Humor & Satire
Zum Schluß

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"Acht Tage Fieber! Ich hätte noch Zeit gehabt, ein Buch zu schreiben. -letzte Worte Honoré de Balzacs"
10 S.
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Zum Schluß

Vorwort


Oh Wanderer, siehst du den Stein, weißt du, du paßt nicht mit hinein, weil der, der hier bereits verendet, sich viertelstündlich heftigst wendet.


für Brubeckfan


Zum Schluß

W. Busch kam erst am Schluß zum Schluß, „Ich habe, was man haben muß. Gemälde? Frauen? Sind mir Seife!“ Dann schmauchte er die letzte Pfeife. Als Röntgen kam ans letzte Quentchen, ging jeder schon im Notfall röntgen. Doch Conrad brummte: „Könnt mich beißen! Ich hätte lieber Bumms geheißen.“

Frau Thatcher ging es an den Kragen, da wollte sie schnell noch was sagen. Doch jeder kannte das bereits: „We have too many social rights.“ Klaus Störtebeker hielt den Hals dem Beile hin und grinste, als sein Kopf abfiel, der bärtge runde. Dann lief er noch ne

Viertelstunde. Der Vatermörder war zu eng, Karl Lagerfelds Diät zu streng. Er streichelte nochmal Choupette und sank ein letztes Mal ins Bett. Auch Grünen wird der Tod passieren, sie lassen sich dann kompostieren. Ein Sozi steht vor Petrus schon und haßt noch Linke: Tradition. Wir sahen ihn als Arzt, Reporter, Schwulen, als Highschoollehrer Jungs in Dichtkunst schulen. Doch gegen Krankheit konnt er nicht bestehen, und Robin Williams ward nicht mehr gesehen. Alice Schwarzer plant die letzten Tage: Ein Totengräber kommt ihr nicht in Frage. Mit einer Frau nimmt sie den Tod in

Kauf; kommt da ein Typ, dann steht sie wieder auf.


„Seltsam ist die Welt“, so fand er, sang es laut und dann verschwand er: Wenn man in Polen demonstriert, wird Czeslaw Niemen gern zitiert. Tamara Danz mit ihrer Rockermähne war Sillys Highlight in der Rockerszene. Die Meisterin für jede Art von Ton starb früh an Krebs, wie ihre Mutter schon. „Komm, Zarin Katharina!“ sprach Freund Hein. „Potemkins Liebe zu Dir ist nur Schein; Rasputin, diese Größe, sitzt in Haft.“ – Zum Lieblingshengst hat sie's nicht mehr geschafft.




Nach vielen Jahren Streß, Erfolg, Film und Gesang legt' Whitney Houston sich in ihrer Wanne lang. „And I will love you“ sang sie, nun schon leise, dann machte sie sich auf die letzte Reise.


Jan Fedder war das Dorfgenie in Büttenwarders Apathie. Er orderte noch ein „Gedeck“, dann trugen ihn die Musen weg.

Verzweifelt legte Marilyn mit sechsunddreißig sich schon hin. Selbst Gott war traurig: „Warum die?“ „Nobody's perfect“, hauchte sie.


ABGESANG


My body is over the Jordan. My body is where you can`t see. My body is over the Jordan. Nobody will bring it to me.


© 2021 + 2025 Brubeckfan

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Hörbuch

Über den Autor

Brubeckfan
Getauft, Geschieden, Geimpft: 3G also, tretet näher, Herrschaften! Was ich so schreibe, ist natürlich erlebt, erlauscht, erlesen und erlogen; von alberich bis böse oder dunkeltrüb, und mit Vorliebe gereimt. Erfreue mich an Musik verschiedener Richtungen, an Literatur und natürlich an Menschlichem wie Situationskomik und liebevolle Reaktionen abseits des jeweiligen Business'. Solange ich die komische Seite der Dinge erkenne, geht's mir gut -- und das ist allermeistens.

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Miranda Lieber Gerd,
sehr gut geschrieben, leider ein wenig schmerzhaft für mich zu lesen.
Du weißt ja warum.
Letztendlich trotzdem ein Lesevergnügen der besonderen Art.


Sagte nicht Churchill aus seinem Sterbebett...." wenn ihr diese scheußliche
Tapete nicht entfernt sterbe ich." Und er tat es.
LG
sigrid
Diese Woche - Antworten
Brubeckfan Der ist auch gut, liebe Sigrid!

Ach was ist wohl besser: Gemeinsame Freude und Glück, dann langer Abschiedsschmerz. Oder langer Zwist, endlich frohe Trennung und am Ende Gleichgültigkeit. -- Solche Erinnerungen oder solche?

Gruß und Dank und schöne Frühlingstage!
Gerd
Diese Woche - Antworten
Bleistift 
"Zum Schluß..."
Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben,
nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben.
Walle, walle manche Strecke, dass zum Zwecke Wassser fließe...
Als der alte Goethe sich zum Sterben in sein Bette legte,
sich ne' mittelschwere Dunkelheit in seinem Hirne rege.
So rief er dann gar heftig aus: "Mehr Licht!"
...doch am Ende half auch das ihm nicht ...smile*
Nun erneut nochmals gelesen und wiederum als echt witzig geschrieben empfunden... ...smile*
Neblige Grüße aus dem Nordwesten Berlins zu Dir...
Louis :-)

Diese Woche - Antworten
Brubeckfan Danke, Louis, für die gute Ergänzung!
Ich glaube, der eitle JWG hatte sich die Worte lange vorher zurechtgelegt. Ein andere Interpretation denkt an seinen Dialekt: "Meer lischt de Bratwurst noch schwer ..."

Lebensfrohe Grüße bei schwärmender Gitarrenmusik, strahlendem Wetter heut mal, und gegenüber das Taubenpaar ... äh pssst, Kinder.

Gruß und Dank!
Gerd
Diese Woche - Antworten
FLEURdelaCOEUR Wow, das kannte ich noch nicht, gefällt mir großartig, lieber Gerd!
Die Idee ist toll und praktisch unerschöpflich. Sehr interessant!
Viele Grüße zu dir in die chaotische Hauptstadt,
fleur
(Jetzt gibt's hier wieder Probleme mit dem Absenden)
Vergangene Woche - Antworten
Brubeckfan Ja, liebe Fleur, wir werden vernachlässigt. Wie ich erfuhr, kann sich sogar kein neuer Nutzer anmelden. Meine Mails an Lukas versanden bisher, nur auf die Phisher damals reagierte er.
Und mit dem Chaos hast Du leider recht.

Nehmen wir also, was wir kriegen. Wozu nun Dein großes Lob gehört, herzlichen Dank!
Viele Grüße!
Gerd
Vergangene Woche - Antworten
FranckSezelli Du hast das Ende vieler bekannter Größen reimlich ins rechte Licht gesetzt.
Danke für viele mich erhellende Zeilen.
Franck
Vergangene Woche - Antworten
Brubeckfan Danke Dir! Freue mich.
Lebendige Grüße,
Gerd
Vergangene Woche - Antworten
Valerina 
Wie gut, dass ich bei dir gewesen,
sonst hätt ich dieses nie gelesen
und vieles wusste ich noch nie,
drum dank ich dir, bist ein Genie!

Das schickt dir grüßend
Valeri :-)
Vor langer Zeit - Antworten
Brubeckfan Oh, Du verwöhnst mich aber wieder, diesmal obendrein in sauberen (wenn auch ein klein wenig übertreibenden) Reimen!

Herzliche Grüße,
Gerd
Vor langer Zeit - Antworten
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