Beschreibung
Diese Geschichte schrieb ich mit zarten 14 Jahren. Damals lebte ich in meiner ersten "richtigen" Beziehung, die mitlerweile auch schon zerbrochen ist...
Frühling 2002. Mit jedem Tag wurde es wärmer, die Tage wurden länger und die Menschen begannen ihre T- Shirts aus dem Schrank zu kramen.
In dieser Zeit begann für mich ein Stück weit so etwas wie ein neues Leben. Es änderte sich sehr viel auf einmal, und das innerhalb kürzester Zeit.
Ich beginne am besten da, wo alles angefangen hat.
„Hey Nina! Warte mal!“ Genervt drehe ich mich um. Es war früher Morgen, kurz vor der ersten Stunde. Für mich hatte der Tag wieder mal ätzend angefangen, ich hatte verschlafen und musste dann auch noch feststellen, dass ich nichts zum Anziehen hatte. Wieder mal. Ich war froh, mich in der Menge lärmender Schüler etwas verstecken zu können. Aber offenbar war mir das nicht so wirklich gelungen. Timo, ein guter Bekannter, 15 Jahre alt, hatte mich gesehen. Ich stellte mich in eine Ecke und wartete, bis er zu mir durchgedrungen war. Mit einer kurzen Umarmung begrüßte er mich und sagte dann: „Du bleibst morgen länger da! Dann können wir noch Schlagzeug spielen!“ Das er einen solchen Bestimmungston anschlug war normal. Ich überlegte kurz. Dann sagte ich zu. Ohne ein weiteres Wort verschwand er in Richtung seiner Klasse. Ich seufzte. Warum war er nur immer so kurz angebunden?
Als ich vor der Tür mit der Aufschrift „8a“ stand, überkam mich wieder die schlechte Laune. Der Unterricht heute würde wieder einmal unerträglich langweilig werden- wie jeden Dienstag. Ich hatte absolut keine Lust und wäre am liebsten wieder in mein Bett gekrochen. Ich holte tief Luft und betrat dann den Raum. Ein paar waren schon da, unter ihnen auch Simon, mein vermeintlich bester Freund. Ich begrüßte ihn und warf meinen Rucksack dann neben meinen Platz. Es war nicht anders zu erwarten: Schon fragte Simon, ob wir nicht raus wollten. Bestimmt wollte er wieder mit mir reden. Mir wieder alle möglichen Dinge erzählen. Und dabei kein bisschen merken wie sehr er mich ankotzte. Wie jedesmal wenn wir frei hatten. Und darauf hatte ich gerade heute überhaupt keine Lust. Mürrisch schüttelte ich den Kopf, zog mein Buch aus der Tasche und setzte mich hin. Achselzuckend stand Simon vor mir, drehte sich dann aber doch weg und versuchte, mit den anderen Jungs ins Gespräch zu kommen. Ich vertiefte mich in die Geschichte, auch wenn ständig jemand an meinen Platz kam. Schließlich war die Freistunde herum, es klingelte, Frau Maier betrat den Raum. Simon fiel neben mir auf seinen Platz und der ätzende Tag nahm seinen Lauf. Die Pausen waren fast genau so unerträglich. Benjamin, mein Freund, hampelte wieder ausgesprochen viel herum. Ich wünschte mich weit weg, als ich die Blicke der anderen Schüler auf mir spürte. Simon und er diskutierten, während ich, wie jede Pause, teilnahmslos daneben stand.
Nur einmal kurz hellte sich meine Stimmung auf, Timo kam nämlich vorbei. Aber als er wieder verschwand- mit einem Blick auf Benjamin- sank sie wieder auf den absoluten Nullpunkt. Im Kopf rechnete ich nach. Ein Drittel des Schultages hatte ich jetzt schon geschafft! Und der Rest würde auch noch zu bewältigen sein.
Ich behielt Recht. Wenn auch Simon und die anderen einfach unerträglich waren. Ich schaffte es! Als die Busse kamen war ich froh, Timo noch kurz zu sehen und mich von ihm verabschieden zu können. Simon musste sich mit einem kurzen Drücker zufriedengeben, Benjamin tauchte gar nicht mehr auf. Zuhause war ich immer noch völlig abgespannt und genervt, ich musste wieder mal zum Essen gezwungen werden.
Erst als ich in meinem Zimmer die Musik auf ein Maximum aufdrehen und mich auf mein Bett werfen konnte entspannte ich mich wieder. Der ganze Tag war eine einzige Katastrophe, wie so viele in der letzten Zeit. Und ich wollte weg. Oder zumindest alles ändern. Das fing bei Benjamin an. Er nervte mich. Simon ebenso. Und die Mädels erst Recht. Wenn ich mich tatsächlich an jemanden klammern sollte, dann war das Timo. Auch wenn er ein völlig anderes Leben führte. Er ging in die 10. Klasse, würde bald seine Prüfungen schreiben, hatte einige gute Bekannte und war der beste Freund von Simon. Und er war sehr rebellisch, zumindest schien es so. Er verarschte mich gerne und machte sich auch viel über mich lustig. Und dennoch mochte ich ihn, mehr als Simon. Er hatte etwas an sich, das mich faszinierte.
Der Tag verstrich, danach ein weiterer. Und noch einer. Die Woche nahm ein Ende und die neue begann. So nahm mein Leben seinen Lauf, ich schleppte mich durch jeden Tag und fühlte mich leer und verlassen. Egal was ich auch anfing, es endete in einem Streit oder einer Katastrophe. Alles schien unter meinen Händen zu Staub zu zerfallen. Meine Schreiblust, die früher von Simon und Timo hoch geachtet wurde, wurde entweder nur in aller Kürze überflogen und mir mit einem gemurmelten „Das ist gut...“ wiedergegeben oder eingesteckt und gesagt: „Ich les es nachher!“ abgehandelt. Und ich konnte mir sicher sein, das der Zettel im nächsten Mülleimer wieder zu finden war. Ich verzweifelte. Meine Noten sackten ab, ich verlor jeden Antrieb. Irgendwann begann ich zu hungern. Ich as einen ganzen Tag nichts, dann sogar zwei. Meinen Eltern erzählte ich irgendwas von einem Mageninfekt. Die Wirkung war enorm: Langsam purzelten die Kilos, besonders als ich begann, jeden Abend joggen zu gehen. Meine Hose würde mir ohne Gürtel an den Kniekehlen sitzen, und ich fühlte mich dabei richtig gut.
Benjamin schien nichts davon zu merken, auch nicht, als ich immer dünner wurde. Es schien ihm fast egal zu sein.
Das machte mich fix und fertig. Ich hungerte und hungerte, bekam eine große Abscheu davor etwas zu Essen und dachte mir nur: Werd dünner, dann mögen dich die Menschen auch wieder! Und auch wenn mir eine gute Freundin sagte, ich sei damit auf dem Holzweg- ich fand die Idee allein richtig gut. Allerdingswurde mir schnell klar, dass das was ich da tat sowas wie Magersucht war, und die Angst machte sich breit.
Ich vertraute mich Simon an, der mir von da an nur noch Vorwürfe machte. In meiner Verzweiflung erzählte ich auch Timo von meinem Verdacht, Magersüchtig zu sein. Er sah das völlig locker und zeigte ebenfalls kein großes Interesse daran mir zu helfen. Als ich dann noch Benjamin einweihte und er auch völlig gleichgültig damit umging, packte mich die blanke Angst. War ich den Menschen, dir mir so wichtig waren, so egal? Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen.
Von dem Tag an schwieg ich zu dem Thema. Ich log sogar Simon an wenn er mich fragte, ob ich schon etwas gegessen hatte. Ich wollte nicht nerven, denn das Gefühl hatte ich schon länger.
Einmal brach ich in Sport zusammen, und nur mit größter Mühe gelang es mir die anderen davon zu überzeugen, dass das nur ein kleiner Schwächeanfall gewesen sei, weil ich zu schnell hochgekommen war. Und sie glaubten mir.
Timo und ich entfernten uns voneinander, was mich sehr traurig machte. Ich dachte, ich würde auch ihn nerven und ließ ihn von dem Moment an komplett in Ruhe.
Bis eines Abends eine SMS kam, in der er mich fragte ob mich irgendwas an ihm stören würde, er habe so das Gefühl! Ich war erleichtert und verneinte. So traten wir wieder in Kontakt. Ich redete wieder mehr mit ihm, mehr als mit Simon oder Benjamin, ich weihte ihn wieder in mein Problem ein, lernte erneut, ihm zu vertrauen. Seit ich wieder vernünftig mit ihm reden konnte, ging es mir besser. Ich begann wieder fast normal zu essen, lachte wieder mehr und fühlte mich richtig gut. Bis Simon eifersüchtig auf ihn wurde. Über Wochen zog sich dieser Streit zwischen uns hin, und es dauerte lange bis wir uns alle soweit wieder vertragen haben. Nur hatte ich jetzt Schuldgefühle, weil ich glaubte mich zwischen Simon und Timo geschoben zu haben. Und ich fühlte mich wieder alleine. Diese ganze Sache hatte zur Folge, das Timo und ich wieder einmal kaum miteinander redeten, uns kaum noch sahen. Ob es ihm etwas ausmachte wusste ich nicht, aber mich zerriss es beinahe.
Eines Tages fragte Timo mich erneut auf der Treppe, ob ich nicht doch Lust hätte, Schlagzeug bei ihm zu lernen. Als er mich das das letzte mal gefragt hatte, war ich nicht aufgetaucht. Ich sagte diesmal sofort zu und wir verabredeten uns nach der sechsten Stunde im Musikraum. Dort lernte ich den Grundschlag und auch etwas mehr, und hatte großen Spaß daran. Wir zankten spielerisch herum, wer als nächstes daran dürfte, ich meinte aus Spaß: „Wenn du mich jetzt nicht lässt drohe ich... dir mit einem Kuss!“ So ging es von nun an öfter, ich wurde immer besser und hatte bald den Bogen raus. Einmal war der Raum schon belegt und wir standen da und wussten nicht so recht, was wir jetzt tun sollten. Timo schlug vor, noch zu ihm zu fahren, da der Bus ja schon weg sei und der Tag noch jung. Ich sagte zu und wir machten uns auf den Weg. Bei ihm Zuhause mampfte er drauf los, ich saß nur daneben und wollte nichts. Seit der Streit mit Simon zwischen uns dreien gewesen war, war ich wieder in meine alte Essgewohnheit verfallen. Das Schlagzeugspielen hatte nicht viel daran geändert, ich hatte Angst das auch das, was sich wieder ins positive zu entwickeln schien, irgendwann wie eine Seifenblase zerplatzen würde. Das ich irgendwann wie aus einem schönen Traum erwachen würde.
Nachdem Timo satt zu sein schien, zogen wir in sein Zimmer. Er spielte mir ein paar Lieder vor, und schließlich lagen wir nebeneinander auf seinem Bett und lachten. Wir kamen wieder auf die „Drohungen“ zu sprechen, und ich neckte ihn, er würde sich ja so oder so nicht trauen. Diese Ansicht änderte ich nur ein paar Sekunden später: Ich spürte seine Lippen auf den meinen. Es war noch sehr ungeübt, weil ich das noch nicht so richtig konnte. Aber wir beschlossen, als ich gehen musste, am nächsten Tag weiter zu üben. Da war ich nämlich zu seinem Geburtstag eingeladen, wir würden den ganzen Tag alleine sein.
Simon sollte von all den Ereignissen nichts erfahren, ich war mir sicher, das er nicht gerade erfreut darauf reagieren würde wenn er wüsste, das sein bester Freund und seine beste Freundin etwas miteinander hätten. Dazu kam noch, das er gut mit Benjamin befreundet war und ich zu dem Zeitpunkt noch mit ihm zusammen war. Ich empfand allerdings keinerlei Schuldgefühle für dieses „Fremdgehen“. Es hatte mit uns nie geklappt, nur einmal waren wir etwas weiter gegangen als sonst: An unserem Jahrestag. Dieser Tag war an sich ganz schön gewesen, aber je länger ich darüber nachgedacht hatte, desto übler wurde mir.
Ich habe diese eine Stunde mit Timo genossen- auch wenn es noch nicht so geklappt hat. Meine Lippen waren ein wenig wund, aber das war es mir wert. Timo sah mich lächelnd an und spendierte mir dann am Bahnhof noch eine Pizza. Dicht beieinander standen wir da, warteten auf meinen Zug und mampften an der Pizza. Ich war glücklich- in diesem Moment. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als das er noch ewig anhalten möchte. Und diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Wir trafen uns von nun an so oft es ging, und mit jeder Minute mehr, die wir uns küssten, wurde es besser. Seine Hand schob sich unter mein T- Shirt, und ich spürte mit jeder Sekunde deutlicher die Nähe und Wärme, die Timo mir gab. Und es fühlte sich so gut an!
Ich beschloss eines Abends, als ich in meinem Bett lag und von Timo träumte, einen endgültigen Schlussstrich zwischen Benjamin und mir zu ziehen. Ich war mir sicher das ich ihn nicht mehr liebte, das ich etwas suchte- nur nicht ihn.
In der nächsten Woche, an einem Mittwoch wollte ich es machen. Einen Tag vorher traf ich mich noch mit Timo, wir lagen auf seinem Bett und plauderten. Ich holte tief Luft und erzählte ihm von meinem Entschluss. Da er nicht protestierte und es als richtig einschätzte war ich mir sicher: Am nächsten Tag würde ich Single sein. Ich würde wieder frei sein. Frei von Benjamin. Frei von dem Zwang, den er unbewusst ausübte. Und frei von dem blödesten Idioten, bei dem ich mich fragte, warum ich ihn je geliebt hatte. Was ich mal so toll an ihm gefunden hatte. Ich war in dem einen Jahr aufgewacht- aufgewacht aus einem Traum. Und nun sah ich die Welt wie sie wirklich war. Auch Benjamin sah ich nun mit anderen Augen.
Als ich ihm dann am nächsten Morgen gegenübertrat, war es nicht sehr leicht. Ich hatte die ganze Zeit den Gedanken „In zwei Stunden schon bist du Single!“ im Kopf. Die Zeit bis zur großen Pause schien mir endlos. Aber irgendwann war es doch soweit. Simon und ich gingen wie jeden Tag hinunter, gingen wie jeden Tag auf Benjamin zu. Aber diesmal war ich innerlich wahnsinnig angespannt. Ich holte tief Luft, schüttelte Benjamins Hand von meiner Schulter und legte los. Erst zögerte ich noch, aber dann sprudelte alles aus mir heraus. Er schien nicht sonderlich bewegt zu sein. Zwar versuchte er noch etwas zu retten, aber das wehrte ich sofort ab. Als wir dann wieder neben Simon und einigen Bekannten standen, spürte ich, wie mir die Tränen in die Augen traten. Ich versuchte es noch zu verbergen, aber das gelang mir nicht mehr. Simon nahm mich beiseite und dann in den Arm. Ich war froh, jetzt Sport zu haben, beim Langlaufen könnte ich mich dann noch einmal so richtig austoben.
Als ich verheult und fix und fertig an der Umkleide ankam, nahmen mich die Mädchen in den Arm und trösteten mich. Ich erzählte ihnen von eben und alle bekräftigten meinen Entschluss: Es war richtig. Aber dennoch nicht leicht. Immerhin haben wir viel erlebt in diesem Jahr. Aber nun war es vorbei. Endlich, endgültig vorbei. Und ich... ich war irgendwie glücklich.
Als ich kurz darauf Timo traf, fragte er mich, ob ich es inzwischen getan hätte. Ich nickte nur kurz und verschwand dann in der Klasse. Es tat trotzdem weh.
Als Timo und ich uns nur ein paar Tage später am Wochenende trafen, war ich richtig gut drauf. Ich ging jetzt nicht mehr fremd! Wir lagen lange in den Armen, küssten uns,schmusten. Und es war wirklich wunderschön. Ich genoss es in vollen Zügen. Irgendwann rief Simon an, platzte mitten in diesen schönen Moment. Er und Timo wollten sich noch treffen, und Timo hatte nicht mehr auf die Zeit geachtet. Wir machten uns also auf den Weg. Simon machte einen sehr genervten Eindruck als wir bei ihm waren, und so deckten wir uns erst mit Alk ein und setzten uns dann auf ein Denkmal im Park. Simon und Timo hatten ziemlich schnell einen intus, während ich die Einzigste zu sein schien, die noch einen klaren Kopf behielt. Die beiden benahmen sich sehr albern. Mir wurde das unangenehm und ich wollte gehen. Aber als Timo einen Arm um mich legte und mich küsste vergas ich das. Da stand Simon plötzlich auf, schnappte sich seine Sachen und verschwand. Ich verstand das nicht so ganz. Aber dennoch liefen Timo und ich hinter ihm her und versuchten ihn aufzuhalten. Erst dachten wir, er wäre wegen irgendwas anderem gegangen, aber dann wurde mir klar, dass er den Kuss von Timo und mir meinte.
So begann eine üble Diskussion. Simon warf mir wie so oft brutale Dinge vor, er sei enttäuscht, wir hätten ihn jahrelang beschissen, und ich saß nur still da, ließ es über mich ergehen. In diesem Moment hasste ich ihn. Ich hatte Angst, dass das mit Timo und mir jetzt zu Ende sei.
Simon ekelte mich in dem Moment sogar ein wenig an. Ich hätte ihn am liebsten geschlagen und ihm gesagt wie sehr er mich gerade verletzte. Aber ich riss mich zusammen. Ich spürte in der nächsten Stunde, die wir noch diskutierten, wie etwas in mir zerbrach. Ich spürte, wie sie versuchten mir alles in die Schuhe zu schieben, und ich ließ es über mich ergehen. Innerlich zerbrach ich mit jedem Wort ein Stück mehr. Und niemand sah es. Nicht mal Timo, für den ich in den letzten Tagen so viel empfunden hatte. Was genau das Problem von Simon war, habe ich bis heute nicht verstanden. Es ging ihn ja nichts an, was Timo und ich taten, wenn er nicht dabei war. In den Tagen nach diesem Vorfall versuchte er noch aus mir herauszukriegen, wie genau es zwischen Timo und mir gelaufen sei. Was genau wir machten. Aber das ließ ich mir nicht mehr gefallen. Ich sagte es ihm nicht. Ob Timo es ihm gesagt hat, weiß ich nicht. Wundern würde es mich nicht. .
Seit dieser einen Woche hat sich sehr viel geändert. Ich versuchte, Simon freundlich zu begegnen, ich versuche niemandem mehr zu erzählen was mich bewegte. Weil ich an diesem Tag gemerkt habe, das die beiden auch damit ein Problem haben, wenn der eine mehr über mich weiß als der andere. Also schwieg ich. Ich hoffte, dass das gut sei.
Timo und ich haben uns in den Tagen danach noch ein wenig SMS geschrieben, mehr aber auch nicht. Für ihn begannen so nach und nach die Realschulabschlußprüfungen. Wir sahen uns nur noch selten. Nur einmal morgens und einmal Mittags, vielleicht auch in den Pausen. Aber dann sahen wir uns wirklich nur. Wir redeten kaum noch, nur noch sehr wenig.
Ich hatte gehofft, das ich in ihm endlich das finden würde, was ich bei Benjamin so verzweifelt gesucht hatte: Liebe. Bei Timo habe ich sie bekommen. Aber nun schien auch das zu zerbrechen. Wie schon soviel in mir. Keiner wusste von dem Schmerz, der gerade in mir wühlte, keiner wusste, wie sehr mich dieses Verhalten von Simon verletzt hat. Er hat sogar eine Sache, die ich ihm im Vertrauen gesagt hatte, im Eifer der Diskussion ausgeplaudert. Und wer weiß, ob ihm das nicht noch mal passiert? Darum schweige ich besser.
Ich bin auch wieder in mein altes Essverhalten gestürzt. Ich bin dünner geworden und fühle mich immer noch hässlich und dick. Sogar mein Hauskreis versucht mir zwar so gut es geht zu helfen, aber mehr als mir ein offenes Ohr zu bieten können sie auch nicht. Dabei weiß ich noch nicht mal, ob ich ihnen vertrauen kann.
Seit dieser Zeit ist viel zusammengestürzt. Ich wage es nicht mehr, jemandem etwas persönliches anzuvertrauen, habe Angst, die anderen damit zu nerven. Und ich bin alleine. Ganz alleine. Ich gehöre zu den einsamen Wölfen, ich selber bin ein einsamer Wolf. Ich stehe in einem überfülltem Raum und bin trotzdem alleine. Wie es ist, richtig glücklich zu sein, weis ich nicht. Nicht mehr. Ich wünsche mir sehr, das ich bald wieder lachen kann, das ich bald wieder mutig genug bin, unter die Leute zu gehen um ihnen zu zeigen das ich doch etwas bin.
Aber das traue ich mich nicht.
Noch nicht.
Ich vermisse Timo und seine Küsse, ich sehne mich nach den Momenten, in denen wir Arm in Arm auf seinem Bett lagen und geschmust haben. Wie er mich geliebt hat und dennoch keine wirkliche Liebe im Spiel war. Ich hätte ihn gerne geliebt.
Heute ist wieder jeder Kontakt abgebrochen. Und Schuld daran ist Simon, er und seine ständige Eifersucht, sein zickiges Getue. Er glaubte, mich in das Bild der „besten Freundin“ formen zu können und hat mir dennoch ständig erzählt, ich solle so bleiben wie ich bin. Jeden Dienstag in der ersten Stunde. Immer die gleichen Vorwürfe. Immoment versucht er mir einzureden, ich würde mich in eine Oberzicke verwandeln. Das ich daran noch mehr zerbreche merkt er nicht.
Aber es gibt für alles ein gutes Ende.
So bestimmt auch für diese Geschichte.
Irgendwann wird dieses Ende eintreten. Das gute Ende.
Irgendwann werde auch ich wieder in das Leben eintreten, wieder eine neue Liebe finden und irgendwann werde bestimmt auch ich glücklich werden. Irgendwann werde ich bestimmt einsehen, dass es einen Sinn zum Leben gibt. Gefunden habe ich bisher nichts. Aber ich werde nicht aufgeben zu suchen. Irgendwann werde ich sie finden; die Liebe für mein Leben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, dass es ihnen nie so geht wie mir, dass sie nicht vergessen wie es ist, mit anderen zu lachen. Und das sie nie das Vertrauen zu den Menschen verlieren, die ihnen wichtig sind.
Ein einziges Lächeln kann einen ganzen Tag retten.
Timo und ich haben uns in den Tagen danach noch ein wenig SMS geschrieben, mehr aber auch nicht. Für ihn begannen so nach und nach die Realschulabschlußprüfungen. Wir sahen uns nur noch selten. Nur einmal morgens und einmal Mittags, vielleicht auch in den Pausen. Aber dann sahen wir uns wirklich nur. Wir redeten kaum noch, nur noch sehr wenig.
Ich hatte gehofft, das ich in ihm endlich das finden würde, was ich bei Benjamin so verzweifelt gesucht hatte: Liebe. Bei Timo habe ich sie bekommen. Aber nun schien auch das zu zerbrechen. Wie schon soviel in mir. Keiner wusste von dem Schmerz, der gerade in mir wühlte, keiner wusste, wie sehr mich dieses Verhalten von Simon verletzt hat. Er hat sogar eine Sache, die ich ihm im Vertrauen gesagt hatte, im Eifer der Diskussion ausgeplaudert. Und wer weiß, ob ihm das nicht noch mal passiert? Darum schweige ich besser.
Ich bin auch wieder in mein altes Essverhalten gestürzt. Ich bin dünner geworden und fühle mich immer noch hässlich und dick. Sogar mein Hauskreis versucht mir zwar so gut es geht zu helfen, aber mehr als mir ein offenes Ohr zu bieten können sie auch nicht. Dabei weiß ich noch nicht mal, ob ich ihnen vertrauen kann.
Seit dieser Zeit ist viel zusammengestürzt. Ich wage es nicht mehr, jemandem etwas persönliches anzuvertrauen, habe Angst, die anderen damit zu nerven. Und ich bin alleine. Ganz alleine. Ich gehöre zu den einsamen Wölfen, ich selber bin ein einsamer Wolf. Ich stehe in einem überfülltem Raum und bin trotzdem alleine. Wie es ist, richtig glücklich zu sein, weis ich nicht. Nicht mehr. Ich wünsche mir sehr, das ich bald wieder lachen kann, das ich bald wieder mutig genug bin, unter die Leute zu gehen um ihnen zu zeigen das ich doch etwas bin.
Aber das traue ich mich nicht.
Noch nicht.
Ich vermisse Timo und seine Küsse, ich sehne mich nach den Momenten, in denen wir Arm in Arm auf seinem Bett lagen und geschmust haben. Wie er mich geliebt hat und dennoch keine wirkliche Liebe im Spiel war. Ich hätte ihn gerne geliebt.
Heute ist wieder jeder Kontakt abgebrochen. Und Schuld daran ist Simon, er und seine ständige Eifersucht, sein zickiges Getue. Er glaubte, mich in das Bild der „besten Freundin“ formen zu können und hat mir dennoch ständig erzählt, ich solle so bleiben wie ich bin. Jeden Dienstag in der ersten Stunde. Immer die gleichen Vorwürfe. Immoment versucht er mir einzureden, ich würde mich in eine Oberzicke verwandeln. Das ich daran noch mehr zerbreche merkt er nicht.
Aber es gibt für alles ein gutes Ende.
So bestimmt auch für diese Geschichte.
Irgendwann wird dieses Ende eintreten. Das gute Ende.
Irgendwann werde auch ich wieder in das Leben eintreten, wieder eine neue Liebe finden und irgendwann werde bestimmt auch ich glücklich werden. Irgendwann werde ich bestimmt einsehen, dass es einen Sinn zum Leben gibt. Gefunden habe ich bisher nichts. Aber ich werde nicht aufgeben zu suchen. Irgendwann werde ich sie finden; die Liebe für mein Leben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, dass es ihnen nie so geht wie mir, dass sie nicht vergessen wie es ist, mit anderen zu lachen. Und das sie nie das Vertrauen zu den Menschen verlieren, die ihnen wichtig sind.
Ein einziges Lächeln kann einen ganzen Tag retten.
Timo und ich haben uns in den Tagen danach noch ein wenig SMS geschrieben, mehr aber auch nicht. Für ihn begannen so nach und nach die Realschulabschlußprüfungen. Wir sahen uns nur noch selten. Nur einmal morgens und einmal Mittags, vielleicht auch in den Pausen. Aber dann sahen wir uns wirklich nur. Wir redeten kaum noch, nur noch sehr wenig.
Ich hatte gehofft, das ich in ihm endlich das finden würde, was ich bei Benjamin so verzweifelt gesucht hatte: Liebe. Bei Timo habe ich sie bekommen. Aber nun schien auch das zu zerbrechen. Wie schon soviel in mir. Keiner wusste von dem Schmerz, der gerade in mir wühlte, keiner wusste, wie sehr mich dieses Verhalten von Simon verletzt hat. Er hat sogar eine Sache, die ich ihm im Vertrauen gesagt hatte, im Eifer der Diskussion ausgeplaudert. Und wer weiß, ob ihm das nicht noch mal passiert? Darum schweige ich besser.
Ich bin auch wieder in mein altes Essverhalten gestürzt. Ich bin dünner geworden und fühle mich immer noch hässlich und dick. Sogar mein Hauskreis versucht mir zwar so gut es geht zu helfen, aber mehr als mir ein offenes Ohr zu bieten können sie auch nicht. Dabei weiß ich noch nicht mal, ob ich ihnen vertrauen kann.
Seit dieser Zeit ist viel zusammengestürzt. Ich wage es nicht mehr, jemandem etwas persönliches anzuvertrauen, habe Angst, die anderen damit zu nerven. Und ich bin alleine. Ganz alleine. Ich gehöre zu den einsamen Wölfen, ich selber bin ein einsamer Wolf. Ich stehe in einem überfülltem Raum und bin trotzdem alleine. Wie es ist, richtig glücklich zu sein, weis ich nicht. Nicht mehr. Ich wünsche mir sehr, das ich bald wieder lachen kann, das ich bald wieder mutig genug bin, unter die Leute zu gehen um ihnen zu zeigen das ich doch etwas bin.
Aber das traue ich mich nicht.
Noch nicht.
Ich vermisse Timo und seine Küsse, ich sehne mich nach den Momenten, in denen wir Arm in Arm auf seinem Bett lagen und geschmust haben. Wie er mich geliebt hat und dennoch keine wirkliche Liebe im Spiel war. Ich hätte ihn gerne geliebt.
Heute ist wieder jeder Kontakt abgebrochen. Und Schuld daran ist Simon, er und seine ständige Eifersucht, sein zickiges Getue. Er glaubte, mich in das Bild der „besten Freundin“ formen zu können und hat mir dennoch ständig erzählt, ich solle so bleiben wie ich bin. Jeden Dienstag in der ersten Stunde. Immer die gleichen Vorwürfe. Immoment versucht er mir einzureden, ich würde mich in eine Oberzicke verwandeln. Das ich daran noch mehr zerbreche merkt er nicht.
Aber es gibt für alles ein gutes Ende.
So bestimmt auch für diese Geschichte.
Irgendwann wird dieses Ende eintreten. Das gute Ende.
Irgendwann werde auch ich wieder in das Leben eintreten, wieder eine neue Liebe finden und irgendwann werde bestimmt auch ich glücklich werden. Irgendwann werde ich bestimmt einsehen, dass es einen Sinn zum Leben gibt. Gefunden habe ich bisher nichts. Aber ich werde nicht aufgeben zu suchen. Irgendwann werde ich sie finden; die Liebe für mein Leben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, dass es ihnen nie so geht wie mir, dass sie nicht vergessen wie es ist, mit anderen zu lachen. Und das sie nie das Vertrauen zu den Menschen verlieren, die ihnen wichtig sind.
Ein einziges Lächeln kann einen ganzen Tag retten.