Das waren ihre letzten Worte. Ich betrachte sie und erkannte die Sterblichkeit des Menschen. Wie schnell es doch gehen konnte. Ich musste etwas ändern. Ich musste mich ändern. Mein Leben. Einfach so dahinscheiden, ohne etwas zu hinterlassen? Das wollte ich nicht. Ich dachte mir, das mein Name noch eine ganze Weile in aller Munde sein sollte, wenn ich nicht mehr bin. Dies zu schaffen, war meine neue Lebensaufgabe.
   

http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_49563-0.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_49563-1.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378392.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378393.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378394.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378395.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378396.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378397.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378398.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378399.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378400.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378405.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378406.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378407.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378408.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378409.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378414.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378415.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378416.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378417.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378419.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378420.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378421.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378422.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378458.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378459.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378460.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378461.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378462.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378483.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378484.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378485.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378486.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378487.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378488.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378513.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378514.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378515.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378516.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_378517.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598753.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598762.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598775.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598754.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598763.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598776.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598755.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598764.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598777.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598756.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598765.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598778.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598757.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598766.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598779.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598758.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598759.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598760.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598761.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598767.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598768.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598769.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598770.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598771.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598780.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598781.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598782.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598783.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598784.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598787.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598788.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598789.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598790.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598794.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598795.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598796.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598797.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598798.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598799.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598800.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598801.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598802.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598803.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598805.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598806.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598807.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598808.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598809.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598810.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598811.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598812.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598814.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598815.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598816.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598817.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598818.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598819.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598820.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598821.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598822.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598823.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598825.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598826.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598827.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598828.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598829.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598830.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598831.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598832.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598833.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598834.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598835.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598836.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598837.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598838.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598839.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598840.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598841.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598842.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598843.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598844.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598857.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598858.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598859.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598860.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598861.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598862.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598863.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598865.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598866.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598867.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598868.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598869.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598870.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598871.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598872.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598873.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598874.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598875.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598876.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598877.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598880.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598881.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598882.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598883.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598884.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598885.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598886.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598887.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598899.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598900.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598901.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598902.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598903.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598936.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598937.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598938.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_598939.png
0

Hörbuch

Über den Autor

Superlehrling

Leser-Statistik
21

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Zeige mehr Kommentare
10
0
0
Senden

49563
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung