es war einmal ...
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. - Jean Paul
erinnerungen
Ereignisse, die längst der Vergangenheit angehören oder erst gestern gewesen sind, bleiben auf geheimnisvolle Weise irgendwo in unserer Seele haften. Wenn sie uns tief berührten, unserem Leben eine dramatische Wende verliehen oder einfach der Romantik und Liebe ihren Tribut zollten, sie sind eingegraben in einen Teil von uns, den wir Seele nennen. Einige Erlebnisse sind vielleicht so schwerwiegend gewesen, dass ihre Folgen unser Leben bis zum heutigen Tag auf besondere Weise bestimmen. Denken wir nur an einen Unfall mit
schlimmen, gesundheitlichen Folgen. Andere Erlebnisse sind so fantastisch gewesen, dass sie uns bis zum heutigen Tage auf einer Woge der Glückseligkeit schwimmen lassen. Andere Erlebnisse aus unserer Kindheit haben wir vielleicht nicht verstanden und dann mit Hilfe unserer Fantasie in einer falschen Schublade abgelegt – mit schweren Folgen für unsere Seelengesundheit.
Immer, wenn wir ihrer gedenken, werden wir mit unserem tiefsten Inneren in Berührung gebracht. Wir können die zarten Schwingungen unserer Seele wahrnehmen oder die schweren Verkrüppelungen, die uns sehr schmerzvolle Ereignisse beigebracht
haben. In einer stillen Stunde ist es dann Zeit, dass wir uns von jenen Ereignissen lösen. Wir können dies tun, indem wir verzeihen, wenn es nötig ist. Oder indem wir über unseren Verstand eine realistischere Betrachtung der Situation erreichen – was zum Zeitpunkt des Geschehens nicht möglich war. Wir könnten auch diese ganz schmerzvollen Erlebnisse aufschreiben und anschließend den Zettel verbrennen. Unsere Seele liebt solche Symbolhandlungen. Das erleichtert ihr zu heilen. Als wunderbare Folge wird auch unser Körper zu besserer Gesundheit finden.
Und die schönen Erinnerungen? Wir sollten sie feiern mit Gedenktagen, mit besonderen Ritualen, mit kleinen Freuden, die wir uns gelegentlich selbst schenken. Natürlich dürfen Fotos, Zeitungsaus-schnitte, manchmal Stöbern in verschiedenen Schachteln und alten Fotoalben nicht außer Acht gelassen werden. Dazu Kerzenlicht und ein Glas Tee, eine Tasse Kaffee, vielleicht ein Glas Wein und Musik. Und wenn wir zu zweit sind, die Worte: Weißt du noch? Erinnerst du dich noch? Denkst du noch manchmal daran? Und schon schwingt sich unsere Seele wieder auf, atmet durch und krönt die Stunde, den Tag mit Wohlgefühl.
Das ist dann das Glück der Erinnerung!
(C) HeiO 09-2014