Weihnachten ist das Fest der Liebe, nicht wahr? Ja, so sollte es wohl sein. Und wenn man jemand lieb hat und ihn das auf eine Art zeigen möchte, ist ein kleines Geschenk um ihn damit eine Freude zu bereiten, gar nicht so abwegig. Klar, Liebe ist kein Ding der Materie und man kann sie auch nicht kaufen, denn es ist etwas, das man fühlt. Tief im Herzen drin spürt man das Pochen. Dieses Gefühl möchte man gerne mitteilen, in dem man es teilt, es gibt, um es zu vermehren. Im Übrigen ist Liebe das einzige, das sich vervielfacht, wenn man es teilt. Es ist unbegrenzt, unerschöpflich, immer und überall da, obwohl es unsichtbar scheint. Und doch kann man die Liebe fühlen. In der Schwingung, der Energie, die sie ausstrahlt.
Glaubst Du daran, dass die Liebe existiert? Kannst Du sie fühlen? Sie liebt auch Dich, denn das ist ihr Streben. Sie gibt sich selbst, um in allen vorhandenen Möglichkeiten zu erscheinen. Die Liebe ist also ein Geschenk, das sich selbst schenkt, um zu schenken, damit sie verschenkt wird. Was hat das alles nun mit Weihnachten zu tun? Wie ich schon einmal erwähnt habe, feiern wir das Fest der Liebe an diesen Tagen. Damit die Liebe, die wir fühlen zum Ausdruck kommt, verbringen wir die Adventszeit mit Vorbereitungen der Freude. Es bereitet uns Freude, die Tage des Ankommens zu feiern, in der gnaden bringenden Adventszeit. Es ist eine ganz besondere Zeit, wie auch Du schon festgestellt hast. Alle sind irgendwie verändert, denn die Energie, die uns umgibt, bewirkt dieses liebevolle Erwachen. Selbst an dem weniger fühlenden Menschen, geht diese Zeit nicht unberührt vorbei. Da Weihnachten in den letzten Tagen des Jahres gefeiert wird, bewirkt die festliche Stimmung auch ein Nachdenken und Verzeihen von Ereignissen des vergangenen Jahres. Wie könnte man also besser seine Zuneigung zeigen, indem man eine liebevolle Geste tut? Eine Geste in Form einer kleinen Aufmerksamkeit, eines Geschenks. Viele schenken also das Gefühl der Liebe weiter, in der von ihnen gewählten Form. Individuell, so wie es empfunden wird, um so dem anderen eine Freude zu bereiten. Wobei die wahre Freude eigentlich beim Schenkenden liegt, der etwas gibt und teilt ohne Erwartungen.
Wir alle bringen also an Weihnachten Liebe zum Ausdruck. Dem einen ist die bewusst, den anderen nicht. Ob Du daran glaubst oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Denn die Liebe ist immer existent. Menschliche Wesen haben sich mit der Zeit aber mehr auf das Materielle fixiert, also das was man mit eigenen Augen sehen kann. Weil sie dann eher bereit sind zu glauben und ihren Gefühlen vertrauen. Damit den Geist der Weihnacht und die Liebe darin alle Welt sehen kann, ist vor vielen Jahren eine Kultfigur erschaffen worden. Eine Figur, die diese Liebe darstellt in Form eines Weihnachtsmannes. Kinder glauben fest an dessen Existenz. Erwachsene weniger, was eigentlich schade ist, denn der Weihnachtsmann dient ja lediglich als Symbol. Ein Symbol das den Glauben an die Liebe widerspiegelt. Überall auf der Erde gibt es Weihnachtsmänner zur Weihnachtszeit. Wieso zweifelt ihr dann an der Existenz? Vertraut ihr nicht euren selbst erschaffenen Kreationen? Wieso nicht? Ihr vertraut doch auch darauf, dass das Weihnachtsgeschenk von Herzen kommt. Ihr glaubt also doch noch ein wenig auf das Gute? Schön, das freut mich. Glaubt ihr also an den Weihnachtsmann? ...nicht? Bitte, nur für ein paar Augenblicke. Lasst euch anstecken von der Vorfreude und der Seligkeit des Weihnachtsfestes. Der Weihnachtsmann wird euch nicht enttäuschen.
Oder vielleicht ist es gar kein Mann? Wer sagt eigentlich, dass der Weihnachtsmann ein Mann sein muss oder war? Keine Ahnung? Ich will euch mal was verraten, aber bitte leise. Es gibt eigentlich gar keinen Weihnachtsmann! So, und warum nicht? Ganz einfach, weil es eine Weihnachtsmam ist. Wie? Eine Weihnachtsmam? Na, eben eine Frau. Keine Angst, ich bringe das Kartenhaus nicht zu Fall, ich sorge nur für frischen Wind *g*... Glaubt ihr im Ernst, dass ein Mann in der Lage ist, all die Kinder zu beschenken? und wieso sollte er das tun? Wo er doch viel lieber bei der Sportschau vorm Fernseher ein Bier trinkt? Na also! Der Weihnachtsmann muss also eine Frau sein eine Mutter eine Mam eine Weihnachtsmam. Wenn man nicht so genau hinhört, hört man auch fast keinen Unterschied oder? Und es gibt auch noch eine ganz einfache Erklärung dafür. Die Weihnachtsmam trägt gerne rot und da sie von ihren Kindern nicht gleich erkannt werden wollte, hat sie sich ein wenig verkleidet. Außer ihrem roten Mantel hat sie sich zur Tarnung einen Bart aus weißem Schnee und Eis gemacht und ihn im Gesicht getragen. Lag mal kein Schnee im Winter, griff sie einfach auf Eischnee oder Watte zurück. Irgendetwas Weißes war ja immer im Haus zu finden. Die roten Backen kamen ganz alleine von der Kälte der Dämmerung. Sie trug auch Handschuhe, damit man sie nicht an ihren Händen erkannte, ach ja und auch noch die Schuhe vom Großvater mussten herhalten. Und weil die Weihnachtsmam Kinder liebte, konnte sie nicht genug von den Kleinen bekommen. Also war sie vorwiegend damit beschäftigt, für Nachschub in ihrem Bauch zu sorgen. Deshalb hat ja auch der „Weihnachtsmann“ so einen dicken Bauch, über den er sich rieb und ihn festhielt. Wie nun die Weihnachtsmam das erste Mal auf die Idee kam ihre Kinder damit zu überraschen, war sie hochschwanger und lachte insgeheim vor Freude ho ho ho bei den glänzenden Kinderaugen. Den alten Kartoffelsack hatte sie verziert mit einer roten Schleife und gefüllt mit den Dingen, die ihre Kinder immer am liebsten hatten. Deshalb wusste auch die Weihnachtsmam ganz genau, was sich die Kinder insgeheim wünschten und welches Kind brav war oder nicht. Es war so eine Freude, dass sie beschloss, ab sofort jedes Jahr die Herzen der Kinder damit zu erfreuen. Alle waren glücklich bis auf den Mann der Weihnachtsmam. Der war etwas traurig, dass er bei dem ganzen Vergnügen nicht mitspielen durfte. Tja, aber auch dafür hatte die Weihnachtsmam eine Idee. Ab sofort durfte er als Knecht Ruprecht verkleidet dafür sorgen, den nicht so artigen Kindern einen kleinen Schrecken einzujagen. Diesen Brauch führten sie bis an ihr Lebensende fort und baten ihre Nachkommen, der Freude wegen, dies beizubehalten. Mit Äpfeln, Nüss´ und Mandelkern. Was ja auch bis zum heutigen Tag so ist.
Wieso lachst Du? Glaubst Du mir die Geschichte etwa nicht? Hast Du noch keine Weihnachtsmam gesehen? Bist Du also immer noch der Meinung, der Weihnachtsmann wäre ein Mann? Na, dann schau mal unter den roten Mantel. Ach, das traust Du Dich nicht? Weil Du sonst kein braves Kind wärst? Na gut, dann eben nicht, dann solltest Du mir einfach Glauben schenken. Danke für Dein liebevolles Geschenk. Es ist sehr kostbar, denn es ist das einzige, das wirklich zählt. Ich bin mir sicher, dass sich Deine Weihnachtswünsche erfüllen, denn Du hast die Liebe gespürt. Das Gefühl, das den Geist der Weihnacht Leben einhaucht und Freude verschenkt. Sei also gespannt, wenn es an der Tür poltert und es hallt: „Draus vom Walde komm ich her, ho, ho, ho, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr...
Silvia J.B. Bartl