Gedichte
Motorschaden

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"Motorschaden"
Veröffentlicht am 12. Februar 2010, 2 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Ich habe in den letzten Jahren mehrere Bände mit Lyrik und Kurzprosa bei diversen Verlagen veröffentlicht. Ebenso findet man meine Gedichte in einigen Anthologien (z.B. "Bethlehems Begebenheiten") oder Zeitschriften (z.B. "Donaustrudl"). Aktuell bereite ich Publikation "Das Mädchen mit den Kaleidoskopaugen" vor, die Ende März 2019 im Spielberg Verlag erscheinen wird. Gerne arbeite ich mit Künstlern von außerhalb der Literaturszene ...
Motorschaden

Motorschaden

 

Ich bin ein großes Räderwerk

die Wellen dick mit Gewohnheit gefettet

die Treibriemen mit Vergessen gekühlt

das Gemisch im Treibstofftank

aus Hoffnung und Schmerz

reicht ganz genau für ein Leben

 

gefährlich wird es

wenn ich mir zu nahe komme

wenn mich das große Laufwerk packt

zermalmen will

 

 

dann kommt es schon mal vor

dass kleine Räder im Getriebe blockieren

und die großen Schwungscheiben sich trotzdem weiter drehen

 

wenn ich es da nicht schaffe

einen Schritt zurück zu treten

erleide ich Motorschaden

 

 

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Hörbuch

Über den Autor

Novalis63
Ich habe in den letzten Jahren mehrere Bände mit Lyrik und Kurzprosa bei diversen Verlagen veröffentlicht.
Ebenso findet man meine Gedichte in einigen Anthologien (z.B. "Bethlehems Begebenheiten") oder Zeitschriften (z.B. "Donaustrudl").
Aktuell bereite ich Publikation "Das Mädchen mit den Kaleidoskopaugen" vor, die Ende März 2019 im Spielberg Verlag erscheinen wird.
Gerne arbeite ich mit Künstlern von außerhalb der Literaturszene zusammen.
Mit Dr. Bernd Stallhofer biete ich das Projekt "Lyrik meets Mantra" an und Werner Ziegler Ziegler lädt mich regelmäßig zu gemeinsamen Aktionen in die Ausstellungen seiner Malerei ein.
Seit Januar diese Jahres bin ich mit meinem Paket "Drecksack" auch in dem bundesweit agierenden Projekt der "Literaturautomaten" vertreten.
Ich bin Mitglied des Schriftstellerverbandes Ostbayern und wenn ich Zeit dazu habe als Schauspieler aktiv.

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kleinertod Ach, warum diese schönen Worte verstecken? - Lesen kann man es wirklich nur mit Hilfe der Vergrößerungsfunktion. Eine Verschwendung, wenn aus diesem Grund dieses Werk unbeachtet blieben würde.

Das Bild ist wie die Worte gewaltig. Und Wahrheit tropft aus den Zeilen hervor. Die Menschmaschine läuft, solange sie nicht aus sich selbst heraus ins Schleudern kommt...

Ein lieber Gruß vom Kater
Vor langer Zeit - Antworten
Gunda Nachdem ... - ... ich meine Lupe hergekramt hatte, konnte ich tatsächlich alles lesen, Udo ...

Interessant finde ich die Idee, das Ich zunächst als Räderwerk darzustellen (schöne Metaphorik) und es anschließend von einer anderen Ebene, nämlich sozusagen neben sich selbst stehend, zu betrachten. "Komme ich mir zu nahe" ... heißt für mich: Bin ich mir selbst gegenüber schonungslos ehrlich ... dann kann es schon mal passieren, dass Sand ins Getriebe und ich damit aus dem Gefüge gerate ...

Gefällt mir sehr, Udo.

Lieben Gruß
Gunda
Vor langer Zeit - Antworten
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